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Bayreuth

Die Geschichte von Benny’s Dschäblin’s

Benny’s Dschäblins war lange Zeit eine feste Instanz in der Bayreuther Party-Szene. Der ehemalige Besitzer Benny (Bernhard) Frühwirth blickt auf eine Erfolgsgeschichte zurück

Am Anfang war die Musik

Benny’s „Dschäblins“ dürfte den meisten Bayreuthern ein Begriff sein. Das einstige Kult-Lokal blickt auf eine lange Geschichte zurück. Content Creator Swutz hat mit dem ehemaligen Betreiber Benny (Bernhard) Frühwirth gesprochen und viele interessante Anekdoten erfahren:

Begonnen hat Benny seine Karriere als Musiker. In den 80er Jahren spielte er mit seiner Band in vielen verschiedenen Clubs und Hotels, meistens als Monatsengagement. Die aus Österreich stammende Band musste für ihre Gigs häufig die Grenze passieren, wo sie gelegentlich von der Polizei aufgehalten und kontrolliert wurde. Dabei lernte die Band den Grenzpolizisten Erich Schramm kennen, der sich nach einem Karrierewechsel sehnte. Sein Plan war es, einen Tanzpalast (damals Bunker genannt) in Zellingen zu eröffnen, für den er auch prompt Bennys Band dauerhaft engagierte.

Er wollte gar nicht

1986 beschloss Erich Schramm, einen Bunker in Bayreuth zu eröffnen, den Benny als Gastronom übernehmen sollte. Eigentlich wollte Benny das gar nicht, er wollte nur Musik machen. Es brauchte einige Überredungskunst („Des lern ich dir, des wird super“) bis die Sache beschlossen war. Unter der Woche führte Benny das Lokal zusammen mit seiner Frau, und durfte am Wochenende darin live spielen.

Der Name kam fast von selbst

Zu seinem ersten Namen „Chaplins“ kam das Lokal eher durch Zufall. Eine Bekannte Bennys musste ihr Würzburger Café  mit dem Namen „Chaplins“ aus gesundheitlichen Gründen schließen vermachte Benny 10.000 Päckchen Streichhölzer, die als Werbemittel gedacht waren. Erich und Benny waren sich sofort einig: So soll ihr Club heißen.

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Nach vier Jahren sehr erfolgreichen Lokalbetriebs bekam Benny Post vom Anwalt der Familie Charlie Chaplins. Für die Nutzung des Namens Chaplin verlangte die Familie monatlich rund 10.000 D-Mark. Auf diese Forderung wollte Benny nicht eingehen. So entbrannte ein Rechtsstreit, der nach dem Gang über mehrere Instanzen zu einem Vergleich führte: 1.500 D-Mark pro Monat sollte das Lokal für die letzten fünf Jahre rückwirkend bezahlen.

Der Ausweg aus der Misere war dann recht einfach. Benny musste den Namen des Lokals ändern und so kam es zu der bekannten Schreibweise: Dschäblins. Die Bayreuther waren fasziniert.

Eine Erfolgsgeschichte

In den Folgejahren lief das Dschäblins großartig. Auf die Frage, ob es Erlebnisse gab, an die er heute noch besonders gern zurückdenkt, antwortet Benny nur grinsend: „Jeder Abend war ein besonderes Erlebnis für mich.“ Besonders stolz ist er darauf, in den frühen 90er Jahren Karaoke-Abende in Bayreuth eingeführt zu haben. Das Konzept war damals noch völlig unbekannt.

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2012 war das Dschäblins dann etwas in die Jahre gekommen und Benny beschloss zu modernisieren. Das Lokal wurde renoviert und in „Wunderbar“ umgetauft. Den Namen hatte Benny in Wien aufgeschnappt und war einfach begeistert davon. Die Leitung wurde an Sohn Dorian und Geschäftsführer Andrej übergeben, die die Wunderbar noch bis ins Jahr 2014 betrieben.

Das Dschäblins ist heute die Fabrik

Seit 2015 ist das ehemalige Dschäblins die „Fabrik“. Geschäftsführer Ahmad Kordbacheh hatte schon früher die Vision, eine Innenstadt-Diskothek in eben diesen Räumlichkeiten zu eröffnen. Die zentrale Lage sowie die Größe – nicht zu groß, nicht zu klein – machen das Gebäude für Kordbacheh ideal für das Konzept. Die Kult-Location wurde kernsaniert und zu neuem Leben erweckt. Ahmad ist für die nächsten Jahre durchaus optimistisch.

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Benny ist bei der Musik geblieben

Neben seinem Erfolg mit dem Dschäblins ist Benny in der Musikwelt kein Unbekannter. Seine Band „Grauzone“ belegte 1982 mit ihrem NDW-Hit „Eisbär“ Platz 12 der deutschen Single-Charts. Mit 79 Jahren ist Benny immer noch aktiv und regelmäßig im Dubliners Irish Pub in Bayreuth live zu sehen, wo er Country- und Irish-Folk Songs zum besten gibt.

Die Redaktion bedankt sich besonders bei Swutz für das Bereitstellen des großartigen Materials.