Zuletzt aktualisiert am
Callcenter-Dienstleister communicall aus Bayreuth insolvent
Die communicall GmbH, ein auf Vertriebsunterstützung spezialisiertes Callcenter-Unternehmen mit Sitz in der Weiherstraße in Bayreuth, hat Insolvenz angemeldet. Das Amtsgericht Bayreuth ordnete am 22. Januar 2026 die vorläufige Insolvenzverwaltung an.
40 Arbeitsplätze betroffen – Gehälter zunächst gesichert
Von der Insolvenz betroffen sind rund 40 Mitarbeitende, der Großteil arbeitet im Homeoffice. Nach aktuellem Stand sind die Gehaltszahlungen zunächst abgesichert. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Peter Roeger (Pluta) bestellt. Der Geschäftsbetrieb läuft weiter, eine sofortige Einstellung der Arbeit ist nicht erfolgt.
Ziel der vorläufigen Insolvenzverwaltung ist es, die wirtschaftliche Lage zu stabilisieren und Möglichkeiten für eine Sanierung auszuloten.
Auftragsrückgänge belasten das Geschäftsmodell
Grund für den Antrag sind Liquiditätsschwierigkeiten. Der vorläufige Insolvenzverwalter Peter Roeger verschafft sich derzeit gemeinsam mit Rechtsanwältin Jacqueline Tilberis einen umfassenden Überblick über die wirtschaftliche Situation und prüft die Handlungsoptionen. Parallel dazu werden Gespräche mit Kunden und Geschäftspartnern geführt, um die Voraussetzungen für eine Fortführung zu schaffen.
Geschäftsbetrieb läuft weiter
„Im ersten Schritt arbeiten wir daran, den laufenden Geschäftsbetrieb zu sichern. Im zweiten Schritt werden wir alle Möglichkeiten prüfen, um eine zukunftsfähige Lösung zu finden. Hierfür werden wir auch mit Investoren sprechen“, erklärt PLUTA-Sanierungsexperte Peter Roeger. Er erläutert weiter: „Das Unternehmen verfügt über erfahrene Mitarbeiter sowie bestehende Kundenbeziehungen. Diese Voraussetzungen bieten Chancen für die Sanierung.“
Auch die Geschäftsführung blickt zuversichtlich nach vorn. Peter Eichmüller erklärt:
„Für unsere Auftraggeber bleiben wir verlässlich erreichbar. Unser Ziel ist es, den Betrieb dauerhaft zu erhalten. Wir werden gemeinsam mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter zusammenarbeiten und hoffen, dass eine Lösung möglich ist.“
Industriekrise trifft Dienstleister mit Verzögerung
Die communicall GmbH arbeitet überwiegend für Industrieunternehmen. Gerade dort ist die wirtschaftliche Lage seit Monaten angespannt. Investitionszurückhaltung, Auftragsstornierungen und Kostensenkungsprogramme wirken sich zeitverzögert auch auf Dienstleister aus.
Was macht communicall? Vertriebsunterstützung statt klassisches Callcenter
communicall ist kein klassisches Massen-Callcenter. Das Unternehmen ist auf qualitative Vertriebsunterstützung spezialisiert. Die Mitarbeiter übernehmen unter anderem:
- Terminvereinbarungen für Außendienstmannschaften
- Nachfassaktionen zu Angeboten
- Einladung von Kunden zu Veranstaltungen
- Unterstützung bei Leadgenerierung im B2B-Bereich
Das Geschäftsmodell ist stark projektbezogen – und damit besonders anfällig für kurzfristige Kürzungen bei Auftraggebern.
Bayreuth spürt die wirtschaftliche Abkühlung
Die Insolvenz von communicall ist kein Einzelfall, sondern reiht sich ein in eine wachsende Zahl wirtschaftlicher Schwierigkeiten auch abseits des produzierenden Gewerbes. Erst kürzlich ist die Insolvenz der Spielwarenkette ROFU bekannt geworden. Für die Beschäftigten und den Standort bleibt vorerst die Hoffnung, dass das laufende Verfahren die Grundlage für eine tragfähige Lösung schafft.











Rofu Kinderland in Bayreuth ©bt-Redaktion
Der Einsatz in der Ludwigstraße in Wunsiedel: Bei einem Großeinsatz fanden Einsatzkräfte einen bewusstlosen Mann, der schwer verletzt in dem Wohngebäude lag. © NEWS5 | Stephan Fricke