Zuletzt aktualisiert am
OB-Wahl 2026 – Maximilian Maul (AfD)
Die Kommunalwahl am 8. März 2026 rückt näher. In unserer Interviewreihe mit den Bayreuther Kandidatinnen und Kandidaten für das Amt des Oberbürgermeisters/der Oberbürgermeisterin stellen wir alle acht Personen vor, die sich um das Amt bewerben. Im Interview spricht Maximilian Maul über eine restriktive Haushaltspolitik, die Ablehnung ideologischer Verkehrsprojekte und die Verknüpfung von kommunalem Wohnungsbau mit einer fordernden Migrationspolitik.
1. Warum Bayreuth? Was ist hier besser als anderswo?
Bayreuth bietet eine außergewöhnlich hohe Lebensqualität. Dazu gehören eine exzellente Universität, ein vielfältiges kulturelles Angebot und eine starke regionale Identität. Besonders schätze ich die oberfränkische Gastfreundschaft, die man in den Bayreuther Lokalen ebenso spürt wie beim guten fränkischen Essen. Diese Mischung aus Bildung, Kultur und Bodenständigkeit macht Bayreuth für mich einzigartig.
2. Welche Erfahrungen in Ihrem Leben haben Sie am stärksten geprägt – und was haben Sie daraus gelernt?
Mich hat vor allem das Einstehen für die eigene Meinung geprägt – und der Widerstand, der damit verbunden sein kann. Gerade in den ersten Jahren meines politischen Engagements habe ich persönliche Angriffe erlebt. Das war nicht immer einfach, hat mich aber darin bestärkt, für meine Überzeugungen einzustehen und auch dann Haltung zu zeigen, wenn man gegen den Strom schwimmt. Politik braucht Rückgrat, gerade wenn Entscheidungen unpopulär, aber notwendig sind.
3. Sollten Sie gewählt werden – was machen Sie im Rathaus als Erstes?
Als Erstes würde ich eine ehrliche und vollständige Bestandsaufnahme der Haushaltslage vornehmen. Bayreuth steht vor einer dramatischen Entwicklung: In den kommenden Jahren droht eine massive Ausweitung der Schulden. Gleichzeitig wird immer wieder über Kürzungen bei freiwilligen Leistungen gesprochen, während letztlich freiwillige Großprojekte wie das Friedrichforum weiter enorme Kosten verursachen. Der Bürger hat als Steuerzahler ein Recht darauf, dass der Stadtrat verantwortungsvoll mit seinem Geld umgeht und sich auf Projekte konzentriert, die originäre Aufgabe der Stadt sind und den Menschen in Bayreuth tatsächlich zugutekommen.
4. Was soll in Bayreuth bleiben wie es ist? Was soll sich ändern?
Bleiben soll das, was Bayreuth ausmacht: seine kulturelle Identität, seine historischen Orte, die Vereine und das starke bürgerschaftliche Engagement. Ändern muss sich jedoch die politische Prioritätensetzung. Während die Schulden der Stadt explodieren, verfallen an vielen Stellen Kitas und Schulen. Bayreuth braucht wieder eine Politik der klaren Prioritäten und der finanziellen Verantwortung – mit mehr Bodenhaftung im Rathaus.
5. Viele Bayreuther klagen über hohe Mieten und fehlenden Wohnraum: Was ist Ihr konkreter Plan für bezahlbares Wohnen in der Stadt in den nächsten sechs Jahren?
Bezahlbarer Wohnraum entsteht nicht durch immer neue Vorschriften, sondern durch mehr Wohnungsbau und konsequente Abschiebung vollziehbar ausreisepflichtiger Menschen. Mein Ansatz ist, Bauland schneller verfügbar zu machen, Genehmigungsverfahren zu beschleunigen und Investoren Planungssicherheit zu geben. Gleichzeitig müssen städtische Grundstücke gezielt für Wohnungsbau genutzt werden, damit Entlastung auf dem Wohnungsmarkt entsteht. Gleichsam muss der Oberbürgermeister der Stadt Bayreuth sich auch bei der Staatsregierung für zügige Abschiebungen verwenden.
6. Prestige-/Großprojekte kontra soziale Projekte: Was ist wichtiger oder warum ist beides wichtig?
Soziale Verantwortung beginnt mit solider Haushaltspolitik. Nur eine finanziell gesunde Stadt kann sich soziale Projekte dauerhaft leisten. Prestigeprojekte, die viel kosten und wenig Nutzen bringen, helfen niemandem. Investitionen müssen einen messbaren Mehrwert für die Bürger haben – etwa durch bessere Infrastruktur, Sicherheit oder Bildung. Entscheidend ist die richtige Priorisierung.
7. Verkehr ist eines der Dauerthemen in Bayreuth: Wie stellen Sie sich eine faire Aufteilung des Straßenraums zwischen Auto, ÖPNV, Rad- und Fußverkehr vor?
Fair bedeutet für mich vor allem ideologiefrei. Bayreuth ist keine Großstadt, sondern eine Pendler- und Wirtschaftsregion. Das Auto wird auch künftig eine wichtige Rolle spielen. Gleichzeitig müssen öffentlicher Nahverkehr, Rad- und Fußverkehr sinnvoll integriert werden – ohne den motorisierten Individualverkehr künstlich zu verdrängen. Hierbei darf der Straßenraum nicht nach Ideologie, sondern nach tatsächlicher Nutzung aufgeteilt werden. Daher hat eine gute Infrastruktur für Kraftfahrzeuge für mich eine hohe Priorität.
8. Leerstände sind ärgerlich in der Innenstadt. Welche Nutzung wünschen Sie sich dort?
Ich wünsche mir wieder mehr inhabergeführte Geschäfte, Handwerk, Gastronomie und Dienstleistungen. Die Innenstadt muss ein Ort des Lebens sein, nicht nur des Konsums. Dazu gehören auch Wohnen, Büros und kulturelle Nutzungen. Weniger Bürokratie und klare Rahmenbedingungen – wie die großzügige Verfügbarkeit von Parkraum für Besucher – sind entscheidend, damit private Investitionen sinnvoll möglich werden.
9. Viele Menschen wünschen sich mehr Transparenz und Bürgerbeteiligung im Rathaus: Können Sie das nachvollziehen und wie kann man diesem Wunsch gerecht werden?
Ja, absolut. Viele Menschen haben zu Recht das Gefühl, dass Entscheidungen über ihre Köpfe hinweg getroffen werden. Das untergräbt Vertrauen. Ich setze mich für echte Beteiligungsmöglichkeiten ein, etwa durch Bürgerentscheide bei wichtigen Weichenstellungen und bürgerfreundliche Veröffentlichung der Sitzungsunterlagen aus ohnehin öffentlichen Sitzungen des Stadtrats. Politik muss sich immer am Interesse der Bürger orientieren.
10. Was sind drei ganz persönliche Dinge, die Bayreuth über Sie wissen sollte – abseits der Politik (z.B. Hobbys, Macken, Lieblingsorte in Bayreuth) – und was verraten diese über Ihren Charakter?
Ich gehe sehr gerne in der Eremitage spazieren und besuche traditionelle Bayreuther Restaurants mit guter fränkischer Küche. Außerdem spiele ich leidenschaftlich gern Tennis und habe auch einen Trainerschein gemacht. Disziplin, regelmäßiges Training und das Arbeiten auf ein klares Ziel hin sind mir wichtig. Dieses Prinzip möchte ich auch auf meine politische Arbeit übertragen: konsequent arbeiten, damit am Ende ein gutes Ergebnis für die Bürger unserer Stadt steht.
Zu einer Übersicht der anderen Kandidatinnen und Kandidaten geht es hier entlang.












OB Kandidatin Sabine Steininger zu Gast in der bt-Redaktion ©Katharina Müller-Sanke
Großer Saal im Friedrichsforum. © Dirk Ellmer