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Alles Gute zum 80. Geburtstag Rolf Kaul!
Rolf Kaul feiert seinen 80. Geburtstag. Die Bayreuther Fußballlegende prägte die SpVgg über Jahre – und fand nach der Karriere eine neue Bühne: den Grünen Hügel.
Es ist der 17. Februar 1973.
Ein Samstag. Der 1. FC Nürnberg führt gegen die SpVgg Bayreuth im eigenen Stadion in der 87. Minute mit 1:0. Die Nürnberger schienen den knappen Vorsprung über die Zeit retten zu können. Vorstopper Rolf Kaul, der es sich nur ganz selten leisten konnte, mit nach vorne zu stoßen, treibt den Ball vor sich her.
Aus weit über 40 Meter wagt er einen Fernschuss. Der Ball sprang unmittelbar vor Hesselbach auf und schlug hinter ihm ins Netz: 1:1. Die Nürnberger erwachten wie aus einem bösen Traum. Die Bayreuther setzen weiter energisch nach und bekommen einen Freistoß. Manfred Größler schoss und fand tatsächlich in der schlecht postierten Nürnberger Abwehrmauer eine Lücke. Der Ball flog ins Netz. 2:1 für Bayreuth.
Einer der Helden von damals feiert heute seinen 80. Geburtstag.
Rolf Kaul, am 29. September 1946 in Kronach geboren, durfte schon als Schüler in Auswahlmannschaften an internationalen Turnieren in der Schweiz oder in Hamburg teilnehmen. Beim Bezirksligisten FC 08 Kronach feierte er schon mit 18 Jahren als Stammspieler „auf der Außenläuferposition“ den Bezirksmeistertitel. Im Jahr 1969 wechselte er zum Regionalligaaufsteiger nach Bayreuth und konnte gleichzeitig bei der „Cigarettenfabrik Batberg GmbH“ als kaufmännischer Angestellter einen guten Arbeitsplatz finden.
Für die SpVgg Bayreuth hat er zwischen 1969 und 1980 in einem Bayernligajahr und zehn Zweitliga-Spielzeiten 349 Ligaspiele, drei Relegationsspiele und 25 Pokalspiele absolviert.
Nürnbergs Trainer „Tschick“ Tschaikowsky sagte nach dem Spiel, dass ihm die Worte fehlen. Entscheidend für die Niederlage waren für den Jugoslawen aber nicht nur das Tor von Rolf Kaul, sondern dass er den FCN-Stürmerstar Nüssing „komplett abmeldete“. So waren dieses 2:1 in Nürnberg und der 1:0-Pokalsieg über den FC Bayern München, als er Nationalspieler Dieter Hoeneß abmeldete, sicher seine schönsten Erlebnisse, das verlorene Relegationsspiel bei Bayer 05 Uerdingen sein bitterstes.
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Sein Lieblingsgegner war der SV Waldhof Mannheim. Seine Bilanz in 16 Zweitliga-Begegnungen: 11 Siege, drei Unentschieden und nur zwei Niederlagen.
Spieler wie Herbert Horn oder Rolf Kaul, die von der Anzahl der Zweitligaspiele ganz oben zu finden sind und an Zuverlässigkeit nicht zu überbieten waren, standen in ihrer langen Karriere bei der SpVgg immer im Schatten der Torjäger Manfred Größler, Uwe Sommerer und Bobby Breuer. Rolf Kaul zählte während seiner gesamten Bayreuther Zeit als einer der beliebtesten Spieler überhaupt. Die Trainer schätzten seine körperliche Größe, seine Schnelligkeit und konsequente Spielweise.
An der Seite der Bayreuther Liberos gab er nicht den Vorstopper im Stile eines „Katsche“ Schwarzenbeck neben Franz Beckenbauer ab, sondern den „spielerischen“. Wenn sich Lucas, Hannakampf oder Breuer im Angriff einschalteten, wussten sie, dass sie mit Rolf Kaul einen „Ausputzer“ im Rücken hatten, der auch oft genug bei Verletzungen selbst („Libero Kaul dirigierte gegen Darmstadt elegant die gesamte Deckung“) in diese Rolle schlüpfte.
Die Lobeshymnen klingen in der Zusammenfassung vielleicht etwas überhöht. Fest steht jedenfalls, dass er im Kicker und im „Sportkurier“ in der wöchentlichen Wertung so oft in der „Elf der Woche“ stand, dass er als Vorstopper wiederholt in der „Elf des Jahres“ zu finden war. Das hat er schriftlich!
Nach seiner Fußballkarriere hat er sich eine ebenfalls spannend-interessante Freizeitbeschäftigung gesucht.
Statt auf dem grünen Rasen, am Grünen Hügel.
Statt die Sternstunden auf dem grünen Rasen erlebte er nun im Ensemble der Bayreuther Festspiele seine Sternstunden am Grünen Hügel.
Als Statist wirkte er im Festspielhaus in Richard Wagners Opern wie „Rheingold“, „Die Walküre“, „Die Götterdämmerung“, die „Meistersinger“ oder „Tannhäuser“ mit.
Statt mit Manne Größler oder Bobby Breuer spielt er nun auch schon weit über zehn Jahre mit Starsängern wie Klaus Florian Vogt oder Jonas Kaufmann zusammen. Statt auf die Trainer Heinz Elzner, Jenö Vince oder Gerhard Happ schaute er nun auf das Dirigat von Christian Thielemann oder Placido Domingo und befolgt die Anweisungen der Regisseure Frank Castorf oder Katharina Wagner.
Hier wie da wurde Zuverlässigkeit erwartet. Und das ist Rolf Kaul in Person!
Als Libero der Statisten-Fußballmannschaft machte er auch als mit Abstand ältester Kicker den viel jüngeren „Hobby-Fußballern“ (natürlich) noch etwas vor.
Für den Turniersieg gegen Orchester, Festspielchor und Festspieltechnik auch als Fußballrentner immer noch.
Wir gratulieren einer Bayreuther Fußballlegende zum 80. Geburtstag.
FAQ
Wie alt wird Rolf Kaul?
Rolf Kaul feiert seinen 80. Geburtstag.
Wie lange spielte Kaul für die SpVgg Bayreuth?
Von 1969 bis 1980.
Was machte Rolf Kaul nach seiner Fußballkarriere?
Er wirkte als Statist bei den Bayreuther Festspielen mit.











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