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Jeder Handgriff saß bei Lebensrettung im Fichtelgebirge
An einem Nachmittag Anfang Mai bricht ein älterer Mann in seiner Wohnung im Fichtelgebirge zusammen. Herzprobleme machen ihn bewusstlos. Was folgt, ist ein Einsatz, der zeigt, was möglich ist, wenn alle Glieder der Rettungskette nahtlos ineinandergreifen.
Es ist eine Sache, für den Ernstfall zu trainieren. Was zählt, ist die Umsetzung. Alle Beteiligten müssen eng zusammenarbeiten, um Leben zu retten. In so einem akuten Fall wie Anfang Mai im Fichtelgebirge zählte jede Sekunde. Nach einem Einsatz von gut einer Stunde ist ein Mann gerettet worden, ein Familienmitglied zurück.
Eine beispielhafte Rettungskette im Fichtelgebirge
BRK-Pressesprecher Thomas Janovsky berichtet von einer beispielhaften Rettungskette.
„Dieser Einsatz zeigt, wie gut die einzelnen Glieder der Rettungskette zusammenarbeiten, um einem Patienten optimal helfen zu können.“
15:12 Uhr: Notruf und Telefonreanimation
Kurz nach 15 Uhr schlägt die Familie Alarm und wählt die 112. Der Disponent der Integrierten Leitstelle Bayreuth/Kulmbach nimmt die Daten auf und leitet sofort zur sogenannten Telefonreanimation über. Dabei handelt es sich um ein standardisiertes Verfahren, das bayernweit eingesetzt wird. Geschulte Kräfte in der Leitstelle führen Laien ruhig durch die Herzdruckmassage, bis der Rettungsdienst eintrifft.
Christopher Häfner berichtet, dass in der Integrierten Leitstelle Bayreuth/Kulmbach durchschnittlich einmal täglich eine solche Telefonreanimation stattfindet.
Der Sohn des Mannes übernahm diese ersten Maßnahmen. Für ihn war es eine extreme Stresssituation, in der ihm die Leitstelle über das Telefon Schritt für Schritt zur Seite stand.
Viele Menschen zögern in solchen Momenten aus Angst, etwas falsch zu machen, sagt Janovsky.
„Bei der Laienreanimation gilt aber: Man kann nichts falsch machen, außer nichts zu tun.“
15:21 Uhr: Feuerwehr und Helfer vor Ort treffen ein
Parallel zur Telefonreanimation alarmierte der Disponent mehrere Einsatzkräfte gleichzeitig. Kurz nach der Feuerwehr traf um 15:21 Uhr der Helfer vor Ort (HvO) des BRK Bayreuth ein, ein ehrenamtlicher und speziell ausgebildeter Sanitäter des Bayerischen Roten Kreuzes.
Mit Blaulicht und Martinshorn ausgestattet, wird er immer dann alarmiert, wenn der Rettungsdienst aufgrund der Entfernung zu lange braucht. Gerade in ländlichen Regionen ist dieses Einsatzmittel oft lebensrettend.
Der HvO übernahm sofort die Reanimation und koordinierte die Feuerwehrkameraden für die gemeinsame Weiterbehandlung.
15:25 Uhr: Christoph 20 landet und Notarzt übernimmt
Nur vier Minuten später landete Rettungshubschrauber Christoph 20 in der Nähe. Der Notarzt übernahm um 15:25 Uhr die weitere Behandlung des Patienten. Damit war innerhalb von 13 Minuten nach dem Notruf bereits notärztliche Versorgung vor Ort.
15:33 Uhr: Rettungswagen aus Wunsiedel stabilisiert den Patienten
Um 15:33 Uhr traf auch der Rettungswagen aus Wunsiedel ein. Der Senior wurde in das Fahrzeug gebracht und dort weiter stabilisiert. Die Einsatzkräfte arbeiteten eng zusammen, um seinen Zustand für den Transport vorzubereiten.
16:06 Uhr: Notfallseelsorger bei den Angehörigen
Während die medizinische Versorgung lief, alarmierte die Leitstelle zusätzlich einen Notfallseelsorger. Er traf um 16:06 Uhr in der Wohnung ein und kümmerte sich um die betroffenen Angehörigen, die sich in einer Ausnahmesituation befanden. Auch dieser Schritt gehört zur vollständigen Rettungskette.
16:36 Uhr: Ankunft im Klinikum
Um 16:36 Uhr kam der Patient schließlich im Klinikum an, wo Ärzte die Behandlung fortsetzten. Von der ersten lebensrettenden Maßnahme durch den Sohn bis zur Klinikaufnahme vergingen insgesamt weniger als anderthalb Stunden.
„Ich bin froh und dankbar, dass es meinem Vater wieder besser geht. Der Mann von der Leitstelle hat mich bei der Wiederbelebung sehr gut begleitet. Die Rettungskräfte waren schnell da und haben kompetent geholfen. Vielen Dank an alle.“












Symbolfoto: pixabay
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