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Maximilianstraße

Bayreuther Gastronom macht seinem Ärger auf die Stadt Luft

Seit acht Monaten ist der wichtige Fußgänger-Durchgang zum Rotmain-Center gesperrt – eine Katastrophe für Sedat Esen vom Restaurant Señor Taco in der Maximilianstraße.

Señor Taco ist vom Weg abgeschnitten

Sedat Esen ist sauer. Er betreibt das mexikanische Restaurant Señor Taco in der Bayreuther Maximilianstraße. Seit zehn Jahren ist er mit seinem Lokal in der Stadt präsent – zunächst in der Friedrichstraße, später in der Sophienstraße und seit zwei Jahren nun am Rande des Stadtparketts, direkt am Durchgang zum Rotmain-Center. Genau dieser Durchgang war für ihn ein entscheidender Standortvorteil:

„Der Weg ist die Hauptschlagader Bayreuths, wenn es um Fußgänger geht“, erklärt Esen.

Doch diese „Hauptschlagader“ ist derzeit gekappt. Seit nunmehr acht Monaten sind die Bauarbeiten an der Spitalstiftung so umfangreich, dass der wichtige Fußgänger-Durchgang gesperrt ist. Die Passanten werden umgeleitet. Der Umweg mag nur rund 30 Meter betragen, doch er hat drastische Folgen: Die Fußgänger laufen nicht mehr direkt am Señor Taco vorbei. Schlimmer noch: Für Laufkundschaft, die das Restaurant nicht kennt, ist es vom Hauptlaufweg aus praktisch unsichtbar geworden.

Der Restaurantbetreiber ärgert sich vor allem über zwei Punkte:

1. Mangelnde Kommunikation und Planungsunsicherheit

Esen fühlt sich von der Stadt außen vor gelassen. „Ich habe nur durch Zufall und erst jetzt erfahren, dass der Durchgang auch im nächsten Jahr gesperrt sein soll“, beklagt er. Er hat den Eindruck, dass sich niemand in der Stadt wirklich um seine Situation kümmert. Keiner käme vorbei und rede mit ihm. Eine erneute Verlängerung der Sperrung würde für ihn nach eigenen Angaben erneute, massive Umsatzeinbußen bedeuten. Er wünscht sich dringend, dass die Stadt seine geschäftlichen Probleme ernst nimmt und aktiv mit ihm kommuniziert, statt ihn vor vollendete Tatsachen zu stellen.

2. Bürokratische Hürden bei Werbemaßnahmen

Als direkte Reaktion auf die missliche Lage will Sedat Esen Werbung machen, um auf sein Restaurant aufmerksam zu machen – doch auch hier stößt er auf Widerstand. Gerne würde er einen Werbeaufsteller auf der anderen Straßenseite platzieren, oder auf dem nun genutzten Umleitungsweg für die Fußgänger. Beides wird ihm untersagt. Denn in der Maximilianstraße gibt es, was die Außenwerbung angeht, sehr genaue Vorgaben, die vom Ordnungsamt durchgesetzt werde.

Auch vor seinem eigenen Laden sind die Möglichkeiten stark eingeschränkt. Die geltenden Vorschriften erlauben es ihm lediglich, einen Aufsteller mit ausreichend Abstand zum Blindenstreifen zu platzieren. Doch an dieser Stelle wird das Schild durch die Baustellenabsperrung für die vorbeilaufenden Passanten komplett verdeckt und ist somit fast nutzlos.

Und was kann die Lösung sein?

Die Stadt hat sich die Sperrung natürlich auch nicht ausgesucht und setzt alles daran, den Durchgang möglichst oft offen zu halten. Zum Beispiel in der Vorweihnachtszeit. Und auch die Hospitalstiftung, der das Gebäude gehört, ist bemüht die Baustelle schnell abzuschließen und die Einschränkungen gering zu halten. Und dann entdecken wir Werbebanner auf dem Bauzaun. Die sind nämlich erlaubt. Vielleicht wird das ein Trostpflaster für’s Señor Taco.