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Klimaschutzmanagement

Neue Klimaschutz-Monitoring-Webseite der Stadt Bayreuth startet

Die Stadt Bayreuth setzt auf mehr Transparenz im Klimaschutz. Mit einer neuen Online-Monitoring-Webseite können Bürgerinnen und Bürger den Fortschritt von rund 100 Klimaschutzmaßnahmen bequem digital verfolgen.

Ziel der Stadtverwaltung ist es, mit der neuen Monitoring-Seite den Umsetzungsstand der Klimaschutzmaßnahmen transparent und nachvollziehbar darzustellen. Dazu zeigt das Portal, welche Vorhaben die Stadt pünktlich umsetzt, abgeschlossen hat, sich verzögern oder ganz gestrichen wurden.

Beschluss des Klimaschutzkonzepts als Grundlage

Der Stadtrat der Stadt Bayreuth verabschiedete am 27. April 2022 ein integriertes Klimaschutzkonzept. Es beschreibt die Ausgangslage der Treibhausgasemissionen und legt einen strategischen Rahmen fest, um diese schrittweise zu senken.

Kritik und Impulse aus der Zivilgesellschaft

Kritik kam im vergangenen Jahr von der Initiative Klimastimmen Bayreuth. Sie stellte ein eigenes Klimamonitoring online.

Nach ihrer Einschätzung war das städtische Maßnahmenkonzept im September 2025 schwer durchschaubar. Zudem fehle es an Transparenz, damit Bürgerinnen und Bürger den aktuellen Stand erkennen können. Deshalb hoben sie 40 Maßnahmen statt über 100 besonders hervor. Ziel seien mehr Transparenz, höhere Zielgenauigkeit und ein aktives Monitoring, um Verantwortung bewusst zu machen. Ein öffentliches Monitoring von der Stadt mit klaren Zustandsangaben habe bislang gefehlt.

Für die Initiative sei außerdem wichtig, dass Bürgerinnen und Bürger selbst aktiv werden.

Mitwirkender Ulf Boderius betonte: „92 Prozent der Emissionen liegen außerhalb des direkten Einflusses der Stadt. Deshalb ist jeder gefragt – vom privaten Haushalt bis zum lokalen Unternehmen.“

Fortschritt nach fast vier Jahren

Knapp vier Jahre nach dem Beschluss des Klimaschutzkonzepts und rund vier Monate nach dem Start des Klimastimmen-Portals legt die Stadt nun ihr eigenes Monitoring vor.

Der Maßnahmenkatalog umfasst über 100 kurzfristige Vorhaben in elf Handlungsfeldern sowie weitere langfristige Projekte.

Zu den Bereichen zählen unter anderem:

  • Kommunales Bauen und Sanieren
  • Klimafreundliche Mobilität
  • Klimaanpassung

Der Status der Maßnahmen ist auf der Webseite farblich gekennzeichnet: Grau steht für gestrichen oder verschoben (auch für zusammengeführt), Orange für verspätet, Hellgrün für pünktlich und Dunkelgrün für abgeschlossen.

Zahlen zum Umsetzungsstand

Nach Angaben der Stadt sind rund 66 Prozent der Maßnahmen pünktlich umgesetzt oder bereits abgeschlossen. Etwa 21,3 Prozent gelten als verspätet. Die übrigen Vorhaben wurden gestrichen, verschoben oder mit anderen Maßnahmen zusammengeführt.

Einige Projekte konnten aufgrund der Haushaltslage und von Personalmangel nicht umgesetzt werden, teilt die Stadt mit. Oberbürgermeister Thomas Ebersberger erklärt:

„Hier gilt es, in den kommenden Jahren Lösungen zu finden, wie wir gerade in kritischen Bereichen wie dem Gebäudeunterhalt unsere Emissionen reduzieren können.“

Weitere Projekte im Blick

Das Monitoring zeigt auch zusätzliche Maßnahmen außerhalb des ursprünglichen Konzepts, etwa die kommunale Wärmeplanung und verschiedene Hitzeschutzprojekte. Künftig sollen weitere Konzepte in das Tool integriert werden.

Bereits enthalten ist das Mobilitätskonzept, das 2025 beschlossen wurde. Auch hier können Bürgerinnen und Bürger alle geplanten Maßnahmen und deren Umsetzungsstand online einsehen.

Zwei Monitorings, ein Ziel

Mit zwei Monitoring-Portalen gibt es derzeit unterschiedliche Perspektiven auf den Klimafortschritt. Auffällig ist eine Abweichung bei den ausgewiesenen Emissionen: Für 2024 liegen die Angaben im Klimastimmen-Portal um rund 100.000 Tonnen CO₂ höher als die der Stadt. Unklar ist bislang, worauf diese Abweichung beruht.

Unabhängig davon ist das Ziel klar: Sowohl Stadtverwaltung als auch Bürgerinitiative verfolgen das Ziel, Bayreuth bis 2040 klimaneutral zu machen. Eine Aufgabe, die nur gemeinsam zu bewältigen ist.