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OB-Wahl: So stehen die Bewerber zum Stadtbad
Die DLRG Bayreuth hat bei den Oberbürgermeister-Kandidaten nachgefragt, welchen Stellenwert das Stadtbad für sie einnimmt.
Im Jahr 2022 war das Stadtbad Bayreuth im Zuge von Energie‑ und Wärmewende‑Plänen der Stadtwerke Bayreuth gefährdet. Ein breites Bündnis aus Verbänden, Parteien und Initiativen sammelte damals im Rekordtempo Unterschriften für das Bürgerbegehren „Rettet das Stadtbad“ – der Stadtrat übernahm schließlich den Antrag, eine Schließung war vom Tisch.
Absicherung gegen künftige Schließungsdebatten?
„Die DLRG Bayreuth wollte wissen, wie die OB-Kandidaten der demokratischen Parteien zum Stadtbad stehen“, schreibt der Kreisverband. Die DLRG hatte die Umfrage nach eigenen Angaben mit Blick auf mögliche künftige Debatten gestartet. „Wir wollten jetzt ein Bekenntnis der Kandidatinnen und Kandidaten, falls in Zukunft wieder eine Schließung des Bades zur Sprache kommt“, sagt Geschäftsführer Manuel Friedrich.
Das Ergebnis: Von einer Schließung des Stadtbades spricht keiner der Bewerberinnen und Bewerber, die auf die Anfrage geantwortet haben. Ihre Antworten unterscheiden sich aber nicht nur in der Stärke des Bekenntnisses, sondern auch darin, welche Aspekte sie besonders betonen.
CSU: „Betrieb steht nichts entgegen“
Oberbürgermeister Thomas Ebersberger (CSU) verweist darauf, dass die Stadtwerke 2022 den Ausbau des Fernwärmestandorts neben dem Stadtbad erwogen hatten, wofür „dringend auf das Stadtbad hätte zurückgegriffen werden sollen“. Diese Planungen seien inzwischen eingestellt. „Demzufolge steht dem Betrieb des Stadtbades in Bayreuth in der bisherigen Form nichts entgegen“, konstatiert Ebersberger.
SPD: Erhalt, solange tragfähig
SPD‑Kandidat Andreas Zippel erinnert daran, dass sich SPD‑Partei und Stadtratsfraktion bereits im Rahmen der Bürgerinitiative und bei der damaligen Ratsentscheidung für den Erhalt stark gemacht haben. An dieser Haltung habe sich nichts geändert: Solange die Stadtwerke das Bad finanziell tragen können und genug Menschen das Angebot nutzen, „stehen wir als SPD weiterhin fest hinter dem Erhalt unseres Stadtbads“.
Grüne: Ein Bad für alle
Auch Sabine Steininger (Bündnis 90/Die Grünen) knüpft an die Unterstützung des Bürgerbegehrens durch Kreisverband und Stadtratsfraktion an. Das Stadtbad sei ein Bad, das „für alle Bevölkerungsgruppen gut erreichbar und leistbar“ ist und intensiv von Kitas, Schulen und Vereinen genutzt werde.
Bayreuther Gemeinschaft: „Unverzichtbar“ für die Stadt
Frank Hofmann (BG) sagt, es koche in ihm „wieder hoch“, wenn er daran denke, „wie unter dem Vorwand der Energiewende versucht wurde, das Stadtbad zuzusperren bzw. gar abzureißen“. Die BG habe sich damals wie heute deutlich für den Erhalt eingesetzt. Das Stadtbad sei für Bayreuth „unverzichtbar“.
FDP: Keine Schließung, aber Defizit im Blick
FDP‑Kandidatin Luisa Funke‑Barjak lehnt eine Schließung des Stadtbads klar ab. Für sie ist es ein zentraler Bestandteil der kommunalen Daseinsvorsorge – für Schwimmunterricht, Gesundheitsprävention und die Arbeit von Vereinen wie der DLRG. Die Wasserflächen würden dringend für Schulen und Kitas benötigt und seien „damit nicht ersetzbar“. Gleichzeitig habe sie das Defizit „fest im Blick“ und sei damit unzufrieden, halte eine Schließung aber für den falschen Weg.
Die Linke: Schwimmenlernen als Kernauftrag
Jannick Metz (Die Linke) verweist auf Erfahrungen aus seinem ehemaligen Wohnort im Landkreis Bad Kissingen, wo ähnliche Schließungsdebatten geführt wurden. Er sei erleichtert, dass es in Bayreuth 2022 nicht so gekommen ist. „Ich werde mich dafür einsetzen, dass das Stadtbad erhalten bleibt, damit weiterhin Schulen, Vereine wie die DLRG oder die Wasserwacht dieses nutzen können und es immer eine Möglichkeit gibt, der nächsten Generation das Schwimmen beizubringen“, so Metz.











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