medi: 5 Fakten zum Aus in der Champions League

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Am Mittwochabend gastiert medi bayreuth bei Neptunas Klaipeda. Die Partie ist das letzte von insgesamt 16 internationalen Spielen der aktuellen Saison. Anders als im letzten Jahr ist dieses Mal nach der Gruppenphase Schluss. Grund zur Enttäuschung?

Die nackten Zahlen

Vor rund einem Jahr unterlag medi bayreuth am letzten Spieltag der Gruppenphase in der Basketball Champions League dem späteren Champion AEK Athen mit 81:83. Dennoch zogen die Heroes of Tomorrow mit acht Siegen aus vierzehn Spielen in das Achtelfinale der Basketball Champions League ein.

In diesem Jahr sieht es für das Team von Raoul Korner nicht so gut aus. Bereits vor dem letzten Spiel bei Klaipeda steht fest: Die Wagnerstädter sind ausgeschieden. Das Team konnte weder die Playoffs der BCL erreichen, noch über Platz fünf oder sechs der Tabelle den Umweg in den kleineren Wettbewerb, den FIBA Europe Cup, erreichen. Derzeit stehen bei medi fünf Erfolgen acht Niederlagen gegenüber. Egal wie das Aufeinandertreffen mit Klaipeda endet, wird Bayreuth am Ende auf Platz sieben ins Ziel einlaufen. Doch dafür muss sich medi nicht schämen. Denn es gibt fünf Gründe, warum medi-Fans dennoch erhobenen Hauptes aus der Champions League gehen können. 

1. Der Kader

Die Voraussetzungen für die Heroes of Tomorrow waren in dieser Spielzeit deutlich schwieriger als im Vorjahr. Vor der Saison 2017/18 konnte Raoul Korner sein Team weitgehend zusammenhalten. Der große Umbruch erfolgte erst vor dieser Saison. Dieses Mal mussten die Heroes of Tomorrow die Abgänge von etlichen Stammspielern wie Nate Linhart oder Assem Marei verkraften. Der Head Coach musste das Team rund um die Neuzugänge Hassan Martin, Adonis Thomas und Co. erst formen und das dauert bei einem neuen Kader in der Regel länger als bei einer eingespielten Truppe. Nach drei Niederlagen zum Auftakt, kamen die Bayreuther erst richtig ins Spiel. Zu spät, um am Ende noch um das Achtelfinale mitzuspielen, wie sich nun zeigte. 

2. Gute Spiele

Trotz der drei Niederlagen zum Start ließ Bayreuth auch in dieser Saison aufhorchen. Überzeugende Spiele wie die deutlichen Heimsiege gegen Oostende oder Klaipeda oder der furiose Triumph in Istanbul bleiben medi- Fans sicher noch über diese Saison hinaus in Erinnerung. 

3. Das Budget

Im Vergleich mit den internationalen Teams geht medi bayreuth mit einem geringen Budget in den Wettbewerb. Kein Wunder, mussten sich die Bayreuther ihren Stand in den letzten Jahren hart erarbeiten. Nach dem Sturz in die Zweitklassigkeit Ende der 90er Jahre, gelang erst 2010 wieder der Aufstieg in das Basketball-Oberhaus. Dort spielten die Wagnerstädter bis vor drei Jahren regelmäßig in der unteren Tabellenhälfte gegen den Abstieg. Dass das Team rund um Headcoach Raoul Korner nun zum zweiten Mal in Folge international spielte, ist angesichts der verschiedenen Gehälter, sowohl im nationalen als auch dem internationalen Vergleich, eine gute Leistung. Auch wenn es am Ende nicht für die K.O.-Runde reicht. 

4. Verletzungen

Am Ende machten in den Partien der Heroes of Tomorrow häufig Kleinigkeiten den Unterschied aus. Bei medi sind das weniger häufig die großen Stars auf dem Feld, sondern die mannschaftliche Geschlossenheit und der unbedingte Wille zu gewinnen. Trotzdem haben auch die Heroes of Tomorrow eine ganze Reihe von Spielern in ihren Reihen, die den Unterschied ausmachen können. Hassan Martin ist einer dieser Männer. Seine Verletzung Anfang Januar im Oberfrankenderby gegen Bamberg traf medi schwer. Direkt in der entscheidenden Phase mussten die Heroes of Tomorrow auf einen der Eckpfeiler des neuen Teams verzichten. Mit Eric Mika wurde zwar schnell hochklassiger Ersatz verpflichtet, dennoch fragen sich viele Fans am Roten Main was wohl möglich gewesen wäre, wenn Führungsspieler Martin im Endspurt der Gruppenphase für medi auf das Parkett hätte gehen können. 

5. Die Qualifikation

medi musste zum Anfang der Saison zittern. Anstatt, wie in der letzten Saison, direkt in der Gruppenphase zu starten, mussten sich die Heroes of Tomorrow in dieser Spielzeit erst durch die Qualifikation kämpfen. Der Gegner hieß Polski Cukier Torun und hatte in der Runde zuvor die favorisierten Spanier von Estudiantes ausgeschaltet. Mit den Medi-Burschen lieferten sich die Polen zwei Spiele auf Augenhöhe. Mit besserem Ende für die Bayreuther. Nur fünf Tage später stand dann für die erschöpften Bayreuther das erste Gruppenspiel der BCL an: gegen Top-Team Besiktas Istanbul.

Fazit

Auch für Medi-Superfan und Bats-Finanzvorstand Sebastian Oppel war das Abschneiden in der Champions League dieses Jahr natürlich „am Ende sicher nicht ganz das, was man sich gewünscht hat“. Oppel blickt dennoch positiv in die Zukunft, denn die Heroes of Tomorrow hätten gegen international bekannte Gegner in der „wohl stärksten und ausgeglichensten Gruppe der Saison“ mitgehalten und Bayreuth gut vertreten. Und über die Bundesliga haben die Wagnerstädter nun die Möglichkeit den Grundstein dafür zu liegen, dass es auch im nächsten Jahr wieder erfolgreiche Europapokalspiele in Bayreuth geben kann. Zuvor haben die Heroes of Tomorrow am Mittwoch für diese Saison das letzte Mal die Möglichkeit, international von sich reden zu machen. Ab 18:30 Uhr gastiert Bayreuth in Klaipeda. Dabei geht es tabellentechnisch zwar um nichts mehr, aber nach sieben Niederlagen aus den letzten acht Spielen, wäre ein Sieg für das Selbstvertrauen der Bayreuther enorm wichtig, insbesondere auch vor dem Spiel am Sonntag gegen das Überraschungsteam aus Vechta.