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Augustiner

Augustiner: Ein Wirtshaus, ein Schloss – und die Frage des Ehrenhofs

Mitten in Bayreuth soll ein Augustiner-Wirtshaus entstehen. Doch eine Treppe im Ehrenhof sorgt noch immer für Ärger. Warum sich Stadt und Stiftung an der Tür die Köpfe einrennen.

Das Genehmigungsverfahren steht unmittelbar vor seinem Abschluss – heißt es aus der Stadtverwaltung. „Die Verhandlungen mit der Stadt verlaufen konstruktiv und zielorientiert“, sagt Martin Liebhäuser von der Edith Haberland-Stiftung gegenüber dem Bayreuther Tagblatt. Doch ganz so einvernehmlich wie das erst klingen mag, scheint der Prozess nicht voranzugehen.

Was genau ist für das Augustiner geplant?

Mitten in der Bayreuther Innenstadt soll ein gastronomisches Leuchtturmprojekt entstehen: Eine Augustiner-Gaststätte mit Biergarten soll künftig im rechten Seitenflügel – auch Ostflügel genannt – des Alten Schlosses Einheimische wie Touristen anziehen. Geplant ist ein klassisches Wirtshaus mit frisch gezapftem Bier, fränkischer Küche und historischem Flair. Julian Schmitt, Betreiber des Bayreuther Restaurants „Phoenix by Sudpfanne“, soll künftig das traditionsreiche Bier der Münchner Brauerei in der Innenstadt ausschenken. Geplant ist eine klassische Wirtshaus-Atmosphäre im Erdgeschoss, ergänzt durch ein stilvolles Restaurant in der ersten Etage. Ein entsprechender Vorvertrag wurde bereits geschlossen. Doch obwohl die Idee steht, liegt die Umsetzung aktuell auf Eis.

Wer ist für den Bau des Augustiners verantwortlich?

Mehrheitseigentümerin der Münchner Augustiner-Brauerei ist die Edith Haberland Stiftung. Bereits vor geraumer Zeit erwarb sie den seit 2013 leerstehenden Seitenflügel, der sich vom Schlosskirchen-Hof bis zur Maxstraße erstreckt – eine der prominentesten Innenstadtlagen Bayreuths.

Warum gibt es beim Augustiner noch keine Einigung?

Während das Konzept bereits klare Formen angenommen hat, sorgt ein Detail für Verzögerungen: Die Frage, wo der künftige Haupteingang liegen soll, entwickelt sich zum Streitpunkt zwischen Stadt und Stiftung.

Das sind die Vorstellungen zu Tür und Treppe:

Die Stiftung favorisiert einen neuen Zugang über den Ehrenhof, der durch eine mittig platzierte Treppe an der historischen Fassade erschlossen werden soll. Ziel sei es, die barocke Architektur zu betonen und das Gesamtbild der Schlossanlage harmonisch zu gestalten. Diese Variante sei nicht nur aus ästhetischer Sicht überzeugend, sondern auch denkmalpflegerisch sinnvoll, heißt es von Seiten der Stiftung.

Die Stadt hingegen lehnt diese Variante ab. Der Ehrenhof dient regelmäßig als Veranstaltungsfläche – etwa beim Bayreuther Bürgerfest – und ein gastronomischer Eingang könnte diese Nutzung einschränken. Daher hält man am bestehenden Zugang über die Maxstraße fest.

Hat die Stiftung nachgegeben?

Wenn die Einigung nun bevorsteht – was bedeutet das? Hat die Stiftung nachgegeben? Auf unsere Anfrage hin jedenfalls, ist davon nichts zu lesen:

„Die Frage einer möglichen Verlegung des Haupteingangs an die östliche Seite des Ehrenhofs ist aktuell zurückgestellt. Eine abschließende Entscheidung hierzu wird im Verlauf des 4. Quartals 2025 erwartet, im Rahmen der weiteren Abstimmungen mit der Stadt sowie den Fachbehörden,“ so Martin Liebhäuser, der zweite Vorstand der Edith-Haberland-Stiftung.

Der entscheidende Punkt warum die Baugenehmigung noch nicht erteilt wurde, ist somit noch offen. Aus dem Rathaus heißt es, dass der Ehrenhof aktuell nicht mehr Teil des laufenden Genehmigungsverfahrens sei. Nach der Antwort der Stiftung ist klar woran das liegt: Die Frage der Tür ist vertagt. Dass der Ehrenhof dem Freistaat Bayern gehört verkompliziert die Lage zusätzlich.

Hohe Erwartungen an ein Projekt mit Strahlkraft

Die geplante Augustiner-Gaststätte könnte ein neuer Anziehungspunkt in Bayreuths Zentrum werden – gastronomisch wie kulturell. Die Verbindung aus Geschichte, regionaler Kulinarik und bayerischer Biertradition hat das Potenzial, ein neues Kapitel im Stadtbild zu schreiben. Voraussetzung ist jedoch, dass Stadt und Stiftung eine gemeinsame Linie finden – damit aus der Vision bald Realität wird.