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Fischsaurier aus Mistelgau – Bayreuths Meeresgigant begeistert Forscher
Im Landkreis Bayreuth sind schon mehrmals wertvolle Fossilien gefunden – jetzt trägt ein imposanter Fischsaurier den Namen seiner oberfränkischen Heimat.
Der oberfränkische Fischsaurier aus Mistelgau
Dieser Saurier ist ein Bayreuther. Zumindest stammt er aus der Gegend. Nach einem Fund in der Tongrube Mistelgau im Landkreis Bayreuth hat nun ein Team von Forschenden aus der Schweiz und Deutschland eine bisher unbekannte Art von Fischsaurier beschrieben. Benannt wurde die Meeresechse aus dem Unterjura nach ihrem Fundort:
„Eurhinosaurus mistelgauensis“
Gaël Spicher, Erstautor der Studie, hat den Namen ganz bewusst gewählt:
„Mit dem Namen wollten wir die herausragende Bedeutung der Fundstelle Mistelgau für die Erforschung von Fischsauriern würdigen.“
Was sind Fischsaurier?
Fischsaurier – der wissenschaftliche Name lautet Ichthyosaurier – waren Reptilien, die zur gleichen Zeit, als Dinosaurier das Land beherrschten, die Meere bewohnt haben. Ihr Aussehen ist denen der heutigen Delfine sehr ähnlich; allerdings sind sie um einiges größer.
Giganten der Meere
Der Eurhinosaurus Mistelgauensis war zu Lebzeiten annähernd 5 Meter lang. Eine Besonderheit dieser Gattung ist eine Verlängerung des Oberkiefers. Der „Überbiss“ lässt die Tiere wie eine Mischung aus Delfin und Schwertfisch aussehen. Das Mistelgauer Exemplar unterscheidet sich von bislang bekannten Eurhinosauriern durch besonders robuste Rippen und auffällige Merkmale im Gelenk zwischen Kopf und Hals.
Die Studie, in der das Tier wissenschaftlich beschrieben wurde, kann unter dieser Zitation gefunden werden: Spicher GE, Miedema F, Heijne J, Klein N (2025) A new Eurhinosaurus (
Ein besonderes Exponat
Der Eurhinosaurus Mistelgauensis soll im Urweltmuseum Bayreuth ausgestellt werden – in Kombination mit einem Gemälde, welches das Tier kurz nach seinem Tod darstellt. Hierzu ist extra der Paleo-Künstler Andrey Atuchin beauftragt worden. Ein Paleo-Künstler ist auf das Darstellen von prähistorischen Tieren, Pflanzen oder Landschaften spezialisiert. Auf dem Bild liegt der tote Saurier auf dem sogenannten „Belemniten-Schlachtfeld“. Eine Ansammlung von urzeitlichen Kopffüßer-Schalen. Solche Fossilien wurden in Mistelgau schon in großer Menge gefunden.
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Warum ist die Tongrube Mistelgau so wichtig?
Das Urweltmuseum Bayreuth führt seit dem Jahr 1988 Ausgrabungen an der Mistelgauer Tongrube durch. Daher stammen auch die meisten Fossilien, die im Museum bestaunt werden können, von dort. Die Tongrube ist aber weitaus mehr als ein Ausgrabungsort vieler Fossilien. Aus wissenschaftlicher Sicht ist sie extrem wichtig. Dr. Serjoscha Evers, Leiter des Urweltmuseums Bayreuth erklärt:
„Die Tongrube Mistelgau birgt Fossilien, die etwas jünger sind als die meisten bekannten Meeresechsen-Faunen. Genau in dieser Zeit setzte ein dramatischer Wandel in der Evolution ein – eine Art Umbruch im Ökosystem der Meere. Um zu verstehen, wie sich diese faszinierenden Tiere entwickelten, sind die letzten Exemplare aus dem Unterjura, die Mistelgau liefert, von unschätzbarem Wert.“
Demnach ist es besonders wichtig, dass die Tongrube Mistelgau für die Forschung erhalten bleibt. Laut Evers ist ein Fundort wie dieser, soweit bisher bekannt ist, nahezu einzigartig und zieht daher auch Wissenschaftler aus aller Welt nach Oberfranken, um an diesem ganz besonderen Ort zu forschen.











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Rettungshubschrauber. Symbolfoto © Pixabay