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Castello wird „zum Otto“: Neuer Pächter im Schloss Emtmannsberg„Laib und Seele“ eröffnet in der Dammallee„Neuköllner Verhältnisse“ in Bayreuth?

Zuletzt aktualisiert am 24. Januar 2026 | 17:42

Kommunalwahl

OB-Wahl 2026 – Kandidatin Sabine Steininger (GRÜNE)

Katharina Müller-Sanke

Die Kommunalwahl am 8. März 2026 rückt näher. In unserer Interviewreihe mit den Bayreuther Kandidatinnen und Kandidaten für das Amt des Oberbürgermeisters/der Oberbürgermeisterin stellen wir alle acht Personen vor, die sich um das Amt bewerben. Im Interview spricht Sabine Steininger über ihre tiefe Verbundenheit zu ihrer Heimatstadt Bayreuth, ihre durch die Tatkraft ihrer Eltern geprägte Arbeitsmoral sowie ihre Pläne für eine strukturierte, bereichsübergreifende Zusammenarbeit im Rathaus.

OB Kandidatin Sabine Steininger zu Gast in der bt-Redaktion ©Katharina Müller-Sanke
OB Kandidatin Sabine Steininger zu Gast in der bt-Redaktion ©Katharina Müller-Sanke

1. Warum Bayreuth? Was ist hier besser als anderswo?

Gerade weil ich bereits an vielen unterschiedlichen Orten im In- und Ausland war, egal ob zur Ausbildung, beruflich oder im Urlaub, bin ich immer wieder sehr gerne in meine Geburts- und Heimatstadt Bayreuth zurück gekehrt. Ich schätze die übersichtliche Größe Bayreuths, unsere zentral gelegene Wohnung mit kurzen Wegen in die Innenstadt oder zum Bahnhof, das vielfältige kulturelle und sportliche Angebot sowie die vielen öffentlichen Parks, in denen ich sehr gerne spazieren gehe.

2. Welche Erfahrungen in Ihrem Leben haben Sie am stärksten geprägt – und was haben Sie daraus gelernt?

Die Lebensgeschichte meiner Eltern: Mein Vater stammt ursprünglich aus einer ärmlichen Gegend in Ostpreußen. Meine Mutter ist Bayreutherin. Nach dem zweiten Weltkrieg standen beide mehr oder weniger vor dem Nichts. Mit einer unglaublichen gemeinsamen Arbeitsleistung und Sparsamkeit sind sie zu Wohlstand gekommen. Ich habe daraus gelernt, die Ärmel hochzukrempel und anzupacken, egal wie unangenehm die Aufgabe auch manchmal sein mag.

3. Sollten Sie gewählt werden – was machen Sie im Rathaus als erstes?

Ein Klausurwochenende mit den Referent*innen, um zu einem bereichsübergreifenden Arbeiten zu kommen, um eine Festlegung der Projekte vorzunehmen, die wir in den nächsten sechs Jahren umsetzen wollen. Anschließend würde ich diese Pläne mit den Fraktionsvorsitzenden und Gruppensprecherinnen aller demokratischen Fraktionen, bzw. Gruppen erörtern und danach den Dienststellenleitungen und dem gesamten Stadtrat vorstellen.

4. Was soll in Bayreuth bleiben wie es ist? Was soll sich ändern?

Die Stadt prägende Gebäude sollen unbedingt erhalten bleiben. Stadtplanung soll nach den Bedürfnissen der Bayreutherinnen und Bayreuther erfolgen und nicht nach den Forderungen von Investoren. Darüber hinaus soll Bayreuth grüner und klimaneutral werden: Das geht mit kleinen Maßnahmen, wie weiteren Baumpflanzungen, Dach- und Fassadenbegrünungen, und großen Projekten wie der Wärme-, Energie- und Mobilitätswende.

5. Viele Bayreuther klagen über hohe Mieten und fehlenden Wohnraum: Was ist Ihr konkreter Plan für bezahlbares Wohnen in der Stadt in den nächsten sechs Jahren?

Die Neue Mitte Kreuz wird als ein Quartier für alle gemeinsam mit unserer Gewog sowie weiteren genossenschaftlich agierenden Wohnungsbauunternehmen entwickelt. Wo und wie immer möglich werde ich versuchen die Gewog, unsere städtische Wohnungsbaugesellschaft zu stärken. Städtische Flächen werden grundsätzlich nur auf Erbbaupachtbasis vergeben. Durch gezielte Nachverdichtung, Geschosswohnungsbau, Ausbau von Dachgeschossen, Überbauen von Parkplätzen, kann ebenfalls weiterer Wohnraum entstehen. Mit der Aufstockung der Mittel für die kostenlose Energieeinsparerstberatung will ich Wohnungseigentümer*innen motivieren, ihre Liegenschaften zeitgemäß zu sanieren und dem Markt wieder zur Verfügung zu stellen.
Nach dem Beispiel „Zu Hause bei Aldi“  könnte auch in Bayreuth neuer Wohnraum entstehen.

6. Prestige-/Großprojekte kontra soziale Projekte: Was ist wichtiger oder warum ist beides wichtig?

Prestigeprojekte brauchen wir nicht, und die haben wir meines Wissens auch nicht. Die Investitionen in Großprojekte, wie z. B. den Ersatzneubau der Gewerblich Technischen Berufsschule und die Sanierung des Friedrichsforums als ein Haus für alle und alles waren und sind wichtig, da sie nicht nur für Bayreuth, sondern für die ganze Region, bzw. darüber hinaus bedeutsam sind. Auch Schulsanierungen, wie z. B. die des Richard-Wagner-Gymnasiums, sind wichtig und müssen wie geplant umgesetzt werden. Darüber hinaus gilt es, endlich die Schoko als Jugend- und Kulturzentrum zu sanieren.

7. Verkehr ist eines der Dauerthemen in Bayreuth: Wie stellen Sie sich eine faire Aufteilung des Straßenraums zwischen Auto, ÖPNV, Rad- und Fußverkehr vor?

Mobilitätswende bedeutet für mich zügiges, sicheres und zielorientiertes Fort-, Hin- und Ankommen für alle Menschen in Bayreuth. Mit allen Verkehrsmitteln und zu Fuß. Wo es unerlässlich ist, bezieht das ausdrücklich den motorisierten Individualverkehr mit ein, Fahrrad und ÖPNV müssen aber gleichberechtigt sein.
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8. Leerstände sind ärgerlich in der Innenstadt. Welche Nutzung wünschen sie sich dort?

Kleine Boutiquen, Gastronomie oder kulturelle Nutzung, je größer die Bandbreite, desto besser. Ich würde gemeinsam mit unserer Wirtschaftsförderung und dem Quartiersmanagement überlegen, wie man gezielt mit den Immobileneigentümer*innen eine Lösung findet, die zu einer Belebung der Leerstände und somit einer Aufwertung nicht nur der Innenstadt, sondern der eigenen Immobilie sorgt.

9. Viele Menschen wünschen sich mehr Transparenz und Bürgerbeteiligung im Rathaus: Können Sie das nachvollziehen und wie kann man diesem Wunsch gerecht werden?

Ich kann diesen Wunsch durchaus nachvollziehen, auch wenn sich in Bayreuth bereits einiges geändert hat: Der Bürgerrat St. Georgen ist für mich ein gutes Beispiel, wie man Menschen in ihren Vierteln besser in deren Umbau oder Entwicklung einbinden kann. Die alljährliche Bürgerversammlung werde ich beibehalten.

10. Was sind drei ganz persönliche Dinge, die Bayreuth über Sie wissen sollte – abseits der Politik (z.B. Hobbys, Macken, Lieblingsorte in Bayreuth) – und was verraten diese über Ihren Charakter?

Ich liebe Frankenkrimis, z. B. von Tommie Goertz oder Helmut Vorndran. Ich bin Urbayreuther und liebe es zwischenzeitlich, im heimischen Dialekt zu sprechen. Bratwurst mag ich aber trotzdem nicht, bei einem knusprigen Schäufala hingegen werde ich schon einmal schwach. Meine Lieblingsorte in Bayreuth sind die Wilhelminenaue, der Ökologisch Botanische Garten und das eine oder andere Restaurant. Wobei wir wieder bei der heimlichen Schwäche wären: Von Zeit zu Zeit gemeinsam mit der Familie oder mit Freunden gut Essen gehen.

Eine Übersicht über alle OB-KandidatInnen in Bayreuth gibt es hier. 

Sabine Steininger im bt-Kurzinterview ©Katharina Müller-Sanke
Sabine Steininger im bt-Kurzinterview ©Katharina Müller-Sanke
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