Zuletzt aktualisiert am
Britischer Chor bringt Brahms Requiem ins Friedrichsforum
Am Samstag, 31. Oktober 2026 erwartet das Friedrichsforum eine kleine Feuertaufe. Rund 135 Sängerinnen und Sänger bringen eines der ersten großen Chorkonzerte in der noch jungen Geschichte des Friedrichsforums auf die Bühne. Das Friedrichsforum ist nach wie vor im Probebetrieb. Es ist erst im April 2026 mit einer ersten Veranstaltung im Probebetrieb an den Start ging.
Rund 135 Sängerinnen und Sänger aus Großbritannien und weiteren europäischen Ländern bringen gemeinsam mit der Vogtland Philharmonie Greiz/Reichenbach Johannes Brahms‘ „Ein deutsches Requiem“ zur Aufführung. Am Pult steht der britische Dirigent Jeremy Jackman, der zehn Jahre lang als Countertenor zu den King’s Singers gehörte. Als Solistin und Solist wirken die Sopranistin Maryna Zubko und der Bariton Martin Berner mit. Tickets für 25 bis 35 Euro gibt es im Vorverkauf über das Friedrichsforum.
Wer ist der RBS Europa Choir?
Hinter dem RBS Europa Choir steckt keine feste Chorformation, sondern ein Projektchor der britischen Organisation Run By Singers (RBS). Sie veranstaltet europaweit sogenannte „Singing Holidays“: Erfahrene Amateursängerinnen und -sänger reisen für einige Tage gemeinsam an einen Ort, proben dort intensiv unter professioneller Leitung und geben am Ende einen Konzertabend. Auf der eigenen Projektseite kündigt Run By Singers die Bayreuther Aufführung des „Deutschen Requiems“ bereits als Teil der Eröffnungssaison des neuen Konzerthauses an.
Für Bayreuth reisen die Chormitglieder gemeinsam an, um vor Ort zu proben und die Stadt kennenzulernen. Reise und Aufenthalt organisiert die Dresdner Agentur AugustusTours, die auf Chorreisen spezialisiert ist.
Jeremy Jackman: Vom King’s-Singers-Countertenor zum gefragten Chordirigenten
Musikalischer Kopf des Abends ist Jeremy Jackman. Seine Laufbahn begann als Chorknabe an der St Paul’s Cathedral in London, bevor er am Royal College of Music und an der Hull University studierte. Von 1980 bis 1990 sang er als Countertenor bei den King’s Singers und stand in dieser Zeit auf den größten Konzertbühnen der Welt, wie aus seiner Biografie hervorgeht.
Danach wechselte Jackman ins Dirigentenfach. Er war Chorleiter des Belfast Philharmonic Choir und des renommierten London Philharmonic Choir, bevor er zwei Jahrzehnte lang den English Baroque Choir leitete. Heute ist er als freischaffender Dirigent und Workshopleiter international gefragt und hat unter anderem in der Royal Albert Hall, der Royal Festival Hall und im Markusdom in Venedig dirigiert, wie seine eigene Künstlerseite dokumentiert.
Die Solistinnen und Solisten des Abends
Maryna Zubko: deutsch-ukrainischer Koloratursopran
Die junge Sopranistin Maryna Zubko schloss ihr Operngesangsstudium an der Nationalen Musikakademie der Ukraine mit Auszeichnung ab und absolvierte anschließend ihr Konzertexamen an der Musikhochschule Frankfurt am Main. Sie sang bereits an Häusern wie dem Theater Ulm und dem Staatstheater Darmstadt und gewann mehrere internationale Gesangswettbewerbe, wie aus ihrer Künstlerbiografie hervorgeht.
Martin Berner: Bariton mit Schwerpunkt Verdi und großen Oratorien
Der Bariton Martin Berner erhielt seine erste musikalische Ausbildung im Hamburger Knabenchor und studierte danach in Hamburg und Mannheim. Er war an Häusern wie dem Staatstheater Nürnberg und der Hamburgischen Staatsoper engagiert und hat Brahms‘ „Ein deutsches Requiem“ bereits mehrfach konzertant sowie auf Tonträger eingesungen, unter anderem mit der Aachener Sinfonieorchester, wie Operabase berichtet.
Die Vogtland Philharmonie: Orchester aus Sachsen und Thüringen
Die Vogtland Philharmonie Greiz/Reichenbach entstand 1992 aus dem Zusammenschluss zweier Orchester und verbindet seitdem die Kulturregionen Sachsen und Thüringen. Mit rund 140 Konzerten pro Jahr zählt sie zu den aktivsten Orchestern der Region und war in den vergangenen Jahren bereits in Ländern wie Frankreich, Spanien und den USA zu Gast, wie aus Angaben des Orchesters hervorgeht. Brahms‘ Requiem steht auch sonst regelmäßig auf dem Programm der Philharmoniker: Bereits für den 22. November 2026 ist eine weitere Aufführung des Werks in Auerbach im Vogtland angekündigt.
Warum „Ein deutsches Requiem“ bis heute berührt
Brahms‘ „Ein deutsches Requiem“ zählt zu den bedeutendsten Chorwerken der Musikgeschichte. Anders als die lateinische Totenmesse, die um das Seelenheil der Verstorbenen fleht, wählte Brahms deutsche Bibeltexte, die gezielt den Trost der Hinterbliebenen in den Mittelpunkt stellen. Der äußere Anlass für die Komposition war vermutlich der Tod seiner Mutter 1865, während erste Entwürfe wohl schon auf die Trauer um seinen Freund und Mentor Robert Schumann zurückgehen. Die eigentliche Uraufführung fand 1868 im Bremer Dom statt, wo Brahms selbst einen Chor von rund 200 Sängerinnen und Sängern dirigierte.
Ein noch junges Konzerthaus als Bühne
Für Bayreuth ist das Konzert auch deshalb bemerkenswert, weil das Friedrichsforum selbst noch mitten im Aufbau steckt. Die frühere Stadthalle war 2016 wegen Baumängeln geschlossen worden und ging erst im April 2026 mit einer ersten Veranstaltung im Probebetrieb an den Start, nachdem sich die Eröffnung über Jahre verzögert hatte. Seither hat sich der Spielbetrieb schrittweise erweitert: Im Juli 2026 nahmen auch die öffentlichen Führungen durch das Haus wieder Fahrt auf. Dass nun ein internationales Chorprojekt mit 135 Sängerinnen und Sängern den Großen Saal bespielt, zeigt, wie sehr sich das Friedrichsforum inzwischen als überregional attraktiver Konzertort etabliert hat.
Häufige Fragen
Wann und wo findet das Konzert statt?
Das Konzert findet am Samstag, 31. Oktober 2026, um 19:30 Uhr im Friedrichsforum Bayreuth, Friedrichstraße 19, statt.
Was kosten die Tickets?
Die Tickets kosten zwischen 25 und 35 Euro und sind im Vorverkauf über das Friedrichsforum erhältlich.
Wer ist der RBS Europa Choir?
Der RBS Europa Choir ist ein internationaler Projektchor der britischen Organisation Run By Singers, der sich aus erfahrenen Amateursängerinnen und -sängern aus Großbritannien und anderen europäischen Ländern zusammensetzt und für einzelne Konzertprojekte eigens zusammenkommt.
Wer dirigiert das Konzert?
Die musikalische Leitung übernimmt der britische Dirigent Jeremy Jackman, ehemaliges Mitglied der King’s Singers und früherer Chorleiter des Belfast Philharmonic Choir sowie des London Philharmonic Choir.
Welches Werk wird aufgeführt?
Aufgeführt wird Johannes Brahms‘ „Ein deutsches Requiem“ op. 45, eines der bedeutendsten Chorwerke der Musikgeschichte, das den Trost der Lebenden statt die Trauer um die Toten in den Mittelpunkt stellt.












Unfall mit Radlader in Neustadt bei Coburg ©Polizei Coburg
Symbolbild © stock.adobe | Irina Schmidt