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Bayreuther Persönlichkeiten

Der Mann mit der Baskenmütze – Ferd Röntgen lebte in seiner Hundinghütte

von Stephan Müller

Der Name Röntgen steht nicht nur für Physik, sondern auch für Kunst: Ferd Röntgen, Urgroßneffe des Nobelpreisträgers, prägte über Jahrzehnte die Bayreuther Kunstszene nachhaltig.

Der Mann mit der Baskenmütze: Ferd Röntgen. Foto: Kunstmuseum Bayreuth.
Der Mann mit der Baskenmütze: Ferd Röntgen. Foto: Kunstmuseum Bayreuth.
Ferd Röntgen war in Bayreuth nicht nur als Maler bekannt, sondern auch wegen seiner außergewöhnlichen Behausung. Am Festspielhügel wohnte er in einer Barracke, die „Hundingshütte“ genannt wurde. Foto: Kunstmuseum Bayeuth.
Ferd Röntgen war in Bayreuth nicht nur als Maler bekannt, sondern auch wegen seiner außergewöhnlichen Behausung. Am Festspielhügel wohnte er in einer Barracke, die „Hundingshütte“ genannt wurde. Foto: Kunstmuseum Bayeuth.
Ferd Röntgens Aquarell „Verklingender Tag“ (um 1960). Foto: Kunstmuseum Bayeuth.
Ferd Röntgens Aquarell „Verklingender Tag“ (um 1960). Foto: Kunstmuseum Bayeuth.
Weitere Werke von Gerd Röntgen ©Kunstmuseum Bayreuth
Weiter Werke Fred Röntgens ©Kunstmuseum Bayreuth
Die Zeichnung von Friedrich Böhme zeigt die Gründung der Freie Gruppe Bayreuth im Jahr 1951 mit Ferdinand Röntgen dem Zeichner Friedrich Böhme, Sawo Popowitsch Iwanow, Rudolf Jakubek (von links). Foto: Kunstmuseum Bayeuth.
Die Zeichnung von Friedrich Böhme zeigt die Gründung der Freie Gruppe Bayreuth im Jahr 1951 mit Ferdinand Röntgen dem Zeichner Friedrich Böhme, Sawo Popowitsch Iwanow, Rudolf Jakubek (von links). Foto: Kunstmuseum Bayeuth.
Ferd Röntgens Aquarell aus dem Jahr 1953: „Fabrik am Abend“. Foto: Kunstmuseum Bayeuth.
Ferd Röntgens Aquarell aus dem Jahr 1953: „Fabrik am Abend“. Foto: Kunstmuseum Bayeuth.
Weitere Werke von Gerd Röntgen ©Kunstmuseum Bayreuth
Weiter Werke Fred Röntgens ©Kunstmuseum Bayreuth

Ein weltberühmter Name

Der Nachname „Röntgen“ ist weltberühmt. Der Physiker Wilhelm Conrad Röntgen war es, der 8. November 1895 in Würzburg die nach ihm benannten unsichtbaren Strahlen entdeckte und gleich an seiner Ehefrau Bertha ausprobierte. Auch in der Kunstwelt und hier vor allem in Bayreuth ist der Name „Röntgen“ ein Begriff. Der Künstler und Bühnenbildner Ferdinand „Ferd“ Röntgen, der am 27. Januar 1976, also vor 60 Jahren im Alter von 79 Jahren in Bayreuth starb, war der Urgroßneffe des Nobelpreisträgers.

Künstlerischer Werdegang und Verfolgung

Ferd Röntgen ist am 30. Dezember 1896 in Wuppertal-Barmen geboren und hatte ab 1924 als freischaffender Künstler großen Erfolg. Im ersten Weltkrieg diente er als „Luftschiffer“ in Höhen bis zu 1.000 Meter, was nach seinen eigenen Worten großen Einfluss auf sein künstlerisches Schaffen hatte. Nach der Machtergreifung der der Nationalsozialisten konnte er noch bis 1937 ausstellen, bis er als „entartet“ eingestuft wurde und seine Arbeiten aus Museen beschlagnahmt und vernichtet wurden. Er fand eine neue Tätigkeit als Bühnenbildner und kam so 1943 erstmals nach Bayreuth, wo er sich nach dem zweiten Weltkrieg endgültig niederließ.

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Die Hundinghütte und die Freie Gruppe Bayreuth

Als Unterkunft zimmerte sich der Mann mit der Baskenmütze neben dem Festspielhaus eine Baracke, die er „Hundinghütte“ nannte. Dieser Behelfsbau wurde zum Treffpunkt der Bayreuther Künstler und zur Keimzelle der Freien Gruppe Bayreuth, die sich aus vom Krieg nach Bayreuth versprengten (und verfemten) Künstlern bildete und ab 1951 jährlich Ausstellungen regionaler Kunst organisierte.

Eine prägende Künstlergemeinschaft

Der Gruppe gehörten neben Ferd Röntgen bekannt Künstler wie Arthur Seedorf, Sawo Popowitsch Iwanow, Rudolf Jakubek, Friedrich Böhme, Hanna Barth und vor allem Caspar Walter Rauh an. Die „Freie Gruppe“, der in den letzten Tagen auch Fritz Föttinger oder Peter Coler angehörten, gestaltete über drei Jahrzehnte die Bayreuther Kunstszene. Die „Gruppe“ ging am 22. Juli 1981 im neu gegründeten Kunstverein auf. Die Arbeiten der „Freien Gruppe“ sind aber immer wieder Thema in den Ausstellungen des Kunstmuseum Bayreuth.