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Zuletzt aktualisiert am 06. Juli 2025 | 10:22

Regionalen Gründer- und Innovationszentrums (RIZ)

Gründerzentrum RIZ: Der Plan steht, manche Details noch nicht

von bt-Redaktion

Beim Regionalausschuss von Stadt und Landkreis Bayreuth informierte Bernhard Sippel von der Wirtschaftsförderung der Stadt Bayreuth über den aktuellen Stand des geplanten Regionalen Innovationszentrums (RIZ). In der anschließenden Diskussion wurde deutlich: Es gibt noch offene Fragen bei der Umsetzung.

Landratsamt Bayreuth. © Michael Christensen
Landratsamt Bayreuth. © Michael Christensen

„Was den Neuigkeitswert angeht, ist es heute etwas schwierig“, sagte Sippel zu Beginn. „Wir waren ja bereits in der vergangenen Woche in allen Gremien sehr präsent.“

Bereits Ende 2024 hatten Kreistag und Stadtrat den grundsätzlichen Beschluss zum RIZ-Projekt gefasst. In der vergangenen Woche – am 25. und 27. Juni – wurden diese Beschlüsse in beiden Gremien in rechtsverbindliche Verträge überführt.

„Damit haben wir die Beschlüsse zur Unterschrift freigegeben und eine verbindliche Außenwirkung erzielt“, so Sippel.

Vergabeverfahren auf europäischer Ebene abgeschlossen

Beim RIZ-Projekt steht nun die Vergabe an einen Totalunternehmer für Planung und Bau an. Die Bewerbungsfrist im europaweiten Verfahren endete am 16. Juni. Insgesamt haben sich elf Unternehmen beworben.

„Diese Bewerbungen werden aktuell durch unsere Partner – die Kanzlei Kapellmann und Partner – bewertet“, erklärte Sippel. Aus diesen elf Bewerbern werden vier vorausgewählt. „Mit diesen vier gehen wir dann in die nächste Phase: die Aufforderung zur Angebotsabgabe.“

Erste Angebote ab Ende Juli

Ab Ende Juli werden die Unternehmen zu konkreten Angeboten aufgefordert. Je nach Qualität der Angebote könnte auf eine zweite Angebotsrunde verzichtet werden. Die finale Auftragsvergabe ist für Anfang 2026 geplant, der Baustart für das dritte Quartal 2026.

„Wenn alles nach Plan läuft, ist die Eröffnung des RIZ für das dritte Quartal 2028 vorgesehen“, so Sippel.

Förderbescheid in Vorbereitung

Ein wichtiger Meilenstein ist der aktualisierte Förderbescheid, der die Finanzierungssumme von 7,5 auf 10 Millionen Euro erhöht. Die Stadt hat alle Unterlagen fristgerecht eingereicht. „Wir hatten heute nochmal ein Gespräch mit der Regierung von Oberfranken. Ich bin optimistisch, dass wir da gemeinsam zum Abschluss kommen.“

Stromversorgung noch offen

Noch ungeklärt ist die Stromversorgung: „Beziehen wir Strom direkt aus dem öffentlichen Netz oder über die Universität?“ Diese Frage sei komplex, da es rechtliche Grauzonen gebe. Die Stadtwerke sind in die Klärung eingebunden.

Betreiberkonzept in Ausarbeitung

Ein weiterer Fokus liegt auf dem Betreiberkonzept für das RIZ. Die Grundzüge stehen, nun geht es an die Details.

„Wir holen uns dafür externe Expertise, um auch den Blick über den Tellerrand zu wahren“, so Sippel. Die Federführung liegt bei Stadt und Landkreis, in enger Zusammenarbeit mit der Universität und der Oberfrankenstiftung.

Diskussion zur Förderzusage und zum Betreiberkonzept des Innovationszentrums

Stadträtin Steininger erkundigte sich nach dem Status des Förderbescheids, der ursprünglich bis 30. Juni vorliegen sollte. Sie wollte wissen, ob es sich nur noch um „Detailfragen“ handele oder ob „noch grundlegende Punkte mit der Regierung von Oberfranken zu klären“ seien.

Bernhard Sippel erklärte dazu, dass es in der Tat noch offene Punkte gebe. Dabei handele es sich insbesondere um das Verständnis der sogenannten Pop-up-Offices. Diese seien „seit 2022 fester Bestandteil des RIZ-Leistungspakets“, würden aber von der Regierung möglicherweise nicht ausreichend von dem neu hinzugekommenen „Lab“ abgegrenzt.

Förderrechtlich sei diese Unterscheidung jedoch relevant. Auch technische Details wie die Zuordnung von Baunebenkosten zu den richtigen Baukostengruppen seien noch zu klären. Dennoch zeigte sich Sippel optimistisch: „Ich halte das nicht für kriegsentscheidend. Das wollen wir lösen können.“

Betreiberkonzept: Externe Expertise geplant

Ein weiteres Anliegen von Steininger betraf das Betreiberkonzept. Sie fragte, ob dieses ausgeschrieben werde, wie der Prozess verlaufe und wer letztlich über das Konzept entscheide.

„Wir wollen da eine externe Expertise mit einbinden, weil wir einfach auch denken, das ist sehr sinnvoll“, sagt Sippel. Wie genau das Betreiberkonzept letztendlich aussieht wird mit dieser Expertis ausgewertet. Die Vergabe werde sich jedoch danach richten, ob zusätzliche finanzielle Unterstützung gesichert werden könne. Konkrete Aussagen seien noch nicht möglich, aber man wolle „in den nächsten ein bis zwei Wochen so weit sein, dass wir losflegen können“.

Raumprogramm: Flexibilität trotz Ausschreibung?

Die Stadträtin fragte ebenfalls, wie flexibel das Projektteam auf mögliche inhaltliche Änderungen im Betreiberkonzept reagieren könne, da das Programm bereits festgelegt sei und Ausschreibungen liefen.

Sippel räumte ein: „Die totale Flexibilität ist nicht mehr gegeben.“ Man arbeite mit einer funktionalen Leistungsbeschreibung (FLB), in der das Raumprogramm mit Toleranzgrenzen (ca. 10 %) vorgegeben werde. Das bedeute, dass die Eckpunkte nicht mehr grundlegend verändert werden könnten, ohne den Ausschreibungsprozess zu gefährden.

Kosten für Duschen: Streitpunkt im Stadtrat

Stadtrat Stephan Müller (BG) griff in der Sitzung eine frühere Aussage von Bernhard Sippel auf. Dieser hatte erklärt, dass sich eine Verzögerung des Projekts unter anderem an der Frage nach Duschmöglichkeiten im Gründerzentrum entzündet habe.
Müller hakte mehrfach nach, wie hoch die beantragten Kosten für die Duschen seien – und wollte nachvollziehen, warum ausgerechnet Duschen überhaupt zum Gesprächsthema wurden.

Sippel erklärte: „Es ist nicht völlig absurd, dass man in so einem Gebäude auch Duschen mit implementiert.“ Er verwies auf die Zielgruppe junger Gründerinnen und Gründer, für die die Fahrt mit dem Fahrrad zum Alltag gehöre.

Nach mehrmaligem Nachfragen kam schließlich die Antwort: Ursprünglich waren rund 100 m² für Dusch- und Umkleidebereiche vorgesehen – mit geschätzten Kosten von etwa 400.000 Euro. Diese Fläche werde nun auf rund 50 bis 60 m² reduziert, um den Förderkriterien zu entsprechen.

„Wir planen hier eine funktionale Lösung auf mittlerem Anspruchsniveau“, betonte Sippel. Müller zeigte sich erstaunt: „400.000 Euro für Duschen – das ist ein stolzer Betrag.“

Standortfrage für Außenstellen: Noch offen

Kreisrat Karl Lappe (WG) erkundigte sich, ob bereits festgelegt sei, wo mögliche Außenstellen des Gründerzentrums im Landkreis entstehen sollen. Landrat Florian Wiedemann stellte klar, dass noch kein Standort festgelegt sei. „Wir starten jetzt nächste Woche das Ausschreibungsverfahren. Alle Gemeinden werden mit einem Anforderungskatalog angeschrieben.“

Wesentlich sei dabei, dass es sich um eine denkmalgeschützte Immobilie handeln müsse, um die Förderung durch die Oberfrankenstiftung zu ermöglichen. Am Ende entscheide der Kreistag über den Standort. Wiedemann betonte: „Das ist ein offenes Verfahren.“

Die Diskussion zeigte deutlich, wie komplex und vielschichtig die Umsetzung des RIZ ist. Förderrechtliche Details, Betreiberfragen, Raumprogramm und Standortsuche stehen gleichzeitig auf der Agenda. Bernhard Sippel betonte mehrfach: „Wir wollen das lösen.“ Doch die Debatte zeigt auch, dass der Weg dorthin noch kontrovers und kritisch begleitet wird.

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