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Cleff III. nach 30 Jahren wieder in Bayreuth – ein persönliches Festspieljubiläum
Vor 30 Jahren stellte Cleff III. erstmals während der Bayreuther Festspiele aus – heute kehrt der gefeierte Porträtist zurück an den Ort, an dem alles begann. Wie er einst Wolfgang Wagner für sich gewann und warum seine Bilder weit mehr erzählen als nur Gesichter, lesen Sie hier.
Cleff der Dritte (Cleff III.) hat eine lange Geschichte mit Bayreuth. Der Künstler hatte vor 30 Jahren eine bedeutende Ausstellung mit seinen Werken im Steigenberger direkt neben dem Festspielhaus.
Ein bedeutender Besuch zur Festspielzeit
Für Cleff III. aus Bamberg ist Bayreuth und sind die Festspiele ein besonderer Ort. Vor genau 30 Jahren, während der Bayreuther Festspiele 1995, stellte der renommierte Maler erstmals in der Wagnerstadt aus. Der Ausstellungsort damals: das Steigenberger, direkt neben dem Festspielhaus. Cleff präsentierte dort unter anderem ein eindrucksvolles Porträt von Siegfried, das durch seine Nähe zum Mythos der Festspiele Aufmerksamkeit erregte.
Der Mann, der auf Menschen zugeht
Cleff III. ist mehr als nur Künstler. „Ich bin Künstler, Pressesprecher, Organisator – alles in einem“, sagt er lachend und bittet charmant darum, dass wir mit seinem Handy ein Foto von ihm schießen. Seine Offenheit ist Programm – und Teil seines Erfolgs. Schon bei seiner ersten Ausstellung vor 30 Jahren ging er zielstrebig auf Wolfgang Wagner zu und dankte ihm für die Möglichkeit, im Umfeld der Festspiele ausstellen zu dürfen. Obwohl Wagner selbst nicht involviert war, soll Cleffs höflicher Charme – er bezeichnete Wagner als „Chef des Hauses“ – das Herz des Festspielleiters erwärmt haben. Das Ergebnis: Wagner ließ sich später selbst von Cleff porträtieren.
Es ist in der Bildergalerie auf Cleffs Webseite zu finden.
Dass Katharina Wagner ihn in diesem Jahr persönlich eingeladen hat, bedeutet Cleff III. viel. Auch auf den Staatsempfang am Freitag freut er sich. Ob er auf der Suche ist nach neuen Modellen? „Nein“, sagt er. „Ich dränge mich nie auf. Ich rede kurz mit den Menschen und dann bin ich wieder weg, bevor jemand genervt sein kann. Es gibt nichts Schlimmeres, als wenn sich Leute schon verstecken, wenn man kommt. Viele Menschen sind einfach zu aufdringlich“, findet er. Scheu hat der 76-jährige Cleff dagegen keine. Er geht auf die Leute zu und ist dank der außergewöhnlichen Frisur mit Halbglatze und Pferdeschwänzchen stets leicht wiederzuerkennen. „Das ist mir wichtig. Die Leute sollen mich erkennen und auch meine Kunst erkennen. Man muss sich abheben als Künstler“.
Künstlerische Wurzeln: Die Familie Cleff
Michael Cleff, geboren am 23. November 1947 in Bamberg, stammt aus einer Künstlerdynastie. Sein Großvater, Professor Erich Cleff der Ältere, war ein angesehener Bildhauer und Medailleur. Sein Vater, Erich Cleff der Jüngere, ebenfalls Maler und Bildhauer, prägte ihn künstlerisch stark. Seit 1980 ist er als freischaffender Künstler tätig. Dass er sich Cleff der Dritte nennt, lässt sich mit seinen Vater und seinem Großvater zurückführen. Der Ältere und der Jüngere waren besetzt – der Jüngste mutete eigentümlich an. Also war klar: Es muss III – der Dritte sein.
Der Porträtist der Mächtigen und Berühmten
Cleff III. wurde vor allem durch seine expressiven Porträts international bekannt. Seine Werke zeigen Persönlichkeiten wie Otto von Habsburg, Hans-Dietrich Genscher, Edmund Stoiber, Götz George und Boris Becker – und eben auch Wolfgang Wagner. Seine künstlerische Handschrift ist unverkennbar: Er kombiniert expressive Farbführung mit realistischen und gestischen Elementen. Liniennetze und tropfende Farbschlieren verleihen jedem Porträt eine unverwechselbare Tiefe. „Das Auge soll gestört werden. Man kann nicht einfach über das Bild hinwegblicken, sondern man bleibt hängen“, betont er.
International gefragt – und in Bayreuth präsent
Cleffs Werke sind heute Teil internationaler Sammlungen, ausgestellt in München, Berlin, Stuttgart, Europa und den USA. Und doch bleibt Bayreuth für ihn ein besonderer Ort. Seine Rückkehr in die Wagnerstadt ist ein Stück gelebte Kunstgeschichte.














Zwei aufmerksame Zeugen (links im Bild) riefen die Polizei. © bt-Redaktion