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Bürgermeister-Wahl 2026 in Mistelgau – das sind die Kandidaten
Die Kommunalwahl am 8. März 2026 rückt näher. In Mistelgau stellen sich zwei Kandidaten zur Wahl. Karl Lappe von der BVgO ist amtierender Bürgermeister und tritt erneut an. Manuel Herzing von der MBG fordert ihn heraus.
Karl Lappe
- Name des Kandidaten: Karl Lappe
- Alter: 61 Jahre
- Wohnort: Mistelgau
- Bisherige politische Ämter: 1. Bürgermeister der Gemeinde Mistelgau seit 2014, 1990-2014 Gemeinderat und von 1990-jetzt Kreisrat
- Beruf: 1. Bürgermeister
- Partei/Liste auf der kandidiert wird: Wahlgemeinschaft Plösen-Gollenbach-Wohnsgehaig, Bürgervereinigung Obernsees (BVgO) und Wählergemeinschaft Frankenhaag-Streit(WGFS)
Was motiviert Sie dazu Bürgermeister sein zu wollen?
Die Heimatgemeinde positiv mitgestalten zu können und den Mitbürgern so gut es geht zu helfen.
Gab es einen bestimmten Auslöser, der Sie bewogen hat sich zu bewerben?
Die Erfahrungen aus den vorausgegangenen 24 Jahren als Gemeinde- und Kreisrat.
Was qualifiziert Sie für die Aufgabe?
Mein Wissen und meine Lebenserfahrung in Bau- Finanz- und rechtlichen Angelegenheiten und die faire Verhandlungseigenschaft auf Augenhöhe.
Was sind die größten Herausforderung in Ihrer Gemeinde?
Die immer noch angespannte Finanzlage und die immer noch weiter zu verbessernte Infrastruktur.
Wie wollen Sie diese angehen?
Mit überlegten effizienten Investitionen und Fördermittelabrufen wie z.B. beim Glasfaserausbau und Wärmeleitungen.
Welche drei Dinge wollen Sie in Ihrer Amtszeit als erstes anpacken?
- Baugebiet Eisweiher in Obernsees erschließen
- Im Rahmen eines Wärmekonzeptes die Wärmeleitung von unserem Hackschnitzelheizwerk in der Schulstr. zu weiterer öffentlicher Einrichtung fortführen
- weiterer Glasfaserausbau zu den restlichen noch förderbaren 750 Häusern.
Wie wollen Sie die finanzielle Situation der Gemeinde stabilisieren?
Sparen wo es geht und nur kostengünstig und effizient investieren und versuchen die überbordenen Kreisumlageerhöhungen zu reduzieren.
Was tun Sie, wenn Sie nicht gewählt werden?
Darüber habe ich mir vor lauter Arbeit und Wahlkampf noch keine Gedanken gemacht.
Was ist Ihr Lieblingsplatz in der Gemeinde?
Das Rathaus und mein Zuhause.
Gibt es spezielle Erinnerungen an Ihren Heimatort, an die Sie gerne denken?
Die Wahl zum 1. Bürgermeister im Jahr 2014.
Was ist für Sie das Highlight des Jahres?
Der Abschluss der Baumaßnahmen an Grundschule, Turnhalle mit PV-Anlage, offener Ganztagsschule mit Gesetzesanspruchserfüllung 2027, fortfolgende bereits jetzt erfüllt. Hackschnitzelheizwerk für vorgenannte Einrichtungen und Kindergärten sowie E-Ladestation zur Nachhaltigkeit am Schulgelände.
Auf welche Dinge wollen Sie nie mehr verzichten?
- Die Hochzeit mit meiner Frau
- Die Geburt meines Sohnes
- Erfahrungen in der Kommunalpolitik
Worauf sind Sie persönlich stolz?
Auf die über 50 Baumaßnahmen in der Gemeinde, Kindergärten, Schulumfeld, Straßen- und Gehsteige, Wasser, Abwasser und Glasfaser verteilt auf unsere 42 Gemeindeteile.
Was fällt Ihnen schwer?
Ungerecht zu verlieren.
Was ist Ihr großes Talent?
Verhandlungen auf Augenhöhe und Organisation von Baustellen, Finanz- und Fördermanagement sowie ein breites Netzwerk mit unterschiedlichsten Aufgaben, in letzter Minute, unter einen Hut zu bringen.
Manuel Herzing
- Name des Kandidaten: Manuel Herzing
- Alter: 37 Jahre
- Wohnort: Mistelgau
- Bisherige politische Ämter: Keine
- Beruf: Kriminalbeamter
- Partei/Liste auf der kandidiert wird: Mistelgauer Bürgergemeinschaft (MBG)
Was motiviert Sie dazu Bürgermeister sein zu wollen?
Meine Familie und ich fühlen uns in der Gemeinde sehr wohl. Wir mögen die Landschaft, die Dörfer und die Leute. Für mich ist es eine Herzensangelegenheit, unser Mistelgau und seine Ortsteile bestmöglich für die Zukunft aufzustellen und zu erhalten. Ich bin der Meinung wir brauchen dringend frischen Wind im Rathaus und eine andere Herangehensweise an verschiedene Themen in der Gemeinde.
Gab es einen bestimmten Auslöser, der Sie bewogen hat sich zu bewerben?
Es gab keinen direkten Auslöser. Ich habe viel Zuspruch von Menschen aus meinem Umfeld bekommen. Wenn man von verschiedenen Mitbürgern immer wieder hört „Du wärst genau der Richtige dafür“ dann motiviert einen das natürlich sehr stark. Weiterhin gab es bei der Bürgermeisterwahl im Jahr 2020 in unserer Gemeinde keinen Gegenkandidaten. Da sich das gleiche Szenario auch für die kommenden Wahlen angebahnt hat, war es für mich natürlich ein Grund mehr. Die Bürger sollten immer eine „Wahl“ haben.
Was qualifiziert Sie für die Aufgabe?
Themen wie Verwaltung und Finanzen sowie Verkehr und Straßen sind für mich als Polizeibeamter und ausgebildeter Kaufmann vertraut und bekannt. Diese fachliche Basis verbinde ich mit praktischer Führungserfahrung: In den letzten drei Jahren habe ich als Vorsitzender unseres Sportvereins Verantwortung übernommen. Der SV Mistelgau ist mit fast 1100 Mitgliedern und 7 Abteilungen einer der größten Sportvereine im Landkreis Bayreuth. Dort habe ich bereits unter Beweis gestellt, dass ich eine Organisation erfolgreich führen, Menschen für gemeinsame Ziele begeistern und auch in schwierigen Situationen den Kurs halten kann. Soziale Kompetenz ist jedoch in meinen Augen mit die wichtigste Qualifikation, die ein Bürgermeister mitbringen muss. Ich kann sehr gut mit Menschen umgehen, mich in die Lage vieler Mitbürger hineinversetzen und ihre Probleme verstehen. Lösungen und Kompromisse zu finden gehört zu meinen Stärken. Mein Ziel bei allem Handeln ist es, dass am Ende jeder mit einer Entscheidung leben kann und niemand zurückgelassen wird.
Was sind die größten Herausforderung in Ihrer Gemeinde?
Ganz klar die finanzielle Schieflage. Die ca. 9 Millionen Euro Schulden nehmen der Gemeinde die Luft zum Atmen. Gleichzeitig zeichnet sich ein herausforderndes Bild bei der zukünftigen Einnahmen- und Ausgaben-Entwicklung ab. Egal wer Bürgermeister ist – diese Tatsache kann niemand „wegzaubern“. Weiterhin hat jeder Ortsteil Wünsche und Anforderungen. Hierfür braucht es notwendige Investitionen.
Einen gesunden Mittelweg zu finden – das ist die Herausforderung.
Wie wollen Sie diese angehen?
Die finanzielle Situation der Gemeinde kann nur mittel- bis langfristig gelöst werden. Das bisherige „Hangeln“ von Jahr zu Jahr wird die Situation definitiv nicht lösen. Ich bin überzeugt, dass ein – mit dem Gemeinderat – umfangreich erarbeitetes Finanzkonzept in der Lage sein wird, Mistelgau perspektivisch finanziell wieder auf stabile Beine zu stellen. Dabei braucht es klare und realistische Prioritäten – insbesondere für anstehende Investitionen.
Welche drei Dinge wollen Sie in Ihrer Amtszeit als erstes anpacken?
- Eine gute, vertrauensvolle und intensive Zusammenarbeit zwischen Gemeinderat und Bürgermeister ist mir wichtig. Hier sehe ich aktuell Defizite, bei denen ich rasch ansetzen möchte
- Ein „offenes Ohr“ für die Bürger in Mistelgau und den Außenorten ist für mich die Grundlage für eine nahbare und erfolgreiche Kommunalpolitik. Mit den Bürgern aus dem gesamten Gemeindegebiet aktiv den Dialog zu suchen, ihre Wünsche und Probleme zu verstehen sowie Lösungen zu finden, ist für mich ein „Muss“.
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Eine eher symbolische erste Amtshandlung wäre ein „kleines Schild“ auszutauschen: Direkt an der Bahnhofsstraße in Mistelgau, nach dem Kreisel, steht ein Schild mit dem Aufdruck „Verwaltungsgemeinschaft Mistelgau“. Dort waren vor Jahren die beiden Wappen der Gemeinden Mistelgau und Glashütten sichtbar, die witterungsbedingt ausgeblichen sind. Dieses Schild würde ich sofort erneuern. Wir reden hier finanziell von einer Kleinigkeit. Aber die Außenwirkung einer Behörde fängt bei solchen Dingen an. Gerade die „kleinen Dinge“ werden bei uns oft nicht beachtet, machen`s aber oft auch aus.
Wie wollen Sie die finanzielle Situation der Gemeinde stabilisieren?
Gerne verweise ich auf meine Antwort zum Thema „Herausforderungen“.
Darüber hinaus sind natürlich sparsames Wirtschaften, Nutzung von Förderungen und Zuschüssen sowie eine erneute Prüfung eines Antrags auf Stabilisierungshilfe, selbstverständlich.
Was tun Sie, wenn Sie nicht gewählt werden?
Ich werde mich natürlich weiterhin bestmöglich für unsere Gemeinde einsetzen. Egal auf welcher Ebene – als Bürgermeister, als Gemeinderat oder eben als „normaler Bürger“
Was ist Ihr Lieblingsplatz in der Gemeinde?
Da fallen mir einige ein… Der Tafelberg auf der Neubürg ist für mich ein Kraftort – wenn ich dort oben stehe, habe ich den Blick über unsere gesamte Heimat, das macht den Kopf frei. Den Zauberwald in Mengersdorf liebe ich, weil ich dort beim Spaziergang mit meiner Familie abschalten kann. Und auch die Therme in Obernsees ist für mich ein Ort, an dem wir zeigen, was unsere Region an Lebensqualität zu bieten hat.
…aber mein heimlicher Lieblingsplatz ist eigentlich überall dort, wo Menschen zusammenkommen: Sei es am Sportplatz, im Wirtshaus oder auf einem unserer Dorfplätze.
Gibt es spezielle Erinnerungen an Ihren Heimatort, an die Sie gerne denken?
Ich erinnere mich immer wieder gerne an meine Hochzeit hier in Mistelgau 2018. Einer der schönsten Tage in meinem Leben.
Was ist für Sie das Highlight des Jahres?
Das sind die unzähligen Dorffeste und Kirchweihen bei uns im Gemeindegebiet. Bei uns kann man im Sommer und Herbst fast jede Woche ein anderes Event besuchen und jedes ist für sich einzigartig.
Auf welche Dinge wollen Sie nie mehr verzichten?
- Auf meine Familie
- Auf ein kühles Bier an einem heißen Sommertag
- Auf die geselligen Stunden und den ehrlichen Austausch mit den Menschen im Dorf – egal ob am Stammtisch, im Verein oder einfach zwischen Tür und Angel
Worauf sind Sie persönlich stolz?
Da fällt mir natürlich zuerst wieder meine Familie und meine beiden Kinder ein. Weiterhin auch meine ehrenamtliche Arbeit beim Sportverein in Mistelgau. Ich habe vor drei Jahren das Amt als Erster Vorsitzender übernommen und konnte dort gemeinsam mit meinen Vereinskammeraden schon viel bewegen.
Was fällt Ihnen schwer?
Wegschauen wenn jemandem Unrecht geschieht. Manchmal bin ich auch etwas ungeduldig und möchte Dinge lieber heute als morgen erledigt haben
Was ist Ihr großes Talent?
Ganz klar – der Umgang mit Menschen und meine Teamfähigkeit.
Ich genieße es, mit Menschen zusammenzuarbeiten, zu sprechen, zuzuhören, zu feiern usw. – einfach unter Leuten zu sein. Ich glaube deshalb bin ich auch vor einigen Jahren Schiedsrichter geworden.
Egal wie das Ergebnis nach dem Schlusspfiff lautet, mein Anspruch ist immer, dass beide Mannschaften mir am Ende die Hand schütteln und zufrieden sind. Und das gelingt mir auch sehr oft.












Der Mann mit der Baskenmütze: Ferd Röntgen. Foto: Kunstmuseum Bayreuth.
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