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Anlasser defekt – Was nun?

Der Anlasser ist eine der wichtigsten Komponenten der Startanlage und zählt nur selten zur günstigen Elektrikausstattung. Was aber tun, wenn der Anlasser defekt ist und ein Starten nicht mehr möglich ist? Dann haben Autofahrer bei einigen Fahrzeugmodellen trotzdem die Möglichkeit, mit eigenem Kraftaufwand das Auto anzulassen.

Anlasser – die Unterstützung zum Starten

Der Anlasser – auch Starter genannt – ist Teil der Startanlage und unterstützt den Verbrennungsmotor beim Start. Neben dem Anlasser besteht die Startanlage aus einem Schalt- und Steuergerät, der Verkabelung und der Starterbatterie. Damit die Drehzahl zum Selbstlauf des Motors mit einem möglichst kleinen Startermotor erreicht werden kann, wird die höhere Drehzahl des Anlassers durch eine Übersetzung zwischen Motorzahnkranz und Starterritzel an die Drehzahl des Motors angepasst. Der Anlasser selbst besteht aus verschiedenen Baugruppen wie Elektromotor, Einspursystem, Freilauf und Ritzel. In einigen Fällen zählt auch das Vorgelegegetriebe dazu.

Die Funktionsweise ist einfach. Beim Starten des Fahrzeugs wird mithilfe des Einrückrelais das Starterritzel in den Zahnkranz eingespurt. Der Startmotor ist entweder über ein Vorgelegegetriebe oder direkt mit dem Starterritzel gekoppelt, das den Verbrennungsmotor bis zum Selbstlauf über den Motorzahnkranz antreibt. Nach dem Start beschleunigt der Verbrennungsmotor schnell auf hohe Drehzahlen. Es genügen wenige Zündungen, damit die Motordrehzahl größer ist als beim Startvorgang. Um mechanische Schäden durch zu hohe Drehzahlen zu vermeiden, ist das Starterritzel mit einem Freilauf ausgestattet. Dieser Freilauf trennt den Kraftschluss zwischen Anker und Ritzel. Sobald der Zündschlüssel losgelassen wird, fällt das Startrelais ab. Als Folge davon spurt die Ausspurfeder das Ritzel aus dem Zahnkranz.

Start-Stopp-Starter – der Kraftstoffsparer

Einige Hersteller bieten, neben den herkömmlichen Anlassern, auch Start-Stopp-Starter an. Mit diesen Anlassern lassen sich der CO2-Ausstoß und der Kraftstoffverbrauch um bis zu 8 % reduzieren. Das Funktionsprinzip ist einfach: Steht das Fahrzeug still, wird der Verbrennungsmotor abgeschaltet. Sobald das Gaspedal betätigt wird, startet der Motor neu. Auf diese Weise wird der Kraftstoffverbrauch bei einem Stillstand bei Stau oder beim Halt an roten Ampeln reduziert. Mit dem Halt sinken auch die Geräuschemissionen, was vor allem für Stadtbewohner eine enorme Erleichterung sein dürfte.

Anlasser defekt – wenn das Auto nicht anspringen möchte

Zum Starten eines Autos müssen Anlasser und Batterie zusammenarbeiten. Funktioniert eine der beiden Komponenten nicht mehr, ist es nicht mehr möglich, das Fahrzeug zu starten. Ein Defekt macht sich mit eindeutigen Symptomen bemerkbar. Klackert zum Beispiel der Anlasser oder reagiert gar nicht mehr, können Autofahrer davon ausgehen, dass entweder die Batterie oder der Anlasser defekt sind.

In den meisten Fällen zeigt ein Anlasser schon vorher Symptome dafür, dass ein unmittelbarer Defekt bevorsteht. Ein langsameres Drehen oder ungewöhnliche Geräusche wie ein Quietschen sind erste Hinweise auf einen bevorstehenden Defekt des Anlassers. Um unschöne Überraschungen zu erleben, empfiehlt sich bereits jetzt die Fahrt in die Werkstatt. Auch die regelmäßige Prüfung des Anlasser hilft vor Pannen.

Auto starten ohne Anlasser – das geht

Lässt sich das Auto nicht starten, steht die Ursachensuche im Vordergrund. Nicht immer ist ein defekter Anlasser der Grund dafür, dass das Fahrzeug nicht anspringt. Auch eine entladene Autobatterie kann die Ursache sein. In diesem Fall hilft die Starthilfe über ein Starthilfekabel.

Ist ein Defekt des Anlassers das Problem, gibt es immer noch die Möglichkeit, das Auto durch Anschieben zu starten. In der Regel genügen dafür zwei bis vier Personen. Die Vorgehensweise ist einfach: Eine Person setzt sich hinters Steuer, tritt die Kupplung durch, legt den 2. Gang ein und dreht den Zündschlüssel. Nun sollten die anderen Personen das Fahrzeug langsam anschieben. Wer an einem Gefälle steht, kommt unter Umständen auch allein zurecht. In diesem Fall kann das Auto einfach rollen. Sobald das Auto rollt, lässt der Fahrer die Kupplung schnell kommen und gibt sofort Gas. Wenn der Motor angesprungen ist, kann die Fahrt beginnen. Doch Achtung: Auch, wenn das Fahrzeug in Bewegung ist, sollten Autofahrer umgehend die nächste Werkstatt aufsuchen, um den defekten Anlasser auswechseln zu lassen.

Nicht jedes Auto startet ohne Anlasser

Nicht jedes Fahrzeug lässt sich ohne Anlasser starten. Je nach Fahrzeugmodell hilft nur noch der Pannendienst, wenn das Anschieben nicht funktioniert. Der Trick mit dem Anschieben hilft nur, wenn das Auto über ein Schaltgetriebe verfügt, kein Katalysator verbaut ist und das Fahrzeug ein Benziner ist. Bei Fahrzeugen mit Automatikgetriebe muss immer der Pannendienst gerufen werden, da bei dieser Getriebeart nur bei einem laufenden Motor die Verbindung zwischen Motor und Räder hergestellt werden kann. Bei einem Auto mit Katalysator könnte beim Anschieben nicht verbranntes Benzin in den Kat gelangen und massive Schäden verursachen. Ein Dieselfahrzeug kann nur ohne Anlasser starten, wenn die Autobatterie noch genug Kraft hat, um die Glühkerzen aufzuheizen. In allen anderen Fällen hilft nur noch der Pannendienst.