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Internationale Wochen gegen Rassismus 2026: Ein Rahmen für Haltung und Sichtbarkeit
Die Internationalen Wochen gegen Rassismus finden einmal im Jahr statt. Sie sollen zeigen wie vielfältig Engagement gegen Ausgrenzung und Diskriminierung sein kann.
Rund um den 21.März 2026, dem von den Vereinten Nationen ausgerufenen Internationalen Tag gegen Rassismus, öffnen Schulen, Vereine, Religionsgemeinschaften, Kulturinstitutionen und zivilgesellschaftliche Gruppe ihre Räume, um über Rassismus zu sprechen, Betroffenen zuzuhören und solidarische Zeichen zu setzen. Auch in und um Bayreuth machen Organisationen mit.
Dieses Jahr stehen die Internationale Wochen gegen Rassismus unter dem Motto „100% Menschenwürde. Zusammen gegen Rassismus und Rechtsextremismus“. Die Aktionswochen laufen offiziell vom 16. bis 29. März 2026 und werden von der Stiftung gegen Rassismus koordiniert. Außerdem liegt der Fokus auf der Frage, wie demokratische Gesellschaften auf Polarisierung reagieren und wie sie Menschenwürde als unverhandelbaren Kern verteidigen.
Omas gegen Rechts Bayreuth: Aktionstag und Mitmachaktionen am 21. März 2026
Die Omas gegen Rechts Bayreuth e.V. organisieren am 21. März 2026, dem Internationalen Tag gegen Rassismus, eine öffentliche Aktion in der Bayreuther Innenstadt in der Nähe von Galeria. Von 11 bis 15 Uhr findet eine Mahnwache statt, begleitet von einer Demonstration, die Passantinnen und Passanten auf die Bedeutung des Tages aufmerksam machen soll.
Vor Ort richten die Organisatorinnen eine Informationsstation ein, an der Besucherinnen und Besucher zu Materialen, Hintergrundwissen zu Rassismus, Zivilcourage und gesellschaftlicher Verantwortung ins Gespräch kommen können.
Für Kinder gibt es eine Ausmalstation, die einen niedrigschwelligen Zugang zum Thema ermöglicht und Familien verbindet.
Geplant sind außerdem Redebeiträge, darunter ein Beitrag einer Frau aus Kenia, sowie persönliche Erfahrungsberichte über Alltagsrassismus. Diese sollen Betroffenen eine Stimme geben und die Realität rassistischer Diskriminierung sichtbar machen. Die Aktion versteht sich als offener Begegnungsraum, der Menschen aller Altersgruppen einlädt, Haltung zu zeigen.
Landratsamt Bayreuth: Fotoausstellung des Migrations- und Integrationsbeirats
Der Migrations- und Integrationsbeirat des Landkreises Bayreuth beteiligt sich auch an den Aktionswochen. Der Beirat im Landratsamt arbeitet derzeit an einer Fotoausstellung, für die Menschen mit Migrationsgeschichte persönliche Fotos und kurze Botschaften eingereicht haben. Die Ausstellung soll die Vielfalt des Landkreises sichtbar machen und zeigen, wie unterschiedlich Menschen Rassismus erleben und wie sie ihm begegnen.
Da noch Einsendungen ausstehen, wird die Ausstellung erst nach den Aktionswochen eröffnet. Das Landratsamt soll in Kürze den genauen Eröffnungstermin ankündigen.
Wo Haltung wächst: Bayreuth in den Internationalen Wochen gegen Rassismus
In diesem Jahr entsteht das Engagement in Bayreuth vor allem, wo Menschen sich freiwillig zusammentun, Verantwortung übernehmen und ihre Stimme erheben. Die Initiativen zeigen in der Stadt und im Landkreis, dass die Internationalen Wochen gegen Rassismus 2026 nicht an Bayreuth vorbeigehen. Vielmehr wächst an verschiedenen Orten Raum für Aktionen, Begegnungen und persönliche Geschichten. Das macht die Bedeutung dieser Wochen sichtbar.
Ein vielfältiges Engagement aus der Zivilgesellschaft
Bayreuth veranschaulicht sein klares Engagement gegen Rassismus durch die Aktionen der zivilgesellschaftlichen Gruppen, der Mittelschule Altstadt Bayreuth, von Vereinen, Beiräten und Initiativen. Sie weisen darauf hin, dass Engagement nicht immer von großen Programmen abhängt, sondern von Menschen, die sich einbringen – leise, laut, kreativ und beharrlich.
Ursprung und Bedeutung
Die Internationalen Wochen gegen Rassismus gehen auf die Erinnerung an das Massaker von Sharpeville 1960 zurück, bei dem südafrikanische Sicherheitskräfte friedliche Demonstrierende erschossen haben. Dieser historische Einschnitt wurde zum Ausgangspunkt eines globalen Gedenkens, das heute weit über reine Erinnerung hinausgeht. Die Aktionswochen verbinden politische Bildung, Empowerment, kulturelle Ausdrucksformen und Begegnungsformate und machen deutlich, dass Rassismus nicht nur individuelles Verhalten betrifft, sondern gesellschaftliche Strukturen und Narrative.
Warum die Wochen heute besonders relevant sind
Die gesellschaftlichen Debatten über Migration, Zugehörigkeit und demokratische Werte sind intensiver geworden. Die Internationalen Wochen gegen Rassismus bieten deshalb einen Raum, in dem Gemeinschaften sichtbar machen können, wie sie mit diesen Herausforderungen umgehen. Sie schaffen Orte des Zuhörers, des Lernens und der gemeinsamen Verantwortung und erinnern daran, dass eine offene Gesellschaft nicht selbstverständlich ist, sondern täglich gestaltet werden muss.












Archivbild: Redaktion
Da fehlt doch was! © Stefanie Schweinstetter