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Asylzahlen in der Region sinken: Kapazitäten werden abgebaut
Oberfranken verzeichnet einen spürbaren Rückgang der Asylbewerberzahlen. Die Gründe: Es kommen weniger Menschen an und immer mehr Asylbewerber verlassen das Land wieder. Auch der Umzug in eigene Wohnungen und die Integration führen dazu, dass immer mehr Asylbewerberheime schließen.
Trendwende: 150 Neuzugänge weniger
Die monatlichen Ankunftszahlen sind stark gesunken. Rund 150 Personen weniger als im Vorjahr kommen als Asylbewerber beziehungsweise Flüchtlinge an. Die Belegung im ANKER-Zentrum Oberfranken in Bamberg bleibt mit etwa 1.263 Bewohnern stabil. Doch der Druck auf die Kommunen lässt nach.
Ein Blick auf die Stadt und den Landkreis Bayreuth verdeutlicht die Entwicklung:
- Bayreuth Stadt: Die Zahl untergebrachter Personen mit ukrainischer Herkunft fiel von 1.460 (2024) auf 527 (2025). Die Asylbewerberzahl sank von 859 auf 748. Ukrainische Geflüchtete erhalten oft Aufenthaltserlaubnisse (§ 24 AufenthG). Sie sind keine klassischen Asylbewerber.
- Bayreuth Landkreis: Hier reduzierte sich die Gesamtzahl von 1.797 auf 1.363.
Der Rückgang ist unter anderem so erklärbar: Drei Jahre nach der Anerkennung fallen Flüchtlinge aus der Erhebung. Sehr viele Menschen aus der Ukraine sind im Frühsommer 2022 angekommen. Sie fallen nun also aus der Statistik.
Belastung bleibt: Herausforderung Migration
Die Zahlen spiegeln nicht die gesamte Migrationsbewegung wider. Trotz des Rückgangs bleibt die Belastung bestehen, heißt es von Seiten der Regierung von Obrefranken. „Insgesamt stehen wir mit den Landratsämtern und Kreisfreien Städten in Oberfranken in enger Abstimmung. Auch bei den dortigen dezentralen Unterkünften, die in deren Zuständigkeit liegen, werden fortlaufend Plätze abgebaut. Grundsätzlich sind wir oberfrankenweit weiterhin auf einem hohen Belegungsstand, sodass die Behörden auf allen Ebenen weiter gefordert sind,“ heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme gegenüber dem Bayreuther Tagblatt.
Kapazitätsabbau: Unterkünfte vor der Schließung
Der rückläufige Zustrom hat direkte Folgen: Kapazitäten werden abgebaut.
- In Arzberg wurden 70 Plätze geschlossen.
- In Kulmbach sind es 36 Plätze.
- Bad Berneck steht vor dem Aus: Der Vertrag für 59 Plätze endet Mitte 2026.
Die Verwaltung handelt dabei sozialverträglich. Die Bewohner sollen in Bayreuther Gemeinschafts- oder dezentrale Unterkünfte umziehen. Die Belegungsstände in Oberfranken bleiben zwar hoch. Doch die enge Abstimmung mit den Landratsämtern ermöglicht einen fortlaufenden, koordinierten Platzabbau.
ZAB meldet Erfolge
Die Zentrale Ausländerbehörde (ZAB) Oberfranken meldet hohe Ausreise- und Rückführungszahlen. Bis Ende November 2025 wurden:
- 334 Rückführungen durchgeführt.
- 1.335 freiwillige Ausreisen registriert.
- 63 private Wohnsitznahmen aus Unterkünften ermöglicht.
Bayerns Innenminister Joachim Herrmann bestätigt den Erfolg. Bayernweit gab es nach zehn Monaten 2025 mehr Rückführungen (3.109) als im gesamten Vorjahr.











Mister Monopoly in der Opernstraße in Bayreuth ©Katharina Müller-Sanke
Unfall auf der A73 ©News5/Ferdinand Merzbach