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Nach Insolvenz: TMT übernimmt Communicall – Arbeitsplätze bleiben erhalten
Für die insolvente communicall GmbH gibt es eine Lösung: Ein Bayreuther Unternehmen übernimmt den Dienstleister und sichert alle rund 40 Arbeitsplätze.
Update vom 1. April 2026: Investor gefunden
Für die insolvente communicall GmbH gibt es eine Lösung: Die Bayreuther TMT Service GmbH & Co. KG übernimmt das Unternehmen zum 1. April 2026. Nach Angaben des Insolvenzverwalters werden alle rund 40 Mitarbeitenden sowie sämtliche laufenden Aufträge übernommen.
Das Amtsgericht Bayreuth hat das Insolvenzverfahren am 1. April offiziell eröffnet und Rechtsanwalt Peter Roeger (PLUTA) zum Insolvenzverwalter bestellt. Der Geschäftsbetrieb war bereits in den vergangenen Wochen ohne Einschränkungen weitergelaufen.
„Sehr gutes Ergebnis erzielt“
Insolvenzverwalter Peter Roeger sagt: „Die Mitarbeiter haben sämtliche Aufträge weiter erfüllt und alle Kunden mit großem Engagement betreut. Die Kunden unterstützten die Fortführung. In einem zweiten Schritt konnten wir daher die Gespräche mit Investoren aufnehmen, um eine langfristige Lösung für das Unternehmen zu finden. Mit dem Investor TMT Service haben wir einen Kaufvertrag abgeschlossen und damit ein sehr gutes Ergebnis für alle Beteiligten erzielt.“
Mit der Übernahme ist die Zukunft des Bayreuther Dienstleisters vorerst gesichert. communicall unterstützt Unternehmen im B2B-Bereich unter anderem bei Vertriebs- und Telefonleistungen.
Artikel vom 22. Januar 2026: 40 Arbeitsplätze betroffen – Gehälter zunächst gesichert
Von der Insolvenz betroffen sind rund 40 Mitarbeitende, der Großteil arbeitet im Homeoffice. Nach aktuellem Stand sind die Gehaltszahlungen zunächst abgesichert. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Peter Roeger (Pluta) bestellt. Der Geschäftsbetrieb läuft weiter, eine sofortige Einstellung der Arbeit ist nicht erfolgt.
Ziel der vorläufigen Insolvenzverwaltung ist es, die wirtschaftliche Lage zu stabilisieren und Möglichkeiten für eine Sanierung auszuloten.
Auftragsrückgänge belasten das Geschäftsmodell
Grund für den Antrag sind Liquiditätsschwierigkeiten. Der vorläufige Insolvenzverwalter Peter Roeger verschafft sich derzeit gemeinsam mit Rechtsanwältin Jacqueline Tilberis einen umfassenden Überblick über die wirtschaftliche Situation und prüft die Handlungsoptionen. Parallel dazu werden Gespräche mit Kunden und Geschäftspartnern geführt, um die Voraussetzungen für eine Fortführung zu schaffen.
Geschäftsbetrieb läuft weiter
„Im ersten Schritt arbeiten wir daran, den laufenden Geschäftsbetrieb zu sichern. Im zweiten Schritt werden wir alle Möglichkeiten prüfen, um eine zukunftsfähige Lösung zu finden. Hierfür werden wir auch mit Investoren sprechen“, erklärt PLUTA-Sanierungsexperte Peter Roeger. Er erläutert weiter: „Das Unternehmen verfügt über erfahrene Mitarbeiter sowie bestehende Kundenbeziehungen. Diese Voraussetzungen bieten Chancen für die Sanierung.“
Auch die Geschäftsführung blickt zuversichtlich nach vorn. Peter Eichmüller erklärt:
„Für unsere Auftraggeber bleiben wir verlässlich erreichbar. Unser Ziel ist es, den Betrieb dauerhaft zu erhalten. Wir werden gemeinsam mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter zusammenarbeiten und hoffen, dass eine Lösung möglich ist.“
Industriekrise trifft Dienstleister mit Verzögerung
Die communicall GmbH arbeitet überwiegend für Industrieunternehmen. Gerade dort ist die wirtschaftliche Lage seit Monaten angespannt. Investitionszurückhaltung, Auftragsstornierungen und Kostensenkungsprogramme wirken sich zeitverzögert auch auf Dienstleister aus.
Was macht communicall? Vertriebsunterstützung statt klassisches Callcenter
communicall ist kein klassisches Massen-Callcenter. Das Unternehmen ist auf qualitative Vertriebsunterstützung spezialisiert. Die Mitarbeiter übernehmen unter anderem:
- Terminvereinbarungen für Außendienstmannschaften
- Nachfassaktionen zu Angeboten
- Einladung von Kunden zu Veranstaltungen
- Unterstützung bei Leadgenerierung im B2B-Bereich
Das Geschäftsmodell ist stark projektbezogen – und damit besonders anfällig für kurzfristige Kürzungen bei Auftraggebern.
Bayreuth spürt die wirtschaftliche Abkühlung
Die Insolvenz von communicall ist kein Einzelfall, sondern reiht sich ein in eine wachsende Zahl wirtschaftlicher Schwierigkeiten auch abseits des produzierenden Gewerbes. Erst kürzlich ist die Insolvenz der Spielwarenkette ROFU bekannt geworden. Für die Beschäftigten und den Standort bleibt vorerst die Hoffnung, dass das laufende Verfahren die Grundlage für eine tragfähige Lösung schafft.












Der Große Saal im Friedrichsforum im Mai 2025. © Dirk Ellmer
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