Zuletzt aktualisiert am
Erstes bayerisches Bioland-Schullandheim liegt in Pottenstein
Ein Schullandheim in Pottenstein hat sich eine besondere Auszeichnung erarbeitet. Was steckt hinter dem Bronze-Siegel, und warum gilt Pottenstein damit als Vorreiter?
Das Schullandheim Pottenstein im Landkreis Bayreuth ist jetzt offiziell Bioland-Gastronomie-Partner. Anfang April wurde die Einrichtung mit dem Bronze-Siegel ausgezeichnet, als zweites Schullandheim bundesweit und erstes in Bayern. Mindestens 30 Prozent der eingesetzten Lebensmittel stammen damit aus ökologischer Erzeugung.
Bio, Bildung und Region: Wie Pottenstein zur Vorreiter-Einrichtung wurde
Der Weg zur Zertifizierung verlief schrittweise. Das Küchenteam um Koch Wolfgang Kress und Köchin Angelika Müller stellte nach und nach Produkte auf Bioqualität um, angefangen bei den Eiern. Kress beschreibt den Prozess nüchtern:
Die Umstellung mache in vielen Bereichen Sinn, weil der Geschmack besser sei und weil Tiere länger in ihrem natürlichen Umfeld lebten. Es sei ein Abwägen zwischen Wirtschaftlichkeit und Idealismus.
Den Anstoß zur Bioland-Partnerschaft gab Josef Schmidt, regionaler Bio-Fleischlieferant und Mitglied im Bioland-Landesvorstand Bayern. Er beliefert das Schullandheim mit Fleisch- und Wurstwaren aus eigener ökologischer Weidehaltung und stellte 2025 den Kontakt zu Bioland her. Bei der Übergabe des Siegels betonte Thomas Lang, Landesvorsitzender von Bioland Bayern, Bio und regional ließen sich auch im ländlichen Raum hervorragend umsetzen.
Schon gelesen? Kostenloses Mittagessen für alle Kinder im Landkreis Bayreuth.
Pädagogischer Anspruch trifft Speiseplan
Für das Schullandheim ist die Umstellung mehr als ein Qualitätsmerkmal. Geschäftsführerin Sandra Böhner bringt es auf den Punkt: Man könne nicht Wein predigen und Wasser trinken. Als außerschulischer Lernort vermittelt die Einrichtung Kindern und Jugendlichen, woher Lebensmittel kommen und was ökologische Landwirtschaft bedeutet. Themen wie Tierwohl und nachhaltige Ernährung werden so nicht nur besprochen, sondern direkt erlebt.
Ein konkretes Beispiel: Beim Frühstück können Kinder Bio-Haferflocken selbst mahlen. Überschüsse werden sinnvoll weiterverarbeitet, bio-regionale Produkte stärken die Landwirtschaft vor Ort. Rainer Pausch, Fachberater für den Außer-Haus-Markt bei Bioland, lobt das Engagement des Teams und schwärmt nebenbei vom hausgemachten Mohnkuchen.
Nächste Stufen in Sicht
Mit dem Bronze-Siegel ist für Pottenstein noch nicht Schluss. Die Einrichtung strebt perspektivisch die Zertifizierungsstufen Silber (Bio-Anteil von 50 – 90 Prozent) und Gold (90-99 Prozent) an. Auch andere Schullandheime und Jugendeinrichtungen planen laut Bioland Bayern eine entsprechende Zertifizierung. Josef Schmidt sieht Pottenstein als echtes Vorzeigeprojekt in Oberfranken mit Signalwirkung weit über die Region hinaus.












©Pixabay
©Freepik