30.000 Kilometer für medi: Bayreuths Basketball-Fan # 1

Zuletzt aktualisiert am

Als Kind interessierte sich Sibylle Hammon noch nicht für Basketball. Zwar hat sie die Berichte der großen Männer in der Zeitung ab und zu mal überflogen, aber zum Hobby taugte die Korbjagd damals noch nicht. Anstelle von Habegger und Oldham favorisierte die damals noch kleine Sibylle Playmobil und Puppen. Die Weltstars wie Michael Jordan waren der Grundschülerin damals natürlich ein Begriff und auch den ein oder anderen Star von Steiner Bayreuth kannte sie von Autogrammkarten. Doch dass der Bayreuther Basketball mal zu Hammons großer Leidenschaft werden würde, ahnte sie damals noch nicht. Das dauerte noch ein paar Jahre.

Faszination Basketball

Es war 2013, als Hammon durch ihr Patenkind Timo auf den Sport aufmerksam wurde. Timo war selbst in der Jugend für den BBC aktiv und daher auch ein großer medi-Anhänger. Das war Sibylle Grund genug, ihren Patensohn zu den Spielen zu begleiten. Sowohl bei seinen eigenen mit dem BBC, als auch bei den Duellen der Heroes of Tomorrow war sie dabei. 

Sie erinnert sich noch genau an das erste Spiel. Direkt als es los ging, war sie von der Stimmung überwältigt, ab dem ersten Korb infiziert. Bereits nach dem zweiten Heimspiel kaufte sich Sibylle ein T-Shirt mit einem riesengroßen Daumenaufdruck auf der Vorderseite.

Sibylle Hammons erstes medi bayreuth-Shirt. Foto: privat

Bayreuth Bats

Schnell gehörte der Gang in die Oberfrankenhölle zum festen Terminkalender in Sibylle Hammons Leben. Als ihr bei einem Heimspiel vom damaligen Bayreuth Bats-Vorstand Karsten Wollschläger ein Mitgliedsantrag in die Hand gedrückt wurde, füllte sie den selbstverständlich aus. Kurz darauf saß Hammon dann schon im Bus nach Berlin zu ihrer ersten Auswärtsfahrt und wusste, dass es nicht ihre letzte sein würde.

„Ich habe mich sofort wohl gefühlt. Und auf der Reise habe ich direkt Freundschaften geschlossen. Basketball verbindet.“

Dann ging alles ganz schnell. Ein Jahr später wurde sie Vorsitzende des Fanclubs. Denn die Mitglieder merkten, mit wie viel Herzblut Hammon dabei war. Dass sie den Bayreuther Basketball lebt. Seit 2015 hat sie eine Dauerkarte für medi bayreuth und unterstützt die Heroes of Tomorrow bei jedem Heimspiel stimmgewaltig und an der Trommel. Seit Hammon medi-Fan ist, hat sie noch keine Partie in der Oberfrankenhalle verpasst. 

Die Bayreuth Bats für medi bayreuth in Oostende. Foto: Bayreuth Bats.

Für medi auf Tour

Auch auswärts ist Hammon immer dabei. Sie ist eine sogenannte Allesfahrerin. Egal ob Würzburg, Vechta oder Klaipeda: Sibylle steht im Publikum. Bei jeder Partie. Deshalb muss der Bats-Vorstand natürlich auch seinen Dienstplan nach den medi-Spielen richten. Für weite Auswärtsfahrten gehen zwei Tage Urlaub drauf. Wenn man etwas mehr von der Stadt sehen möchte, sogar mehr. Für Hammon ist das kein Problem, ihr Arbeitgeber ist da sehr kulant. Und der kommt ihr bei ihren Trips für medi auch zu gute, denn als Sachbearbeiterin für Reisekosten weiß sie, wie man weite Fahrten zu planen hat. 

Das letzte Auswärtsspiel hat Hammon in der Saison 16/17 verpasst. Eine Grippe zwang sie dazu, die Bundesligapartie bei Bonn vor dem Fernseher, anstatt im Telekom Dome zu verfolgen. Kommt bis zum Ende der Hauptrunde nicht noch ein Ausfall dazu, war sie in dieser Saison 30.000 Kilometer für medi unterwegs. 

Beim Faschingsspiel in der Oberfrankenhalle. Foto: Bayreuth Bats.

Das größte Highlight

Das beste Erlebnis als medi-Fan fand im Januar 2019 allerdings deutlich näher der Heimat statt. In der rund 76 Kilometer von der Oberfrankenhalle entfernten Brose Arena fuhren die Heroes of Tomorrow Anfang Januar den ersten Sieg in Bamberg seit langem ein. Sibylle erinnert sich heute noch gerne an die Buh-Rufe der Brose-Fans beim Schlusspfiff. Denn diese bedeuteten den ersten Bayreuther Derbysieg beim großen Rivalen seit 21 Jahren. Der Jubel bei den Bayreuther Fans kannte keine Grenzen.

„Ich war so nervös. Bin immer wieder aufgestanden und habe mich umgeschaut. Es musste einfach klappen. Als das Spiel dann aus war, war die Freude umso größer!“

Egal ob Bamberg oder Istanbul. Sibylle Hammon kommt viel rum. 30.000 Kilometer binnen eines Jahres sprechen eine deutliche Sprache. Erst wenn die Saison aus ist, hat der Bats-Vorstand auch wieder Zeit für andere Dinge. Zum Beispiel für Urlaub abseits des Basketballs. Doch sobald dann die Spieler im Spätsommer wieder ins Dribbling gehen, wird auch Hammon wieder in erster Reihe stehen und die Heroes of Tomorrow nach vorne treiben. Denn auch wenn es in ihrer Kindheit nicht danach aussah: Basketball ist Hammons Leben. 

Sibylle Hammon. Foto: privat