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Landrats-Wahl 2026 – Kandidat Mario Schulze
Die Kommunalwahl am 8. März 2026 rückt näher. In unserer Interviewreihe mit den Bayreuther Kandidatinnen und Kandidaten für das Amt der/des Landrätin/Landrates stellen wir alle sechs Personen vor, die sich um das Amt bewerben. Kandidat Mario Schulze spricht im Interview über den Haushalt, Ideologie und vergangene Fehlentscheidungen.
Name des Kandidaten: Mario Schulze
Alter: 27
Wohnort: Weidenberg, Landkreis Bayreuth
Bisherige politische Ämter: Kreisrat, Bezirksrat, Kreisvorsitzender des AfD-Kreisverbands Bayreuth, stellvertretender Bezirksvorsitzender des AfD-Bezirksverbands Oberfranken
Beruf: Referent und Unternehmer
Partei/Liste auf der kandidiert wird: Alternative für Deutschland
Was motiviert Sie dazu Landrat werden zu wollen?
Der Landkreis Bayreuth benötigt einen Neuanfang. In den letzten Jahren wurde weitgehend planlos agiert; es wurden Schulden gemacht, und keiner der Entscheider hat daran gedacht, wie diese in Zukunft bezahlt werden sollen. Die AfD im Kreistag hat diese Entwicklungen schon 2021 vorhergesehen und vor Projekten wie dem Neubau von zweier kompletter Seilbahnanlagen am Ochsenkopf und den verschiedenen Ideologieprojekten des Landrats Wiedemann gewarnt. Niemand wollte zuhören – und jetzt sind die Probleme da. Ich trete an, um diese Probleme im Sinne der Bürger zu lösen.
Gab es einen bestimmten Auslöser, der Sie bewogen hat sich zu bewerben?
Insbesondere möchte ich, dass die Bürger erfahren, was in den letzten Jahren im Landratsamt von wem entschieden worden ist, wie die Entscheidungen von einzelnen Kreisräten begründet wurden und welche Auswirkungen diese Entscheidungen hatten. Transparenz ist hier dringend notwendig. Ich möchte, dass die, die in der Vergangenheit Fehlentscheidungen getroffen haben, sich nun nicht herausreden können. Daher trete ich an.
Was qualifiziert Sie für die Aufgabe?
Die Perspektive der kommenden Generationen ist gerade für die Kommunalpolitik von großer Bedeutung. Zu verstehen, welche Standortfaktoren für junge Menschen bei lebensweisenden Entscheidungen relevant sind, ist wichtig. Zudem glaube ich, dass ich in den letzten fünf Jahren als Kreisrat einiges an Verständnis für die Bedürfnisse und Probleme im Landratsamt entwickeln konnte und einen sinnvollen Beitrag dazu leisten könnte, wieder eine schlanke Verwaltung aufzubauen, die sich ausschließlich um die Belange der Bürger kümmern und keine ideologischen Selbstzwecke verfolgen soll.
Was sind die größten Herausforderung des Landkreises?
Neben den Schulden ist es die fortgesetzt haltlose Ausgabenpolitik von Freien Wählern und CSU. Jahrelang haben alle Fraktionen durchweg Haushalten zugestimmt, die die landkreisangehörigen Gemeinden, mittelbar so auch den Bürger, immer weiter belasten. Das Gutachten zur Haushaltskonsolidierung hat gezeigt: Es gibt erhebliche Entlastungsmöglichkeiten für die Gemeinden. Diese kann man aber nur mit den entsprechenden politischen Mehrheiten umsetzen. Bisher haben wir von CSU, Freien Wählern, Hans Hümmer, SPD, Grünen, JL und WG viele Beteuerungen zum Sparkurs gehört; am Ende stimmen aber alle immer munter weiter für die bisherige Ausgabenpolitik.
Wie wollen Sie diese angehen?
Ich möchte – zusammen mit einer starken AfD-Fraktion und geänderten Mehrheitsverhältnissen im Kreistag – alle wesentlichen Ausgabenpositionen im Kreishaushalt angehen und prüfen. Projekte wie die Schaffung neuer Büroflächen für das Landratsamt am jetzigen Standort – obwohl die Gutachter zweifelsfrei festgestellt haben, dass hierfür keinerlei Notwendigkeit besteht – wird es mit meiner Partei und mir nicht mehr geben. Gleiches gilt für ein übergriffiges Klimaschutzmanagement. Dieses kostet den Steuerzahler Millionen und hat keinen Nutzen. Der Bürger im Landkreis braucht keinen steuergeldfinanzierten Klimaschützer, der vorschreiben will, wie man zu heizen, zu konsumieren oder zu leben hat. Das kostet nur Geld, das im Straßenbau, in Schulen oder in den Gemeinden vermisst wird.
Welche drei Dinge wollen Sie in Ihrer Amtszeit als erstes anpacken?
Einstellung aller Planungen im Zusammenhang mit dem Anbau des Landratsamtes, Auflösung des Klimaschutzmanagements, Rückführung des Arbeitsschwerpunkts der Verwaltung auf die gesetzlich festgelegten Pflichtaufgaben eines Landkreises.
Wie wollen Sie die finanzielle Situation des Landkreises stabilisieren?
In einem ersten Schritt wollen wir die Vorschläge, die der Bayerische Kommunale Prüfungsverband zur Haushaltskonsolidierung gemacht hat, weitgehend umsetzen. Insbesondere ist uns aber auch wichtig, alle großen Haushaltsansätze zu prüfen. Auch die Überprüfung disponibler Leistungen bei Pflichtaufgaben des Landkreises ist wichtig und sinnvoll.
Was tun Sie, wenn Sie nicht gewählt werden?
Wir werden mit einer starken Fraktion in den Kreistag einziehen und auch aus der Opposition heraus alles daran setzen, unsere Wahlversprechen umzusetzen. Genauso, wie wir es auch seit 2020 tun.
Was ist Ihr Lieblingsplatz in der Gemeinde?
Es gibt im Landkreis sehr viele schöne Stellen. Der Fichtelsee oder auch die Region um Pottenstein gefallen mir besonders gut und geben Anlass zum Verweilen.
Gibt es spezielle Erinnerungen an Ihren Heimatort, an die Sie gerne denken?
Insbesondere im Sommer mache ich gern Ausfahrten durch die ganze Region; hieran erinnere ich mich – trotz der vielen Schlaglöcher in unseren Kreisstraßen – immer gern zurück.
Was ist für Sie das Highlight des Jahres?
Das kann ich erst sagen, wenn das Jahr vorbei ist. Es kommen noch viele schöne Ereignisse auf uns zu in diesem Jahr.
Auf welche drei Dinge wollen Sie nie mehr verzichten?
Auto mit Diesel-Antrieb, Computertechnik und klassische Musik.
Worauf sind Sie persönlich stolz?
Darauf, dass wir mit zwei von insgesamt 60 Kreisräten seit 2020 immer wieder wichtige Akzente setzen konnten. Das Ausbaukonzept für die Kreisstraßen und einiges mehr kam nur durch immerwährende Anträge der AfD zustande.
Was fällt Ihnen schwer?
Ich bin niemand, der gern am Rand steht und zusieht. Insbesondere dann nicht, wenn etwas nicht funktionieren könnte.
Was ist Ihr großes Talent?
In komplizierten und anspruchsvollen Situationen Ruhe und Konzentration und damit Überblick bewahren.











Rund 180 Personen waren zum politischen Aschermittwoch 2025 der CSU im Herzogkeller in Bayreuth anwesend. © Michael Christensen
©Gerhard Herrmannsdörfer