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Neues Jean Paul Museum – diesmal im Landkreis Hof
Bayreuth hat schon ein Jean-Paul-Museum, mitten in der Stadt, direkt neben der Villa Wahnfried. Jetzt bekommt der Dichter ein zweites: In Joditz bei Hof, wo Jean Paul aufgewachsen ist, nimmt ein neues Museum konkrete Formen an. Der zuständige Zweckverband hat jetzt den Auftrag für die inhaltliche Konzeption vergeben – ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Eröffnung.
Den Zuschlag bekam das Büro FranKonzept aus Würzburg. Es soll zunächst ein Rahmenkonzept erarbeiten, bevor im kommenden Jahr die inhaltlichen Details folgen. Für Bayreuth ist das mehr als eine Randnotiz aus dem Landkreis Hof: Zusammen erzählen die beiden Museen erstmals das komplette Leben des Dichters – von der Kindheit in Joditz bis zu seinen Jahren in Bayreuth, wo er 1825 auch starb.
FranKonzept übernimmt die Konzeption für das neue Museum
Die Wahl der Verbandsräte fiel auf ein Büro mit einschlägiger Erfahrung: FranKonzept hat unter anderem das Paul-Maar-Museum in Hallstadt mitentwickelt und war für die neue Dauerausstellung des Deutsch-Deutschen Museums Mödlareuth verantwortlich – ebenfalls ein Haus mit direktem Bezug zur Region Hof. Landrat Oliver Bär, Vorsitzender des Zweckverbands, sieht darin eine besondere Chance für Joditz:
„Darüber hinaus sehen wir eine besondere Chance darin, das künftige Museum in das wertvolle historische Ensemble rund um die Kirche im Dorfkern von Joditz zu integrieren.“
— Oliver Bär, Landrat des Landkreises Hof und Zweckverbandsvorsitzender
Geleitet wird das Büro von Jochen Ramming und Dagmar Stonus, die seit Jahren literaturbezogene Museen in Franken konzipieren, darunter auch das Friedrich-Rückert-Poetikum in Oberlauringen und das Literaturhaus Wipfeld.
Vor-Ort-Termin: Ideen für die künftigen Museumsräume
Bei einem gemeinsamen Termin in Joditz haben sich Landrat Bär, der Köditzer Bürgermeister Michael Holzmann, FranKonzept-Geschäftsführer Ramming sowie Vertreter des Zweckverbands, des wissenschaftlichen Beirats und der Hochbauverwaltung des Landkreises die künftigen Räume im ehemaligen Pfarrhaus angeschaut. Geplant sind moderne Vermittlungsformen, digitale Angebote und visuelle Zugänge, die das literarische Erbe zeitgemäß erlebbar machen sollen.
Unterstützt wird der Zweckverband dabei künftig von Andrea Wagner-Kropf, der lokalen Jean-Paul-Kennerin aus Joditz. Sie führt seit Jahren Besucherinnen und Besucher durch das Dorf und wird nun als nebenberufliche Mitarbeiterin zwischen Dorfgemeinschaft, Zweckverband und FranKonzept vermitteln. Auch Peter Nürmberger, früherer Kulturreferent der Stadt Hof, ist von Beginn an dabei – ihm ist besonders wichtig, das neue Museum an bestehende Angebote wie den Jean-Paul-Weg anzubinden, dessen erstes Teilstück von Joditz nach Hof führt.
Warum Joditz für Jean Paul so wichtig war
Jean Paul, bürgerlich Johann Paul Friedrich Richter, verbrachte elf prägende Jahre seiner Kindheit in Joditz, wo sein Vater als Pfarrer wirkte. Er selbst nannte das Dorf seinen „geistigen Geburtsort“ – zahlreiche Orte und Begebenheiten aus Joditz finden sich in seinen Werken wieder. Genau an diese frühe Prägung soll das neue Museum anknüpfen und sie in den historischen Dorfkern rund um die Kirche einbetten.
Vom Grobkonzept zum Rahmenkonzept: der lange Weg des Museums
Die aktuelle Vergabe ist nur der jüngste Schritt eines Projekts, das seit 2023 läuft. Damals übergab Karin Schmidt, Witwe des Museumsgründers Eberhard Schmidt, die private Sammlung als Schenkung an den Landkreis Hof. Seither wurde ein Zweckverband gegründet, die Bestände wurden inventarisiert und ein Grobkonzept erarbeitet. Im März dieses Jahres meldete der Landkreis Hof zwei weitere Meilensteine: Die komplette Sammlung wurde bereits in das künftige Museumsgebäude gebracht, und ein wissenschaftlicher Beirat mit Fachleuten aus Museumswesen und Jean-Paul-Forschung nahm seine Arbeit auf. Kurator Christian Märkl, der die Inventarisierung und das erste Grobkonzept begleitet hatte, hat den Zweckverband inzwischen aus persönlichen Gründen verlassen.
Bayreuth und Joditz: zwei Museen, ein Dichterleben
Für Bayreuth bleibt die Entwicklung in Joditz auch deshalb interessant, weil die Stadt selbst seit Langem ein eigenes Jean-Paul-Museum beherbergt, das vom Richard Wagner Museum mitbetreut wird und die späteren Lebensjahre des Dichters zeigt. 1804 zog Jean Paul nach Bayreuth, wo er bis zu seinem Tod 1825 lebte und schrieb. Erst im Jean-Paul-Jubiläumsjahr 2025 hatte die Stadt mit einem umfangreichen Programm an den Dichter erinnert. Künftig könnten die beiden Häuser in Bayreuth und Joditz gemeinsam Kindheit und Lebenswerk des Dichters erzählen – Kontakte zur Jean-Paul-Gesellschaft Bayreuth bestehen laut Landkreis bereits.
Häufige Fragen
Wo entsteht das neue Jean-Paul-Museum?
Das neue Museum entsteht in Joditz bei Hof, im ehemaligen Pfarrhaus, in dem Jean Paul als Kind gelebt hat. Träger ist ein eigens gegründeter Zweckverband.
Wer erarbeitet das Konzept für das Museum?
Den Auftrag hat das Büro FranKonzept aus Würzburg erhalten, das bereits mehrere literaturbezogene Museen in Franken konzipiert hat, etwa das Paul-Maar-Museum in Hallstadt und die Dauerausstellung des Deutsch-Deutschen Museums Mödlareuth.
Wann soll das Museum in Joditz eröffnen?
Einen konkreten Eröffnungstermin gibt es noch nicht. Zunächst entsteht ein Rahmenkonzept, im kommenden Jahr folgt das Feinkonzept mit den Inhalten für die Dauerausstellung.
Was hat Jean Paul mit Bayreuth zu tun?
Jean Paul zog 1804 nach Bayreuth und lebte dort bis zu seinem Tod 1825. Die Stadt betreibt bis heute ein eigenes Jean-Paul-Museum, das vom Richard Wagner Museum mitbetreut wird.
Woher stammt die Sammlung des Museums in Joditz?
Sie geht auf das private Museum der Familie Schmidt zurück, das Karin Schmidt 2023 als Schenkung an den Landkreis Hof übergeben hat.












Spielplatz. Symbolbild: Pixabay
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