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Galloway-Rinder erhalten das Ökosystem in der Heidenaab-Aue
Eine Herde Galloway-Rinder trägt zum Erhalt des Ökosystems der Heidenaab-Aue in Speichersdorf bei. Unter Kooperation verschiedener Instanzen entstand das Biodiversitätsprojekt.
Im Naturschutzgebiet Haidenaabtal und Gabellohe weiden seit Mitte April Galloway-Rinder und sollen damit einen wichtigen Beitrag zur Förderung der Artenvielfalt leisten. Möglich wurde das Projekt durch die hervorragende Kooperation zwischen der Gemeinde Speichersdorf, dem Bund Naturschutz e. V. , der Biodiversitätsberatung des Landkreises Bayreuth, dem Landschaftspflegeverband und einem ortsansässigen Landwirt.
Nachhaltiges Umweltprojekt „Rinderbeweidung in der Heidenaabaue“
Wo entsteht das Projekt?
Die Gemeinde Speichersdorf besitzt im Naturschutz- und FFH-Gebiet Haidenaab und Gabellohe zwei Grundstücke, der Bund Naturschutz in Bayern e. V. zwei weitere mit einer Gesamtgröße von 3,18 Hektar. Um die Struktur- und Artenvielfalt dieser lange Zeit nicht genutzten Fläche wieder zu gewährleisten und zu steigern, hatte die Untere Naturschutzbehörde für das Sommerhalbjahr eine extensive Rinderbeweidung mit sechs bis acht Galloway-Rindern vorgeschlagen. Dem Antrag wurde zugestimmt.
Als erstes kam der Biber
Das Heidenaabtal ist seit Mitte der 1990er Jahre Heimat des Bibers und darf es bleiben. Nach ihm kamen andere seltene Tiere, wie Schwarzstorch und Fischotter. Auch eine Sichtung von Fisch- und Seeadler am Himmel ist dort möglich. Bürgermeister Christian Porsch betont: Den Klima- und Umweltschutz in seiner Gemeinde voranzutreiben, liegt ihm am Herzen.
Ein Fördertopf für die Rinder-Beweidung
So sei es für ihn auch keine Frage gewesen, den Antrag für das Projekt „Rinderbeweidung in der Haidenaabaue “ durch die Gemeinde zu stellen. Ebenso, den Zuschuss von 10 % der Gesamtkosten von insgesamt ca. 30.000,- Euro durch die Gemeinde Speichersdorf zu decken. Der Rest sei über einen Fördertopf des Umweltministeriums finanziert worden.
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Umwandlung der Flächennutzung
Wie Birgit Elitzer-Böhner von der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt Bayreuth erklärt, seien die Flächen zunächst durch den Bund Naturschutz e. V. gemäht worden, nachdem sie durch die Besiedelung des Bibers nicht mehr landwirtschaftlich genutzt werden konnten. Doch hatte man mit den Jahren bemerkt, dass sie dadurch artenärmer wurden und es brauchte eine spezielle Lösung, die den Naturparktrichtlinien entsprach und für die es auch Fördermittel gab.
Die Lösung sind die Galloways
Eigentlich habe man nun wieder zu den Ursprüngen zurückgefunden, so Stefan Weigl vom Landschaftspflegeverband. Eine Kuh zieht über die Weide. So einfach. Oder auch mehrere Kühe. In dem Fall sind es sieben Galloway-Rinder von Barbara und Wolfgang Müller aus Heidenaab. Seit 2018 züchten sie die sanfte Rinderrasse. Eine 12-jährige Mutterkuh, die auch das Sagen in der kleinen Herde hat, der Rest Einjährige. Ende März war der Zaun um das Gelände fertig und seit Mitte April dürfen sie sich dort austoben. Auch die Gräben und Unebenheiten sind für die robusten Tiere kein Problem.
Zweckbindung für weitere 5 Jahre
Bis zum Herbst werden die Rinder und ihr „Werk“ auf den Flächen durch die betreuenden Instanzen in Abständen beobachtet und dann entschieden, ob eventuell mehr oder weniger Tiere eingesetzt werden sollten. Dies könne jederzeit angepasst werden. Über den Winter werde die Beweidung aus- und dann im Frühjahr wieder fortgesetzt. Zunächst sei ein Zeitraum von 5 Jahren geplant.
Im Grunde imitiere man durch diese Form der gezielten Beweidung lediglich die Urform, als wilde Pferde oder Rinder durch diese Landschaft streiften, so Stefan Weigl. Der Verlust von Insekten beim Mähen sei groß. So könne wenigstens ein Teil der des noch bestehenden Ökosystem so gut es geht erhalten werden.
FAQ
Woher stammen Galloway-Rinder?
Galloways sind nach der Region in Schottland benannt und zählen zu den ältesten Rinderrassen der Welt. Aufgrund ihrer Widerstandskraft können sie das ganze Jahr über auf der Weide gehalten werden. Mittlerweile sind sie auf allen Kontinenten der Erde beheimatet.
Was ist ein FFH-Gebiet?
Ein FFH-Gebiet (Fauna-Flora-Habitat-Gebiet) ist ein europaweit geschütztes Naturareal.
Was hat Biodiversität mit Klimaschutz zu tun?
Intakte Ökosysteme sind essentiell für die Klimaregulation. Umgekehrt ist der Klimawandel eine der Hauptursachen für den Verlust an Artenvielfalt. Artenreiche Wälder, Moore und Grünlandflächen binden größere Mengen an Treibhausgasen als Monokulturen.











Bei der "Nacht am See". Foto: Adrian Infernus
Symbolbild: pixabay