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Zuletzt aktualisiert am 25. März 2025 | 21:05

ZOH

Ist die Bayreuther ZOH ein Kriminalitäts-HotSpot?

von Katharina Müller-Sanke

Schlägereien, Drogen, Diebstähle – ist der Zentrale Omnibusbahnhof (ZOH) in Bayreuth wirklich ein gefährlicher Ort? Nach dem Angriff auf einen Busfahrer im Januar brodelt die Gerüchteküche.

Archivbild: Redaktion
Archivbild: Redaktion

Ist die ZOH ein besonders gefährlicher Ort? Und wie ist die Sicherheitslage in den Stadtbussen?  Immer wieder wird in der Stadt gemunkelt, dass es am ZOH Schlägereien, Drogendelikte, Diebstähle und so weiter gäbe. Erst im Januar ist ein Busfahrer von einem Fahrgast angegriffen worden. Also: Wie steht es um die Sicherheit? Wir haben uns bei Busfahrern und auch bei der Polizei umgehört.

Jugendkriminalität

Die Polizei sieht am Knotenpunkt in der Innenstadt „im Wesentlichen friedliche Fahrgäste“. Im Schülerverkehr komme es vereinzelt zu alterstypischen Schlägereien oder gegenseitigen Pöbeleien, sagt ein Polizeisprecher.

„In Bereichen in denen viele Personen zusammenkommen, haben Menschen Angst. Das betrifft die ZOH Bayreuth genau wie den Bahnhofsvorplatz Bamberg oder den ZOB in Kulmbach. Tatsächlich passieren natürlich an diesen Stellen Straftaten und wir haben bei bestimmten Straftaten wie Diebstählen und Körperverletzungsdelikten eine leichte Häufung. Allerdings liegen uns für den ZOH in Bayreuth keine Erkenntnisse über eine besondere Häufung vor,“ so Kriminaldirektor Horst Thiemt.

Verstärkte Wahrnehmung an der ZOH

Dass an der ZOH vermehrt Straftaten wahrgenommen werden, liege daran, dass die Haltestelle so stark frequentiert sei. Um das Sicherheitsgefühl der Menschen zu erhöhen und Straftaten schnell aufdecken zu können, sind regelmäßig und sichtbar Ordnungshüter vor Ort. Im Supermarkt am ZOH sorgt ein Ladendetektiv dafür, dass Diebstähle schnell entdeckt und Täter möglicherweise auch abgeschreckt werden.

Dass dort so viele Leute unterwegs und Sicherheitspersonal eingesetzt ist, bedeutet aber auch, so ein Polizeisprecher, dass Kriminalität vermehrt gemeldet wird. Die Dunkelziffer, also unentdeckte Fälle, ist nach Einschätzung der Ordnungskräfte sehr niedrig.

Trinker-Treff am ZOH

„Angehörige sozialer Randgruppen nutzen den ZOH wetterangepasst als zentralen Treffpunkt, um sich auszutauschen und Alkohol zu konsumieren“, so die Polizei. Hier sei die Polizei bestrebt, zusammen mit der Stadt Bayreuth Hilfsangebote zu machen und rechtliche Möglichkeiten auszuschöpfen.

Mehr Polizei im Frühling und Sommer

Im Januar 2025 waren es am Hohenzollernplatz zehn Einsätze, im Februar zwei. Strafrechtlich relevant war ein Fall. In der wärmeren Jahreszeit, wenn mehr Menschen sich an der ZOH aufhalten, will die Polizei die Kontrollen dort intensivieren. Dann werden wahrscheinlich noch mehr Einsätze dazukommen.

Drogenkriminalität an der ZOH

Drogenkriminalität, darunter die Zwischenlagerung von Drogen in Schließfächern, war Anfang letzten Jahres Gegenstand polizeilicher Ermittlungen. Gelagert wurden dort Cannabisprodukte, zwei junge Erwachsene konnten ermittelt werden. Seither kann die Polizei nicht von einer besonderen Gefährdungslage sprechen.

Sicherheit im Busverkehr

Zwischenfälle wie der Übergriff auf den Busfahrer im Januar seien Ausnahmen, wird uns von den Stadtwerken versichert. Allgemein sei die Lage friedlich. Wir haben mit mehreren Busfahrern gesprochen. Sie fühlen sich nicht unsicher, gaben sie übereinstimmend an. Busfahrer Ottmar Grüner, der seit Jahrzehnten hinterm Stadtbussteuer sitzt berichtet im Gegenteil davon, dass die Menschen gerade nach diesem Vorfall zu den Busfahrern besonders freundlich seien. „Wenn man selbst freundlich ist, hat man eigentlich kaum Probleme“, ergänzt er. Wenn jemand sich gar nicht an die Regeln halte, wisse er ja wo die Tür sei. Die größten Probleme der Busfahrer sind ungeduldige Fahrgäste betont sein Kollege Michael Sommer. „Manche machen alles auf den letzten Drücker und wenn der Bus dann ein oder zwei Minuten zu spät ist, dann ist was los. Aber wir haben das eben auch nicht immer in der Hand. Das ist überall das Gleiche.“ Mit Ruhe und Gelassenheit und ab und an mit einem lustigen Wort auf den Lippen, begegnen die beiden Busfahrer den täglichen Herausforderungen im Bayreuther Stadtverkehr. Und wer freundlich zu ihnen ist, bekommt auch eine freundliche Antwort.

Wir haben mit den Busfahrern auch ein kleines Video aufgenommen. Folge uns gerne auf instagram und Facebook um es nicht zu verpassen.

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