Freizeit

Volksfest: Der Schausteller mit dem A-FD-Schild

Das 110. Bayreuther Volksfest ist Geschichte. Und einer der Schausteller lässt die Bayreuther etwas fragend zurück. Elf Tage lang war auf dem Wagen, auf dem sich sein Kassenhäuschen befand, das Nummernschild A-FD zu sehen. So ausgerichtet, dass ein jeder, der über das Volksfest schlenderte, es sehen konnte. Und in Bayreuth fragt man sich: Ist das Provokation, ein Bekenntnis zur Alternative für Deutschland (AfD) oder nur Zufall?

Florian Diebold ist jetzt 33 Jahre alt. Er ist der Schausteller mit dem „A-FD“-Nummernschild. In Bayreuth war er mit einem besonders großen Autoscooter zu Gast. Diebold ist Schausteller in der sechsten Generation und seit er denken kann auf Volksfesten wie dem Bayreuther zu Hause. Seine Initialen „FD“ in Verbindung mit der Ortskennung „A“ für Augsburg, der Heimatstadt der Schausteller-Familie Diebold, prangen auf einigen seiner Autos – und zwar schon seit Jahren. Manche „A-FD“- Nummernschilder fahre er auf seinen Autos spazieren seit er im Besitz des Führerscheins sei, sagt Diebold. Von einer Partei mit der Abkürzung AfD habe zu dem Zeitpunkt, als er sich die Nummer sicherte, noch jede Spur gefehlt.

Die AfD trat erstmals im Jahr 2013 in Erscheinung und vor etwa zwei Jahren auch in Florian Diebolds Leben. Aber nicht in der Form wie das der ein oder andere Besucher des Bayreuther Volksfestes glauben mag.

Lesen Sie auch:

Mit dem Gedankengut der Partei habe er nichts am Hut, sagt der 33-Jährige. Aber vor zwei Jahren habe die mediale Aufmerksamkeit für alles, was mit der AfD zu tun habe, wohl irgendwie zugenommen. Seitdem würden ihm bezüglich seiner Nummernschilder immer wieder Fragen gestellt. In mehreren Städten, auf mehreren Volksfesten sei ihm das jetzt schon passiert. Auch als er vom Bayreuther Tagblatt auf seine Schilder angesprochen wird, beginnt Florian Diebold das Gespräch mit den Worten: „Jaja, ich weiß.“

Foto: Magdalena Dziajlo

In einigen Wochen soll mit dem Getuschel auf den Volksfesten Schluss sein. Dann will Florian Diebold die Schilder, die ihn seit nunmehr 15 Jahren durch ganz Deutschland begleiten, austauschen. Dann soll ein für alle mal Schluss sein mit der Diskussionen um seine politische Gesinnung. Zunächst wolle er mit den alten Schildern aber noch die Saison zu Ende bringen. Während er von Volksfest zu Volksfest eile, sei für einen Schilderwechsel einfach keine Zeit.