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Nach Bayreuth nun auch Wunsiedel: Wolfsrudel im Landkreis sesshaft – Bayerischer Jagdminister macht Druck
Der Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge hat jetzt auch sein eigenes Wolfsrudel. Bayreuther kennen das Thema bereits.
Bayreuth hat schon lange Wölfe
An den Grenzen des Landkreises Bayreuth gibt es schon seit längerem drei Wolfsgebiete. Im Veldensteiner Forst, im Kitschenrain und im Pressather Wald haben sich Wolfsrudel niedergelassen. Eine Karte der deutschen Wolfsgebiete gibt es hier. Gefährliche Angriff auf Menschen gab es bisher nicht. Laut dem Bund Naturschutz ist damit auch nicht zu rechnen, da Unfälle zwischen Menschen und Wolf extrem selten vorkommen. Der letzte dokumentierte Zwischenfall ging zum Leidwesen des Wolfes aus, der im letzten November bei Creußen überfahren wurde.
Wölfe im Fichtelgebirge
Im Verlauf des Sommers hat das Bayrische Landesamt für Umwelt mehrer Sichtungen und Fotonachweise von jungen Wölfen im Landkreis Wunsiedel verzeichnet. Damit ist bestätigt, dass es sich bei den Wölfen in dieser Region um ein Rudel handelt, das sich auch fortpflanzt. Wo genau sich das neue Rudel aufhält, ist nicht bekannt.
Der Wolf breitet sich aus
Nachdem der Canis Lupus in Deutschland als ausgerottet galt, kehrt das Raubtier seit einigen Jahren langsam aber stetig in unsere Wälder zurück. Laut der Dokumentation- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf, hängt die Größe der Reviere vom Nahrungsangebot ab. Gibt es viel Wild, so sind die Gebiete eher klein, so wie es bei uns in der Gegend der Fall ist: 100 bis 350 Quadratkilometer messen sie. Zum Vergleich: Der Landkreis Bayreuth erstreckt sich über 1274 Quadratkilometer. Finden Wölfe weniger zu fressen, weiten sie ihre Territorien aus und sie können dabei enorme Strecken zurücklegen. Im „Aktionsplan Wolf“ des Bayerischen Landesamtes für Umwelt ist von einem Rekordhalter die Rede, der zwischen April und Herbst eine Strecke von 800 km Luftlinie gewandert ist.
Aiwanger macht Druck beim Thema Wolf
Als Staatsminister für Wirtschaft, Landentwicklung und Energie ist Hubert Aiwanger auch für das Thema Jagd verantwortlich. In einer Pressemitteilung fordert Aiwanger die Bundesregierung auf, wie im Koalitionsvertrag angekündigt, beim Thema Wolf zu handeln und klarere Richtlinien zu schaffen. Bei der Bewertung des Erhaltungszustandes des Wolfs müsse endlich mit nachvollziehbaren realitätsnahen Kriterien gearbeitet werden. Damit soll den Ländern die Möglichkeit gegeben werden, bei der Ausgestaltung des eigenen Landesjagdrechts größere Spielräume zu nutzen. Schon im Dezember 2024 wurden Vorschläge gemacht, die Bejagung des Wolfes mit dem Jagdrecht dahingehend vereinbar zu machen, dass Konflikte mit der Weidetierhaltung minimiert werden können.
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Wölfe sind für Menschen ungefährlich, aber Vorsicht ist mit Hunden geboten
Der Bund Naturschutz stellt klar: Wölfe fressen keine Menschen. Obwohl es sich bei den Tieren um hungrige Beutegreifer handelt, hätten die aktuellen Erfahrungen gezeigt, dass es nicht zu Übergriffen auf den Menschen kommt. Der Wolf lebt nun seit 20 Jahren in Deutschland. In dieser Zeit habe es keinen gefährlichen Vorfall gegeben.
Landwirte hingegen haben Angst um ihr Vieh. Weideschutzzäune und speziell ausgebildete Hunde werden punktuell eingesetzt. Der Bayerische Bauernverband fordert einen besseren Schutz der Weidetiere.
Auch beim Waldspaziergang mit Hunden ist Vorsicht geboten. Die Tiere können sich gegenseitig als Spielgefährten, Paarungspartner oder auch als Konkurrenten wahrnehmen. Bei einem solchen Kontakt sollte man vor allem Ruhe bewahren und den Hund unbedingt anleinen.
Zum Schutz von Nutztierherden und planmäßigen Durchführung von Umweltschutzmaßnahmen können Wolfssichtungen dem Bayrischen Landesamt für Umwelt gemeldet werden.











Ein abgestellter VW Golf rollte rückwärts, beschädigte die Kneippanlage und landete im Weißen Main. © Polizeiinspektion Stadtsteinach
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