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Neues Wahrzeichen für Laineck: Einweihung der Epiphaniaskirche am 6. Januar
Nach über 50 Jahren im Provisorium blickt der Stadtteil Laineck einer historischen Zäsur entgegen. Am Dreikönigstag 2026 wird der Neubau der Epiphaniaskirche feierlich eingeweiht. In Zeiten, in denen Kirchengebäude oft geschlossen werden, setzt dieses 2-Millionen-Euro-Projekt ein kraftvolles Zeichen für die Zukunft der evangelischen Gemeinde.
Vom Provisorium zum modernen Gemeindezentrum
Seit 1972 diente die bisherige Epiphaniaskirche der Gemeinde als geistliche Heimat. Was damals als Übergangslösung gedacht war, blieb über fünf Jahrzehnte bestehen: Ein barackenartiger Behelfsbau, der zuletzt mit undichten Fenstern und immensen Heizkosten zu kämpfen hatte. Ein zeitgemäßes Gemeindeleben war in den sanierungsbedürftigen Räumen kaum noch möglich.
Doch die Kirchengemeinde Laineck, mit rund 1.250 Mitgliedern die kleinste im Dekanat Bayreuth, bewies einen langen Atem. Über 20 Jahre lang legten die Verantwortlichen und die Bürger systematisch Geld zur Seite, um den Traum vom Neubau zu verwirklichen. Die hohe Aktivität der Gruppen – von Chören bis hin zu Seniorentreffen – war letztlich der entscheidende Faktor, warum das Projekt politisch und kirchlich grünes Licht erhielt.
Finanzierung durch Zusammenhalt und Erfindungsreichtum
Ein Kirchenneubau dieser Größenordnung ist im heutigen Bayern eine absolute Seltenheit. Die Gesamtkosten von 1,7 bis 2 Millionen Euro wurden durch ein solides Finanzierungskonzept gestemmt:
- Eigenleistung: Rund 300.000 Euro sparte die Gemeinde durch Spenden und kreative Aktionen wie den Verkauf von Honig und Kartoffeln an.
- Landeskirche: Ein Drittel der Bausumme wird von der bayerischen Landeskirche getragen.
- Grundstücksverkauf: Um die restlichen Mittel zu sichern, veräußerte die Gemeinde einen Teil ihres Grundstücks.
Angesichts bundesweiter Kirchenschließungen gilt das Projekt in Bayreuth-Laineck als städtebauliches und geistliches Signal mit hoher Symbolkraft.
Architektur: Licht, Transparenz und Multifunktionalität
Der Entwurf für die neue Epiphaniaskirche bricht mit alten Konventionen. Statt massiver Mauern dominieren großzügige Verglasungen und ein helles, luftiges Design. Das Ziel: Ein offenes Haus, das Transparenz ausstrahlt und zum Eintreten einlädt.
Die Highlights des Neubaus:
- Flexibler Kirchenraum: Rund 160 Sitzplätze können je nach Anlass (Gottesdienst, Konzert oder Feier) variabel angeordnet werden.
- Alles unter einem Dach: Der Neubau bündelt den Sakralraum mit Funktionsräumen für die Chorarbeit, den Posaunenchor und den Konfirmandenunterricht.
- Tradition trifft Moderne: Der charakteristische hölzerne Glockenturm bleibt erhalten. Er wurde versetzt und in das neue Ensemble integriert, um die Brücke zur Geschichte des Stadtteils zu schlagen.
Der Festtag: Einweihung am 6. Januar 2026
Der Zeitplan steht: Nachdem die Hochbauarbeiten seit 2023 das Ortsbild prägten, ist das Gebäude pünktlich zum Jahreswechsel fertiggestellt. Der 6. Januar 2026 (Epiphaniasfest) markiert den Höhepunkt der Gemeindegeschichte.
Im Rahmen eines Festgottesdienstes wird die neue Kirche offiziell ihrer Bestimmung übergeben. Gleichzeitig findet die Entwidmung des alten Behelfsbaus statt. Damit endet eine über 50-jährige Ära des Provisoriums, und Laineck gewinnt ein neues Zentrum für Begegnung, Kultur und Glauben, das weit über den klassischen Sonntagsgottesdienst hinausstrahlt.











Symbolbild: Pixabay
WALD ©Studiobühne Bayreuth