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OB-Wahl 2026 – Kandidatin Luisa Funke-Barjak
Die Kommunalwahl am 8. März 2025 rückt näher. In unserer Interviewreihe mit den Bayreuther Kandidatinnen und Kandidaten für das Amt des Stadtoberhauptes stellen wir alle Personen vor, die sich um das Amt bewerben. Heute: Luisa Funke-Barjak. Im Interview spricht sie übers Zuhören, eine pragmatische Verkehrspolitik und mehr Transparenz sowie Bürgerbeteiligung in Bayreuth.
1. Warum Bayreuth? Was ist hier besser als anderswo?
Bayreuth verbindet Kultur, Wissenschaft und eine hohe Lebensqualität. Wir sind keine anonyme Großstadt, aber auch kein verschlafenes Provinzstädtchen. Die kurzen Wege, viele ehrenamtlich engagierte Menschen, unsere Universität und eine internationale Ausstrahlung durch die Festspiele machen Bayreuth zu einer Stadt, in der man wirklich etwas bewegen kann. Das motiviert mich.
2. Welche Erfahrungen in Ihrem Leben haben Sie am stärksten geprägt – und was haben Sie daraus gelernt?
Konkrete Erfahrungen kann ich an dieser Stelle nicht nennen. Aber es ist definitiv so, dass es ein Zusammenspiel aus privaten Herausforderungen, beruflichen Entscheidungen und ehrenamtlichem Engagement, aber auch die politische Arbeit vor Ort ist. Ich habe gelernt, dass gute und pragmatische Lösungen selten ideologisch entstehen, sondern durch Zuhören, Abwägen und dem Mut, auch unpopuläre Entscheidungen zu treffen.
3. Sollten Sie gewählt werden – was machen Sie im Rathaus als Erstes?
Zuhören – Gespräche mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, mit Fraktionen, Wirtschaftsvertretern, sozialen Trägern und Bürgerinitiativen. Parallel dazu setze ich auf eine klare Agenda für die ersten 100 Tage: mehr Transparenz, schnellere Prozesse, klare Prioritäten.
4. Was soll in Bayreuth bleiben wie es ist? Was soll sich ändern?
Der besondere Charakter der Stadt: kurze Wege, starke Kultur, lebendiges Ehrenamt und das gute Miteinander in einer lebenswerten Stadt. Ändern müssen wir dort, wo Dinge zu langsam, zu bürokratisch oder zu kompliziert sind. Eine effiziente, moderne Verwaltung, transparente und nachvollziehbare (politische) Entscheidungen, Möglichkeiten zur Beteiligung. Da sehe ich Optimierungspotential.
5. Hohe Mieten und fehlender Wohnraum: Ihr konkreter Plan für bezahlbares Wohnen?
Mein Ansatz: bauen, ermöglichen, beschleunigen. Mehr Bauland aktivieren, Genehmigungen schneller machen und intensiv mit Investoren, Genossenschaften und der Stadt zusammenarbeiten. Bezahlbarer Wohnraum entsteht durch mehr Angebot – nicht durch mehr Bürokratie.
6. Prestige-/Großprojekte kontra soziale Projekte – was ist wichtiger?
Beides ist wichtig, aber es braucht die richtige Balance. Großprojekte dürfen nicht Selbstzweck sein – sie müssen der Stadt langfristig nutzen. Soziale Projekte sichern den Zusammenhalt. Eine kluge Stadtpolitik verbindet beides: wirtschaftliche Stärke als Grundlage für sozialen Ausgleich.
7. Verkehr: Wie stellen Sie sich eine faire Aufteilung des Straßenraums vor?
Nicht ideologisch, sondern pragmatisch. Alle Verkehrsteilnehmer haben legitime Interessen. Ein starker ÖPNV, sichere Rad- und Fußwege, aber auch gleichzeitig Erreichbarkeit für Autofahrer, Handwerk und Handel sicherstellen. Mein Ziel ist kein Gegeneinander der verschiedenen Verkehrsteilnehmer, sondern ein funktionierendes Miteinander.
8. Leerstände in der Innenstadt: Welche Nutzung wünschen Sie sich?
Mehr Vielfalt: Wohnen, Arbeiten, Kultur, Gastronomie, Start-ups, Pop-up-Stores. Die Innenstadt muss wieder ein Ort sein, an dem man nicht nur einkauft, sondern sich aufhält. Dafür brauchen wir flexible Nutzungskonzepte statt starrer Vorgaben.
9. Transparenz und Bürgerbeteiligung: Wie kann man das verbessern?
Im vergangenen Jahr konnte man ja hautnah miterleben, wozu mangelnde Transparenz führt. Nicht nur deshalb sind mir klare, transparente Entscheidungen so wichtig. Verbessern würde ich die Einführung und den Ausbau von digitalen Beteiligungsformaten, ergänzend zu klassischen Bürgerversammlungen, und klare Rückmeldungen, damit auch nachvollzogen werden kann, was aus den Ideen der Bürgerinnen und Bürger geworden ist. Für mich darf Beteiligung kein Alibi sein, sondern muss Wirkung haben.
10. Drei persönliche Dinge über Sie – abseits der Politik?
Ich bin gerne draußen unterwegs, ob am Buchstein oder im Fichtelgebirge, da bekomme ich den Kopf frei. Nach meinem Kirchenmusikstudium bin ich nicht hauptberuflich in den Kirchendienst gegangen, sondern spiele des Öfteren die Orgel in verschiedenen Bayreuther Kirchengemeinden. Ansonsten bin ich eher strukturiert als chaotisch – das hilft mir dabei, Familie, Beruf und ehrenamtliches und politisches Engagement unter einen Hut zu bekommen.
Schon die anderen Kandidatinnen und Kandidaten kennengelernt?












Symbolbild. Erstellt mit KI.
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