Zuletzt aktualisiert am

Cybermobbing

Cybermobbing hautnah: Wie drei Freundinnen aus Bayreuth die dunkle Seite der sozialen Medien beleuchten

Soziale Medien sind für die heutige Jugend ein zentraler Bestandteil des Lebens – doch diese Vernetzung birgt auch Schattenseiten. Die Bayreuther Schülerinnen Maja, Leni und Johanna haben sich entschieden, mit einem bewegenden Videoprojekt Licht auf eine dieser Schattenseiten zu werfen: Cybermobbing. Ihr Ziel ist klar: aufklären und ein Zeichen gegen digitale Gewalt setzen.

„Wie Social Media unsere Generation prägt“ – zu diesem Thema sollten Maja, Leni und Johanna ein Projekt in der Schule abgeben. Und da wussten die drei Freundinnen schnell: Wir machen ein Video zu Cybermobbing. „Cybermobbing ist ein großes Thema und die Rolle, die soziale Medien in unserem Leben spielt, wird immer größer“, erzählt Johanna. „Jeder war schon mal betroffen davon“, ergänzt Leni. Mit dem Video wollen sie auf die reale Gefahr aufmerksam machen und lassen die Zuschauer emotional ganz dicht ran.

Berührendes Videoprojekt

In dem Video steht ein junges Mädchen in ihrem Zuhause im Bayreuther Y-Haus im Mittelpunkt. Durch den Einsatz von Bildern und Musik wird eine bedrückende Atmosphäre geschaffen. Eigentlich sollte die Jugendliche ihre Jugend unbeschwert genießen können. Doch unaufhörliche Nachrichten und Kommentare überschatten ihr Leben. Berührend und erschütternd deutlich taucht der Zuschauer in die Gefühlswelt der Protagonistin ein, und das ganz ohne gesprochene Worte.

Um die Brisanz dieses Problems zu verstehen, ist es wichtig, zunächst zu definieren, was genau unter Cybermobbing fällt.

Schon gelesen? Hier haben wir schon mal über eine andere Art der Gewalt geschrieben, die oft unterschätzt wird: Catcalling

Was ist Cybermobbing?

Um die Brisanz dieses Problems zu verstehen, ist es wichtig, zunächst zu definieren, was genau unter Cybermobbing fällt: das bewusste Beleidigen, Bedrohen, Bloßstellen oder Belästigen über digitale Medien wie WhatsApp, Instagram, TikTok oder Online-Foren. Anders als beim klassischen Mobbing ist Cybermobbing eine ständige Bedrohung – Opfer finden auch in den eigenen vier Wänden kaum noch Schutz.

Eine besonders fiese Art des Mobbens

Manchmal geht es um das Aussehen, manchmal ums Gewicht und manchmal werden Leute verarscht, weil ein Lehrer sich vielleicht abfällig geäußert hat. Ohne das Internet wäre das auch blöd, aber dann ist es später eben vorbei, sind sich die drei einig. Das fiese am Cybermobbing sei, dass es einen einfach immer verfolgt. „Auch wenn man nicht immer alles mitbekommt, es wird online immer gemobbt“, sagt Maja und erklärt, dass die Ungewissheit, wer wo über einen lästert und wann man die Gemeinheiten entdeckt, eine ständige Belastung sind.

Die Folgen von Cybermobbing

Cybermobbing kann schwerwiegende psychische Auswirkungen haben, da sind sich Experten einig. Betroffene leiden häufig unter:

  • Angstzuständen

  • Depressionen

  • Schlafstörungen

  • Selbstzweifeln und sozialem Rückzug

Im schlimmsten Fall kann Cybermobbing sogar zu suizidalen Gedanken führen, so wie es auch im Video der Bayreuther Jugendlichen dargestellt ist. Laut einer Studie der Techniker Krankenkasse aus dem Jahr 2022 berichten 25 Prozent der betroffenen Jugendlichen von Suizidgedanken.

Warum ist Cybermobbing so gefährlich?

Beleidigende Inhalte oder peinliche Fotos können sich in Windeseile verbreiten und lassen sich kaum vollständig löschen. Dies verstärkt den Leidensdruck der Opfer immens. Hinzu kommt die Anonymität im Netz, die die Hemmschwelle für Täter deutlich senkt. Offensichtlich fällt es auch Mitschülern leichter, andere online zu beleidigen, ohne sich direkt gegenüberstehen zu müssen.

Gemeinsam gegen Mobbing: 

Das Video, das die drei Bayreuther Schülerinnen von der R2 gedreht haben, könnt Ihr hier anschauen: