medi bayreuth international: Große Kämpfe der Bayreuther Basketballer

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medi bayreuth wird in der kommenden Saison zum dritten Mal in Folge international spielen. Auch wenn die offizielle Bestätigung der FIBA noch aussteht, gilt das als sicher. Für Bayreuth ist das keine Selbstverständlichkeit. Denn obwohl die Korbjäger der Wagnerstadt in ihrer Geschichte auch in Europa schon für denkwürdige Momente sorgen konnten, musste man in Bayreuth jahrelang auf internationalen Basketball verzichten.

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Anders als in Berlin, Bamberg oder München, wo das Kräftemessen mit internationalen Top Teams seit Jahren zum Grundverständnis der Vereinsphilosophie gehört, haben diese Partien in Bayreuth immer etwas besonderes. Wir blicken mit der Hilfe von Bayreuths Basketball-Chef-Historiker Peter Michael Habermann auf drei denkwürdige Partien zurück.

1. Royal Anderlecht Brüssel vs. USC Bayreuth 78:64 (Hinspiel 77:92), Korac-Cup 1982/83

Im Jahr 1982/83 traten die Bayreuther zum zweiten Mal in ihrer Vereinsgeschichte im Korac-Cup an. In der ersten Runde musste sich das USC-Team mit dem belgischen Vertreter Royal Anderlecht Brüssel messen. Kurios: Die Belgier reisten mit nur sieben Spielern nach Bayreuth. Im heimischen Sportzentrum brauchte der USC etwas, um ins Spiel zu kommen. Doch Coach Tom Schneemann setzte auf eine disziplinierte Verteidigung und sein Team zeigte Kampfgeist. Bereits zur Halbzeit führten die Bayreuther mit 47:44.

Ein Basketballkorb unter dem Hallendach. Foto: Pixabay.

Nach der Pause drehten die Bayreuther auf und überzeugten mit einer schnellen Offensive. Unter der Führung des überragend aufgelegten Buzz Hartnett (29 Punkte) besiegte der USC seinen Gegner mit 92:77. So nahmen die Wagnerstädter ein 15-Punkte-Polster mit ins Rückspiel nach Belgien. Und sie sollten jeden einzigen dieser Punkte benötigen. Nach einer dramatischen Schlussphase mussten sich die Bayreuther ihren Gegnern nämlich deutlich geschlagen geben: die Niederlage mit 14 Punkten (64:78) reichte den Bayreuthern denkbar knapp zum Erreichen der nächsten Runde.

2. Panathinaikos Athen vs. BG Steiner Optik Bayreuth 74:67 (Hinspiel 71:84), Europapokal der Pokalsieger 1986/87

Bereits ein Jahr vor dem ersten Triumph im deutschen Pokal, durften die Bayreuther schon in der Saison 86/87 im Pokalsiegerwettbewerb mitmischen. Der Grund: Der eigentliche Gewinner, Bayer Leverkusen, nahm als Meister im prestigeträchtigeren Landesmeisterwettbewerb teil. So war für Bayreuth der Weg nach Europa frei. In Runde eins bekamen es die “Optiker” damals am 30. September 1986 direkt mit den starbesetzten Griechen von Panathinaikos Athen zu tun.

Das Runde muss in das Runde. Dabei war Bayreuth erfolgreicher als Athen. Foto: Pixabay.

Wie schon Jahre zuvor gegen Anderlecht, musste Bayreuth auch hier wieder einem Rückstand hinterherlaufen. Doch durch eine couragierte Leistung in Halbzeit zwei kämpften sich Calvin Oldham, Georg Kämpf und Co. in die Partie. Am Ende feierte das Steiner-Team einen 84:71-Heimsieg. Am 7. Oktober traten die Bayreuther dann mit einem 13-Punkte-Polster in der Athener Sporting Club Arena an. Im dortigen Hexenkessel behielt das Team von Headcoach John Treloar einen kühlen Kopf. Zur Pause führte Steiner mit sechs Punkten. Doch dann drehten die Griechen auf. Zwei Minuten vor dem Ende lag Athen mit 72:61 in Front. Ein weiterer Treffer hätte die Bayreuther Führung aus dem Hinspiel egalisiert. Doch die Wagnerstädter behielten die Nerven. Am Ende verloren sie zwar mit 67:74 die Partie, zogen aber dennoch in die nächste Runde ein.

3. Besiktas Istanbul vs. medi bayreuth 84:84 (Hinspiel: 76:81), Basketball Champions League 2017/18

In der Saison 2017/18 spielte medi bayreuth zum ersten Mal seit vielen Jahren wieder international. Durch einen sensationellen vierten Platz in der Liga konnte sich das Team von Raoul Korner sogar für die Basketball Champions League qualifizieren. Dort sorgten die Heroes of Tomorrow für Aufsehen. In der Gruppenphase feierte das medi-Team fulminante Siege gegen Top-Teams wie Straßburg, Madrid oder Venedig, sodass Bayreuth sich am Ende für das Achtelfinale qualifizierte.

Medi Bayreuth vs. Besiktas Istanbul

Spiele zwischen medi und Besiktas sind immer heiß umkämpft. Foto: Redaktion

Dort traf das Team auf den Titelaspiranten Besiktas Istanbul. Doch wer im Hinspiel auf das Parkett der Oberfrankenhalle sah, der sah nur ein Team am Limit: medi. Die Jungs von Raoul Korner spielten famos und feierten dank einer starken Teamleistung einen 81:76-Heimsieg. Die spielbestimmenden Männer waren dabei Gabe York (20 Punkte), De’Mon Brooks, Assem Marei (je 15) und Nate Linhart (14). Ein ähnliches Bild bot sich im Rückspiel. Die Heroes of Tomorrow spielten auch in der Türkei auf Augenhöhe mit dem europäischen Schwergewicht und erkämpften sich am Ende der Partie ein 84:84-Unentschieden. So zog medi bayreuth ins Viertelfinale ein.