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Der Mann mit der Baskenmütze – Ferd Röntgen lebte in seiner Hundinghütte
Der Name Röntgen steht nicht nur für Physik, sondern auch für Kunst: Ferd Röntgen, Urgroßneffe des Nobelpreisträgers, prägte über Jahrzehnte die Bayreuther Kunstszene nachhaltig.
Ein weltberühmter Name
Der Nachname „Röntgen“ ist weltberühmt. Der Physiker Wilhelm Conrad Röntgen war es, der 8. November 1895 in Würzburg die nach ihm benannten unsichtbaren Strahlen entdeckte und gleich an seiner Ehefrau Bertha ausprobierte. Auch in der Kunstwelt und hier vor allem in Bayreuth ist der Name „Röntgen“ ein Begriff. Der Künstler und Bühnenbildner Ferdinand „Ferd“ Röntgen, der am 27. Januar 1976, also vor 60 Jahren im Alter von 79 Jahren in Bayreuth starb, war der Urgroßneffe des Nobelpreisträgers.
Künstlerischer Werdegang und Verfolgung
Ferd Röntgen ist am 30. Dezember 1896 in Wuppertal-Barmen geboren und hatte ab 1924 als freischaffender Künstler großen Erfolg. Im ersten Weltkrieg diente er als „Luftschiffer“ in Höhen bis zu 1.000 Meter, was nach seinen eigenen Worten großen Einfluss auf sein künstlerisches Schaffen hatte. Nach der Machtergreifung der der Nationalsozialisten konnte er noch bis 1937 ausstellen, bis er als „entartet“ eingestuft wurde und seine Arbeiten aus Museen beschlagnahmt und vernichtet wurden. Er fand eine neue Tätigkeit als Bühnenbildner und kam so 1943 erstmals nach Bayreuth, wo er sich nach dem zweiten Weltkrieg endgültig niederließ.
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Die Hundinghütte und die Freie Gruppe Bayreuth
Als Unterkunft zimmerte sich der Mann mit der Baskenmütze neben dem Festspielhaus eine Baracke, die er „Hundinghütte“ nannte. Dieser Behelfsbau wurde zum Treffpunkt der Bayreuther Künstler und zur Keimzelle der Freien Gruppe Bayreuth, die sich aus vom Krieg nach Bayreuth versprengten (und verfemten) Künstlern bildete und ab 1951 jährlich Ausstellungen regionaler Kunst organisierte.
Eine prägende Künstlergemeinschaft
Der Gruppe gehörten neben Ferd Röntgen bekannt Künstler wie Arthur Seedorf, Sawo Popowitsch Iwanow, Rudolf Jakubek, Friedrich Böhme, Hanna Barth und vor allem Caspar Walter Rauh an. Die „Freie Gruppe“, der in den letzten Tagen auch Fritz Föttinger oder Peter Coler angehörten, gestaltete über drei Jahrzehnte die Bayreuther Kunstszene. Die „Gruppe“ ging am 22. Juli 1981 im neu gegründeten Kunstverein auf. Die Arbeiten der „Freien Gruppe“ sind aber immer wieder Thema in den Ausstellungen des Kunstmuseum Bayreuth.










Frank Hofmann tritt für die BG bei der Kommunalwahl als OB-Kandidat an ©Katharina Müller-Sanke
Manuel Hering, Karl Lappe ©bt-Redaktion