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Oberfranken

Oberfrankens Wälder werden bunter

Die Bundeswaldinventur zeigt, dass Oberfrankens Wälder  trotz Hitze und Trockenheit naturnäher und vielfältiger werden. Nach Trockenheit und Borkenkäfer beruhigt sich die Situation offenbar. 

Wie geht es den oberfränkischen Wäldern?

Dem Wald in Oberfranken geht es vergleichsweise gut. „Trotz Borkenkäfer, Hitze und Trockenheit halten sich in vielen Regionen Oberfrankens die negativen Entwicklungen in Grenzen,“ heißt es in einer Mitteilung der Regierung von Oberfranken in Bezug auf die Bundeswaldinventur diese Woche. Die Auswertungen belegen, dass die Wälder naturnäher und vielfältiger werden, insbesondere durch den steigenden Anteil an Laubbäumen wie Buchen und Eichen. Diese Entwicklung wird als Erfolg der Bemühungen der Waldbesitzenden gewertet, die ihre Wälder zunehmend in klimastabile Mischwälder umbauen. Der Anteil der Laubbäume im Kronendach ist in den letzten zehn Jahren von 31 Prozent auf 33 Prozent angestiegen. Was sich zunächst nach wenig anhört, ist in absoluten Zahlen enorm: 5.400 Hektar Laubholz kamen in Oberfranken hinzu. Das ist deutlich mehr als die Gemarkung der Stadt Bayreuth. Der Anstieg des Laubholzes bedeutete vor allem, dass die Fichtenfläche dafür zurückgegangen ist.

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Klimawandel hinterlässt Spuren

Oberfranken hat weiterhin die zweithöchsten Nadelholzanteile aller bayerischen Regierungsbezirke, wird von Seiten der Regierung von Oberfranken betont. „In der zurückliegenden Inventurperiode wuchsen in Oberfranken jährlich rund 3 Millionen Festmeter Holz nach. Dies ist der Grund dafür, dass im gesamten Regierungsbezirk – trotz der dramatischen Wald- und Holzverluste im Frankenwald – die Holzvorräte leicht gestiegen sind“, betont Regierungspräsident Florian Luderschmid. Trotz steigender Holzvorräte bereitet der Klimawandel den heimischen Forstwirten weiterhin Sorgen. „Die dramatische Borkenkäferentwicklung im Frankenwald sollte für Oberfranken und darüber hinaus für ganz Bayern eine deutliche Warnung sein“, warnt LWF-Vizepräsidentin Ruth Dirsch. Beginnend mit dem Trockenjahr 2018 sind bis heute mehr als 10.000 Hektar Fichtenwald abgestorben.

Der hohe Fichtenanteil in der natürlichen Verjüngung erfordert gezielte Pflege, um eine stabile Mischung verschiedener Baumarten zu sichern. Auch die Jagd spielt eine wichtige Rolle, um Wildbestände waldgerecht zu regulieren und damit die Entwicklung der nächsten Waldgeneration zu ermöglichen.

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Totholz für die Biodiversität

Positiv bewertet die heimischen Spezialisten die Zunahme an Totholz, das als wichtiger Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten gilt und damit zur Biodiversität beiträgt. Die Daten der Bundeswaldinventur basieren auf umfangreichen Erhebungen, bei denen in Bayern an tausenden Punkten Bäume vermessen wurden. Diese Daten ermöglichen eine fundierte Bewertung der Waldentwicklung und liefern wertvolle Hinweise für den künftigen Umgang mit dem Wald im Klimawandel.