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Kommunalwahl 2026

Klimabewertung zur OB-Wahl in Bayreuth: Wer überzeugt – und wer nicht?

Das Bündnis für Klima- und Artenschutz Bayreuth hat die Oberbürgermeisterkandidierenden anhand eines Fragebogens bewertet und eine Klimanote vergeben. Damit erhalten die Bayreutherinnen und Bayreuther eine zusätzliche Grundlage für ihre Entscheidung bei der kommenden Wahl.

Am 8. März entscheiden die Bayreutherinnen und Bayreuther, wer künftig das Rathaus führt. Mit der Veröffentlichung von Fragebogen, vollständigen Antworten und Ergebnissen will das Bündnis nach eigenen Angaben Orientierung bieten und Wählerinnen und Wählern transparent zeigen, wie die Kandidierenden zentrale Klimafragen beantworten.

Transparente Bewertung: Fragebogen, Antworten und Auswertung veröffentlicht

Zur Kommunalwahl 2026 verschickte das Bündnis einen Fragebogen mit 14 Fragen zu zentralen Klimathemen mit Blick auf die im April 2022 beschlossenen Klimaneutralitätsziele bis 2040, darunter Mobilität, Wärmeversorgung, Stadtplanung und ÖPNV. Die Kandidierenden hatten drei Wochen Zeit zur Beantwortung.

Eine Projektgruppe wertete die Antworten aus. Je klarer aus den Stellungnahmen hervorging, dass die Kandidierenden konkrete Maßnahmen für Klimaneutralität bis 2040 umsetzen wollen, desto mehr Sterne erhielten sie (1 bis 5 Sterne). Fragebogen, Antworten und vollständige Bewertungen veröffentlichte das Bündnis transparent auf dem Klimaportal.

Nicht alle Kandidierenden wurden bewertet. Von insgesamt neun Kandidierenden hat das Bündnis sieben ausgewertet.

Nach Angaben des Bündnisses wurde der Fragebogen dem AfD-Kandidaten nicht zugesandt, weil es auf „diverse rechtsextreme und insbesondere in Bezug auf die Klimakrise wissenschaftsfeindliche Ausrichtungen innerhalb der Partei“ verweist und dafür keine Plattform bieten wolle.

Wolfgang Gruber (DU) erhielt zwar den Fragebogen, reichte jedoch keine Antworten ein, so Cornelia Huth vom Bündnis, und wurde daher nicht bewertet.

Ergebnisse: Beste und schwächste Bewertungen

Die höchste Bewertung erhielt Sabine Steininger (Bündnis 90/Die Grünen) mit 4,29 von 5 Sternen. Das Bündnis hebt besonders die Vielzahl konkreter Maßnahmenvorschläge, operative Konzepte sowie die Einbindung der Zivilgesellschaft hervor.

Auf Platz zwei folgt Frank Hofmann (BG) mit 4,0 Sternen, dessen Antworten laut Bewertung viele konkrete und umsetzbare Lösungen enthalten, etwa zur Fernwärme, Klimaanpassung und Radinfrastruktur.

Im Mittelfeld liegen mehrere Kandidierende mit Bewertungen zwischen gut drei und knapp vier Sternen. Ihre Antworten zeigen grundsätzlich Zustimmung zu Klimaschutzmaßnahmen und enthalten teilweise konkrete Vorschläge, bleiben jedoch in einigen Bereichen allgemein, nennen zu wenige verbindliche Ziele oder priorisieren einzelne Maßnahmen nicht ausreichend, erklärt das Bündnis.

Im Mittelfeld liegen Andreas Zippel (SPD) mit 3,71 Sternen, Jannick Metz (Die Linke) mit 3,64 Sternen sowie Amtsinhaber Thomas Ebersberger (CSU) mit 3,21 Sternen. Christopher Süß (Junges Bayreuth) erreicht 3,07 Sterne.

Die niedrigste Bewertung erhielt Luisa Funke-Barjak (FDP) mit 2,5 Sternen, da laut Auswertung viele Antworten unkonkret oder zurückhaltend ausfielen und verbindliche Maßnahmen fehlten.

Die Bewertung zeigt ein breites Spektrum an klimapolitischen Positionen. Während einige Kandidierende zahlreiche konkrete Maßnahmen und Transformationsziele nennen, bleiben andere stärker allgemein oder setzen Klimaschutz im Vergleich zu anderen Themen niedriger an.