Zuletzt aktualisiert am
Flammenmeer am Dreikönigstag: Das magische Lichterfest in Pottenstein
Wenn am Abend des 6. Januars die Dämmerung über die Fränkische Schweiz hereinbricht, verwandelt sich das Felsenstädtchen Pottenstein in ein mystisches Lichtermeer. Tausende Bergfeuer illuminieren die markanten Kalksteinfelsen und ziehen Besucher weit über die Region hinaus in ihren Bann. Doch was steckt hinter diesem beeindruckenden Schauspiel?
Die Luft ist klirrend kalt, der Duft von Buchenholzfeuern liegt in der Nase und oben am Hang erstrahlen die steilen Felswände rund um Pottenstein in einem warmen, goldenen Glanz. Rund 1.000 Feuer werden von ehrenamtlichen Helfern auf den Felsvorsprüngen entzündet, sobald sich die feierliche Prozession der „Ewigen Anbetung“ in Bewegung setzt.
Dieses Ereignis ist kein künstliches Event-Marketing, sondern gelebtes Brauchtum. Es ist die Kombination aus tiefer Spiritualität und der rauen Schönheit der fränkischen Natur, die diesen Abend so einzigartig macht. Die Feuer werden in vielen Gemeinden in der fränkischen Schweiz entzündet. Zum Beispiel auch in Gößweinstein oder Oberailsfeld. Doch das in Pottenstein ist das größte Lichterspektakel.
Die Hintergründe: Warum brennt der Fels?
- Der Ursprung dieses Spektakels liegt im religiösen Ritus der „Ewigen Anbetung“. Papst Klemens VIII. führte im Jahre 1592 das sogenannte 40 Stündige Gebet ein. Daraus entwickelte sich im Lauf von etwa 200 Jahren das was heute oft als Lichterfest jedoch genau genommen als Abschlußprozession der „Ewigen Anbetung“ bezeichnet wird.
- Die Tradition: Seit dem Jahr 1759 wird in Pottenstein das Fest der Ewigen Anbetung gefeiert. Dabei wird das Allerheiligste zwei Tage lang in der Kirche verehrt.
- Der feierliche Abschluss: Der Höhepunkt ist die Abschlussprozession findet in Pottenstein am Abend des Dreikönigstages (6. Januar). Termine in anderen Orten können abweichen: Obertrubach am 3. Januar, Nankendorf am 31. Dezember.
- Die Feuer als Symbol: Die Bergfeuer symbolisieren die Ehre Gottes. Ursprünglich dienten sie wohl auch dazu, den Gläubigen in der Dunkelheit den Weg zu leuchten, doch heute sind sie vor allem ein Zeichen der tiefen Verbundenheit der Pottensteiner mit ihrer Heimat.
- Hinter den Kulissen: Die Vorbereitungen beginnen Wochen vorher. Tonnen von trockenem Holz müssen auf die schwer zugänglichen Felsen geschleppt werden – eine Knochenarbeit, die von den Einheimischen mit Stolz verrichtet wird.
Schon gelesen? Aktuell sind Rauhnächte – das steckt dahinter
Besuch in Pottenstein: Tipps für ein unvergessliches Erlebnis
Damit Ihr Besuch beim Lichterfest entspannt verläuft, haben wir die wichtigsten Tipps für Sie zusammengefasst:
Timing ist alles
Die Prozession beginnt traditionell um 17:00 Uhr. Die Feuer werden kurz davor entzündet. Da der Andrang enorm ist, empfiehlt sich eine Anreise am frühen Nachmittag.
Wer an der Fronleichnamsprozession in Pottenstein teilnehmen möchte, sollte sich spätestens bis 16.15 Uhr am Kirchplatz einfinden. Ein späterer Einstieg während der laufenden Prozession ist nicht möglich.
Wie verläuft der Prozessionsweg?
Der Prozessionsweg führt von der Stadtpfarrkirche St. Bartholomäus durch die Fischergasse, die Straße am Stadtgraben und die Hauptstraße zurück zur Kirche.
Alle Besucherinnen und Besucher werden gebeten, den besonderen Charakter dieser höchsten kirchlichen Festtage in Pottenstein zu respektieren und sich entsprechend angemessen zu verhalten.
Kirchenführung im Anschluss an die Prozession
Traditionell findet für alle interessierten Besucherinnen und Besucher nach dem Schlusssegen, ab etwa 18.00 Uhr, eine kurze Kirchenführung in der Stadtpfarrkirche St. Bartholomäus statt. Die Führung übernimmt Kirchenführer Thomas Bernard.
Anreise & Parken
- Am Dienstag, 6. Januar, ist ab 14 Uhr die Altstadt für den Verkehr komplett gesperrt, daher wird den Besuchern eine frühzeitige Anreise empfohlen. Es bestehen an diesem Tag Parksonderregelungen für Autos und Busse. Die Sperrung wird nach Ende der kirchlichen Festtage gegen 19 Uhr wieder aufgehoben.
- Die Anfahrt für Busse ist ausschließlich über die Bundesstraße 470 möglich. Busparkplätze stehen am Parkplatz Weihersbachtal (an der B 470 gegenüber Tankstelle) zur Verfügung. Weitere Busparkplätze werden je nach Bedarf von Einweisern zugeteilt.
- Die Straße „Am Langen Berg“ ist zwischen Erlebnisfelsen und Pottenstein an dem Tag ab 14 Uhr für den Verkehr gesperrt.
Das sind die Parkmöglichkeiten während dem Pottensteiner Lichterfest
- Aus Richtung Bayreuth gilt für Pkw ab Haselbrunn sowie an der Abzweigung zwischen Mandlau und Prüllsbirkig eine Einbahnstraßenregelung mit einseitiger Parkmöglichkeit in Richtung Pottenstein.
- Aus Richtung Rackersberg / Oberailsfeld ist die Zufahrt ab Weidmannsgesees in Richtung Pottenstein gesperrt, der Verkehr wird über Haßlach geleitet.
- Wandern: Viele Besucher parken in den Nachbarorten und wandern durch das wunderschöne Püttlachtal nach Pottenstein – eine ideale Einstimmung!
Die richtige Ausrüstung
- Kleidung: Zwiebelprinzip! Es kann sehr kalt werden, während man auf die Prozession wartet.
- Schuhwerk: Festes, rutschfestes Schuhwerk ist auf den oft eisigen Wegen Pflicht.
FAQ – Häufig gestellte Fragen
Wann genau finden die Feuer statt?
Jährlich am 6. Januar (Heilige Drei Könige).
Kostet das Lichterfest Eintritt?
Nein, das Zuschauen ist kostenlos. Parkgebühren können jedoch anfallen.
Wie lange brennen die Feuer?
Die Feuer brennen etwa ein bis zwei Stunden, solange die Prozession dauert.
Ist die Veranstaltung kinderwagengerecht?
Bedingt. In der Stadt ja, aber es ist sehr voll. Die Wanderwege zu den Aussichtspunkten sind oft steil und uneben.
Finden die Feuer bei jedem Wetter statt?
Ja, die Tradition wird bei fast jeder Witterung gepflegt. Nur extremer Sturm könnte zu Absagen führen.











Leitplanke Symbolbild © stock.adobe / Jedsada Naeprai
Schlittschuhfahren auf dem Röhrensee in Bayreuth - in diesem Jahr noch nicht möglich. Foto: Neele Boderius