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Kulmbacher Hammerwerfer gewinnt bei der Leichtathletik-WM in Tokio Silber

Ein Gänsehautmoment in Tokio: Hammerwerfer Merlin Hummel aus Kulmbach hat im WM-Finale seine bisher beste Leistung gezeigt und sich mit 82,77 Metern die Silbermedaille gesichert. Es ist die erste WM-Medaille für die deutschen Hammerwerfer seit 20 Jahren – ein historischer Erfolg für den 23-Jährigen.

„Ich habe versucht, den Wettkampf zu genießen und geile Würfe zu machen. Natürlich wollte ich diese Weite mitnehmen – und es hat perfekt funktioniert“, erklärte Hummel nach dem Wettkampf.

Bestweite von 82,77 Metern gleich im ersten Versuch

Mit dem ersten Wurf des Finales schleuderte Hummel den 7,26 Kilogramm schweren Hammer auf 82,77 Meter – eine Steigerung seiner persönlichen Bestleistung um satte 1,50 Meter. Die geballte Faust, ein breites Grinsen und der Blick zur Anzeigetafel machten klar: Hier schreibt gerade ein deutscher Hammerwerfer Geschichte.

Nur Olympiasieger Ethan Katzberg aus Kanada konnte kontern. Mit 84,70 Metern stellte er die beste Weite in der WM-Geschichte auf. Bronze ging mit 82,69 Metern knapp an den Ungarn Bence Halász.

Erste deutsche Hammerwurf-Medaille seit 2005

Für Deutschland ist Hummels Erfolg ein Meilenstein. Seit Markus Esser 2005 in Helsinki (nachträglich durch Doping-Disqualifikationen) Bronze zugesprochen bekam, stand kein deutscher Hammerwerfer mehr auf dem WM-Podest.

Mit 82,77 Metern rückt Hummel nun auf Platz vier der ewigen deutschen Bestenliste vor. Zum Deutschen Rekord von Ralf Haber aus dem Jahr 1988 fehlen ihm lediglich 63 Zentimeter.

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Stimmen zum Wettkampf

„Ich wollte den ersten Wurf locker machen – und dann habe ich gemerkt, wie viel Power ich reinlegen konnte. Würfe sind nie perfekt, aber der war schon ganz weit dran“, sagte ein überglücklicher Merlin Hummel.

Sein Erfolgsgeheimnis sei das perfekte Zusammenspiel im Team: „Ich bin super dankbar – für mein ganzes Umfeld, meinen Trainer, meine Familie. Zu einer solchen Leistung gehören perfektes Training, ein perfekter Trainer und ein perfektes Umfeld. Das alles hatte ich.“

Trainer Martin Ständner lobte im ZDF seinen Schützling in den höchsten Tönen: „Ich bin unheimlich stolz auf den Jungen. Jahr für Jahr gesteigert – und heute saustark. Dass er das gleich im ersten Versuch bringt, ist fantastisch.“

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Folgende Erfolge kann Merlin Hummel schon für sich verbuchen:

International:
Zweiter U23-EM 2023
Zweiter U20-EM 2021
Zweiter EYOF 2019

National:
Deutscher Winterwurf-Meister 2023, 2024 und 2025
Deutscher Meister 2022
Zweiter DM 2020 und 2024
Deutscher U20-Meister 2021 und 2020
Zweiter U18-DM 2018
Deutscher U20-Winterwurfmeister 2020
Deutscher U18-Winterwurfmeister 2019, Dritter 2018

Teil einer deutschen Erfolgsserie

Mit dem Silber von Merlin Hummel feiert der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) bereits die dritte Medaille bei der WM 2025 in Tokio. Zuvor hatten Weitspringerin Malaika Mihambo und Marathonläufer Amanal Petros ebenfalls Silber geholt.

„Ziel ist es, gesund zu bleiben und Jahr für Jahr weitere Schritte zu machen. Irgendwann möchte ich 85 Meter werfen“, blickte Hummel kämpferisch in die Zukunft.

Fazit: Ein neuer Star im deutschen Hammerwurf

Merlin Hummel hat mit seiner Leistung in Tokio nicht nur Edelmetall gewonnen, sondern sich auch in die Herzen der deutschen Leichtathletik-Fans geworfen. Mit seiner persönlichen Bestleistung, seinem kämpferischen Auftritt und seiner Bodenständigkeit könnte er zum Gesicht einer neuen Hammerwurf-Generation in Deutschland werden.