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Zuletzt aktualisiert am 20. März 2026 | 13:33

Freizeitpark

Fränkisches Wunderland wird Karls Erlebnisdorf – der aktuelle Stand in Plech

von Moritz Kammerer

Das neue Karls Erlebnis-Dorf in Plech nimmt konkrete Formen an. Die Genehmigungsphase ist weit vorangeschritten, erste Bauanträge stehen bevor – und Besucher dürfen sich auf eine Mischung aus klassischen Karls-Angeboten und restaurierten Elementen des ehemaligen Fränkisches Wunderland freuen. Doch es läuft nicht ohne Stolpersteine. 

Karlchen vor dem Golden Nugget Saloon im ehem. Fränkischen Wunderland ©Robert Dahl /bt-Redaktion
Karlchen vor dem Golden Nugget Saloon im ehem. Fränkischen Wunderland ©Robert Dahl /bt-Redaktion

Schon seit einiger Zeit häufen sich die Meldungen zur Neubelebung des Fränkischen Wunderlands in Plech. Noch in diesem Jahr soll daraus ein Karls Erlebnisdorf werden. Karls ist in Oberfranken bisher weitestgehend unbekannt, aber in Nord- und Mitteldeutschland eine beliebte Marke. Bisher betreibt das Unternehmen 15 Standorte. Und eines haben sie alle gemeinsam. Erdbeeren. Die Erdbeere ist gewissermaßen Karls Logo und ist in den Parks allgegenwärtig. Um der Marke gerecht zu werden betreibt das Unternehmen eigene Erdbeerfelder, von denen jährlich bis zu 8.000 Tonnen Erdbeeren geerntet werden. Selbstverständlich können die Sammelnussfrüchte aus der Familie der Rosengewächse dann auch im Park verkostet werden.

Klassische Karls-Attraktionen – plus ein besonderer Themenbereich

Wie an anderen Standorten setzt Karls auch in Plech auf bewährte Elemente wie Traktorbahn, Manufakturenmarkt und Schaumanufakturen. Das Besondere hier: Die Geschichte des Areals wird aktiv in das neue Erlebnis-Dorf integriert.

Geplant ist ein Tunnel, der Besucher vom Karls-Gelände in einen eigenen Themenbereich führt. Dort entsteht eine Western-Main-Street, die anhand alter Fotos rekonstruiert und mit originalen Dekorationen aus dem Fränkischen Wunderland ausgestattet wird. Ziel ist es, die Atmosphäre von früher wieder erlebbar zu machen – inklusive passender Musik und historischer Details.

Märchenwald mit familiärer Handschrift

Ein weiteres Herzstück wird der frühere Märchenpfad: Elf Märchenszenen, die einst vom Gründer des Fränkischen Wunderlands, Ernst Schuster, gemeinsam mit seiner Familie aufgebaut wurden, sollen aufwendig restauriert werden.

Dabei fließen nicht nur historische Fotos ein. Auch Schusters Enkeltochter – heute Künstlerin – arbeitet gemeinsam mit dem Karls-Team an der Wiederbelebung der Märchenwelt. Sie verbrachte ihre Kindheit im Park und bringt persönliche Erinnerungen und kreative Ideen in das Projekt ein.

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Bebauungsplan auf der Zielgeraden

Nach Angaben von Projektverantwortlichen befindet sich das Vorhaben aktuell im Bebauungsplanverfahren. Zahlreiche Träger öffentlicher Belange sind eingebunden, insbesondere mit Blick auf Umweltauflagen.

Ein wichtiger Meilenstein wurde dabei bereits nahezu erreicht: Für geschützte Tierarten mussten umfangreiche Ausgleichsflächen geschaffen werden. Diese Maßnahmen stehen kurz vor dem Abschluss. Damit rückt die Rechtskraft des Bebauungsplans in den kommenden Monaten näher – Voraussetzung dafür, anschließend die Bauanträge beim Landratsamt einzureichen.

Parallel dazu ist geplant, baufällige Bestandsgebäude auf dem Gelände zurückzubauen. Viele noch gut erhaltene Gegenstände aus dem früheren Freizeitpark wurden bereits gesichert und eingelagert, um später wieder zum Einsatz zu kommen.

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Eine Tour durch den Park, geführt von einer ganz besonderen Erzählerin, finden Sie hier: Ein Ausflug in Fränkische Wunderland – Ein Ausflug durch die Vergangenheit

Eintritt frei – Fahrgeschäfte optional

Ein zentrales Merkmal des Karls-Konzepts bleibt auch in Plech bestehen: Der Eintritt ins Erlebnis-Dorf ist grundsätzlich kostenlos. Viele Angebote wie moderierte Bonbonshows, Indoor-Spielplätze oder verschiedene Erlebnisbereiche können ohne Ticket genutzt werden.

Für Fahrgeschäfte gibt es flexible Modelle: Besucher können einzelne Attraktionen bezahlen oder Tages- beziehungsweise Jahreskarten erwerben. Letztere gelten standortübergreifend für alle Karls Erlebnis-Dörfer in Deutschland.

Erste Einblicke in den kommenden Monaten

Sobald der Bebauungsplan rechtskräftig ist und die Bauanträge gestellt werden können, sollen die sichtbaren Arbeiten auf dem Gelände beginnen. Damit rücken auch erste Einblicke in die neuen Attraktionen näher.

Fest steht schon jetzt: Das Karls Erlebnis-Dorf in Plech will moderne Freizeitangebote mit regionaler Geschichte verbinden – und damit sowohl neue Gäste als auch ehemalige Besucher des Fränkischen Wunderlands ansprechen.

Ein Stolperstein: Bürgerinitiative ruft zum Widerspruch auf

Per Flugblatt wurden die Plecher Bürgerinnen und Bürger dazu aufgerufen den Planungsentwürfen, die gegenwärtig ausliegen, zu widersprechen. Initiatoren waren besorgte Anwohner. Zu den einzelnen Kritikpunkten des Flugblattes hat Heinz Stark, 1. Vorsitzender der Überparteilichen Wählergruppe Plech, bei einem Info-Abend am 23. Februar 2026 Stellung bezogen.

Dabei erklärt Stark, die ÜWG weise die, auf dem Flugblatt im Umlauf befindlichen Aussagen zum geplanten Karls Erlebnis-Dorf Plech entschieden zurück. Die Behauptung, es entstehe lediglich eine „Autobahnraststätte“ mit kurzer Verweildauer, ist unzutreffend. Ebenso entbehren Befürchtungen hinsichtlich Verkehrschaos, Lärm, Schmutz, sinkender Immobilienwerte oder einer Überlastung der Kläranlage jeder Grundlage. Das gesetzlich vorgeschriebene Bauleitplanverfahren würde sicherstellen, dass alle Auswirkungen geprüft und geregelt werden. Die Modernisierung der Kläranlage berücksichtigt das Projekt bereits.

Auch der Vorwurf, Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange seien nicht berücksichtigt worden, sei falsch – diese wurden ordnungsgemäß behandelt und abgewogen. Verbindliche Grenzwerte für tatsächliche Lärmemissionen können naturgemäß erst nach Umsetzung festgelegt werden.

Mit Robert Dahl steht ein erfahrener und transparenter Unternehmer hinter dem Vorhaben, der den Dialog mit der Bevölkerung sucht. Gestaltungsspielräume sind durch weitere Genehmigungsverfahren klar begrenzt, die Kosten werden im Durchführungsvertrag geregelt. Die ÜWG versichert, dass alle berechtigten Anliegen weiterhin ernsthaft und sorgfältig geprüft werden.

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