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Zuletzt aktualisiert am 17. Februar 2026 | 12:02

Kommunalwahl

Landrats-Wahl 2026 – Kandidatin Juliane Glaschke

Katharina Müller-Sanke

Die Kommunalwahl am 8. März 2026 rückt näher. In unserer Interviewreihe mit den Bayreuther Kandidatinnen und Kandidaten für das Amt der/des Landrätin/Landrates stellen wir alle sechs Personen vor, die sich um das Amt bewerben. Kandidatin Juliane Glaschke von der Linken spricht im Interview über bezahlbaren Wohnraum, einen gut ausgebauten ÖPNV und medizinische Versorgung.

Juliane Glaschke ©bt-Redaktion

Name der Kandidatin: Juliane Glaschke

Alter: noch 30

Familie: verheiratet

Wohnort: Pegnitz

Bisherige politische Ämter: Kreisschatzmeisterin Die Linke Kreisverband Bayreuth

Partei/Liste auf der kandidiert wird: Die Linke, Liste 10

Was motiviert Sie dazu Landrätin werden zu wollen?

Ich bin politisch aktiv geworden, weil ich etwas bewegen, etwas verbessern möchte. Seit meinem Parteieintritt habe ich bei meiner politischen Arbeit immer 100% gegeben. Diese Energie möchte ich den Menschen in unserem Landkreis zugutekommen lassen und gerechte Politik dort machen, wo die Bürger und Bürgerinnen sie auch tatsächlich brauchen.

Gab es einen bestimmten Auslöser, der Sie bewogen hat, sich zu bewerben?

Es gab keinen genauen Zeitpunkt. Aber ich habe bei meiner politischen Arbeit einfach gemerkt, dass sich die Menschen im Landkreis oft nicht von der Politik gesehen fühlen. Sie denken, Politiker und Politikerinnen interessiert sich nur für den Bund, die Länder, die Großstädte. Aber die Menschen, für die wir Politik machen, leben nun mal auch hier vor Ort, das ist die Basis und hier müssen wir anfangen, wenn wir moderne und gerechte Politik wollen. Also habe ich gerne zugesagt, als meine Partei mich gefragt hat, ob ich mir nicht vorstellen könnte, als Landrätin zu kandidieren.

Was qualifiziert Sie für die Aufgabe?

Durch meine Arbeit in der Gastronomie habe ich sowohl im administrativen Bereich als auch in der Operativen viel Erfahrung sammeln dürfen. Da heißt es auch in Führungspositionen: Anpacken! Dieser Pragmatismus hilft mir, mich jederzeit auf das Wesentliche zu fokussieren und Aufgaben direkt anzugehen, anstatt aufzuschieben. Zudem habe ich auf meinem Weg gelernt, auch in stressigen Situationen einen kühlen Kopf zu bewahren und mich nicht von meinen Zielen abbringen zu lassen.

Zu guter Letzt ist es natürlich auch die Erfahrung in der Mitarbeiterführung, die mich für die Arbeit als Landrätin qualifiziert, denn letzten Endes ist die Landrätin nunmal Chefin einer Behörde mit Mitarbeitenden, die eine erfahrene und vor allem motivierte Führungskraft erwarten.

Was sind die größten Herausforderungen des Landkreises?

Bei meinen Gesprächen im Privaten, an den Wahlständen und an den Haustüren werden folgende Dinge von den Bürgerinnen und Bürgern immer wieder erwähnt: Der ÖPNV, ein Mangel an bezahlbarem Wohnraum und die schlechte medizinische Versorgung.

Wie wollen Sie diese angehen?

Im Großen und Ganzen spielen diese drei Punkte zusammen. Denn auch (junge) Ärzte sind Menschen und wollen sich in einer lebenswerten Umgebung niederlassen. Dazu gehört dann auch ein gut ausgebauter ÖPNV, der sich am Bedarf der Nutzer und Nutzerinnen orientiert. Hierzu brauchen wir On-Demand-Verkehr, eine Verstärkung der Anruf-Linien-Taxis und das 50:50-Taxi muss wieder für alle verfügbar sein. Denn Teilhabe am gesellschaftlichen Leben muss sich jeder leisten können. Zudem muss der Landkreis die Kommunen dabei unterstützen, genossenschaftliches Bauen sowie den Bau von Sozialwohnungen und kommunalem Wohnraum zu stärken.

Welche drei Dinge wollen Sie in Ihrer Amtszeit als erstes anpacken?

Die dringendsten Probleme sollten auch zuerst angegangen werden. Also: Denn Ausbau des ÖPNV, den Ausbau der Gesundheitsversorgung als auch die Sicherstellung von bezahlbarem Wohnraum im Landkreis. Alles drei sind mittelfristige Aufgaben und müssen daher so schnell wie möglich auf den Weg gebracht werden.

Wie wollen Sie die finanzielle Situation des Landkreises stabilisieren?

Zuerst müssen wir uns anschauen, welche Leistungen den Menschen in unserem Landkreis tatsächlich zugutekommen. Vor allem Ausgaben für das Gesundheitswesen, den ÖPNV sowie soziale Hilfen und Anlauf-sind da für mich unantastbar. Wenn wir diese Prioritäten gesetzt haben, müssen die unangenehmen Entscheidungen getroffen werden.

Was tun Sie, wenn Sie nicht gewählt werden?

Zuerst würde ich mir eine kurze Auszeit gönnen und mit meinem Mann ein entspanntes Wochenende verbringen. Vielleicht in Verbindung mit einer kurzen Städtereise. Generell würde ich mein Studium fortführen und mich weiter der Parteiarbeit in der Linken und der politischen Arbeit im Kreistag widmen.

Was ist Ihr Lieblingsplatz im Landkreis?

Der Schlossberg in Pegnitz, von hier starten gute Wanderwege durch die wunderschöne Natur rund um Pegnitz und Pottenstein. Außerdem kann man von oben den Blick über Pegnitz genießen oder im Sommer den Abend im Biergarten ausklingen lassen.

Gibt es spezielle Erinnerungen an Ihren Heimatort, an die Sie gerne denken?

Wenn ich an meinen Heimatort denke, denke ich an Mistelgau, dort bin ich aufgewachsen und habe meine Jugend verbracht. Wenn ich daran zurückdenke, denke ich vor allem an die Wälder drum herum, in denen ich mit meinen Schwestern und Freunden viel unterwegs war, oder den Rodelberg, auf den uns unser Papa im Winter gezogen hat.

Was ist für Sie das Highlight des Jahres?

Definitiv das Waldstock in Pegnitz.

Auf welche drei Dinge wollen Sie nie mehr verzichten?

Geschirrspüler

Smartphone

Deutschlandticket

Worauf sind Sie persönlich stolz?

Darauf, dass ich immer meinen Weg gegangen bin, auch wenn es den einen oder anderen Umweg gab. Es war immer für etwas gut.

Was fällt Ihnen schwer?

Ich bin eine ganz schlechte Verliererin, wenn es um Gesellschaftsspiele geht.

Was ist Ihr großes Talent?

Ich bin schon immer ein sehr offener und aufgeschlossener Mensch. Dadurch kann ich auch gut Diskussionen mit Menschen führen, die komplett gegensätzliche Ansichten als ich haben, und dabei auch jederzeit sachlich und respektvoll bleiben. Diese Fähigkeit gibt es mittlerweile leider viel zu selten.

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