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Öffentliche Führung zeigt Eindrücke aus dem Friedrichsforum
Noch ist das Friedrichsforum Bayreuth eine Baustelle – doch bei öffentlichen Führungen wird bereits sichtbar, wie das neue Kulturzentrum künftig funktionieren soll. Historische Elemente, moderne Technik und flexible Säle zeigen, welche Möglichkeiten das Haus ab seiner Eröffnung bieten wird.
Das Friedrichsforum Bayreuth ist noch nicht vollständig fertiggestellt. Bei öffentlichen Führungen sind Schutzfolien auf Böden, unvollständig ausgestattete Theken und gestapelte Möbel sichtbar. Dennoch vermittelt der Rundgang bereits einen klaren Eindruck davon, wie das Gebäude künftig wirken wird.
Besonders auffällig ist die Akustik in den Sälen und Gängen: Neue Innenverkleidungen dämpfen Geräusche deutlich, Gespräche klingen ruhiger und Räume wirken ausgeglichen. Große Fensterflächen und helle Materialien sorgen zusätzlich für eine offene und einladende Atmosphäre.
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Historische Stadthalle trifft moderne Veranstaltungstechnik
Ein zentrales Ziel der Sanierung ist die Verbindung historischer Bausubstanz mit moderner Technik. Erhaltene Bauelemente und Kunstwerke bleiben sichtbar und erinnern an die frühere Stadthalle, während gleichzeitig ein zeitgemäßes Kulturhaus entsteht.
Leiter Björn Rodday erklärt, man habe den „Flair“ der früheren Stadthalle in ein zeitgemäßes Veranstaltungsgebäude überführt. Es soll ein Haus der Gegenwartskultur sein – nicht nur zum Zuschauen, sondern auch zum Mitmachen, und zwar für alle.
Vier Säle und flexible Nutzungsmöglichkeiten
Im Gebäude entstehen vier unterschiedlich große Säle, darunter ein vollständig ausgestatteter Theatersaal, eine Studiobühne, Ausstellungsflächen sowie Workshop- und Seminarräume. Künftig sollen mehrere Veranstaltungen parallel stattfinden können, sofern bauakustische Messungen dies bestätigen. Beispiele reichen von Ausstellungen und Workshops bis zu Lesungen und Theateraufführungen gleichzeitig im selben Gebäude.
Rundgang durch zentrale Stationen der Führung
Vestibül: Denkmalgeschützter Eingangsbereich
Der Eingangsbereich bleibt weitgehend im ursprünglichen Zustand erhalten. Besucher sehen weiterhin das Mosaik „Bezwingung des Weltalls“ von Hans Reisinger (1964) sowie den restaurierten schwarz-weiß melierten Boden aus Steinbruchstücken.
Wandelgang: Neue Wege und mehr Flexibilität
Der sogenannte Wandelgang gilt als zentraler architektonischer Eingriff. Er führt entlang des Geißmarkts, verbindet die Säle miteinander und ermöglicht separate Zugänge, Foyers sowie einen neuen Gastronomiebereich. Große Fensterflächen sorgen für viel Tageslicht und schaffen einen deutlichen Kontrast zwischen historischem Sandstein und moderner Ausstattung.
Hofgartensaal: Teilbarer Raum für Ausstellungen und Workshops
Der Hofgartensaal lässt sich mit mobilen Trennwänden in bis zu drei Bereiche aufteilen. Geplant sind Ausstellungen, Seminare, Workshops sowie Kooperationen mit Schulen und der Universität. Separate Zugänge ermöglichen flexible Nutzungen, insbesondere für die bildende Kunst.
Bühne und Backstage: Technik im Hintergrund
Viele technische Einrichtungen bleiben später unsichtbar, sind jedoch zentral für den Betrieb. Zusätzliche Technikflächen im Untergrund, neue Revisionszugänge sowie eine verbesserte Logistik erleichtern künftig Anlieferung und Bühnenumbauten. Eine neu geschaffene Seitenbühne bietet zusätzlichen Platz für Produktionen und Lagerflächen.
Großer Saal: Multifunktionaler Theatersaal
Der große Saal bildet das Herzstück des Hauses – und ist selbst ohne Publikum beeindruckend. Variable Bestuhlung, anpassbare Nachhallzeiten und bewegliche akustische Elemente ermöglichen Veranstaltungen von Klassik und Theater bis zu Pop, Tanz und modernen Produktionen. Verstellbare Konzertzimmer lenken den Klang gezielt in den Zuschauerraum, ein Raum, gebaut für optimale Akustik.
Der Vorraum des Großen Saals im ersten Erdgeschoss bietet eine großzügige Holztheke, an der sich Gäste in den offenen Räumen erfrischen und ins Gespräch kommen können. Hier befindet sich auch ein neuer großer Aufzug, der den Zugang zum Eingangsbereich und zur ersten Etage barrierefrei ermöglicht.
Balkonsaal und historische Kunstwerke
Im Zugang zum Balkonsaal bleibt das Kunstwerk „Orpheus und Eurydike“ von Karl-Heinz Dallinger (1959) erhalten. Der Saal ist für kleinere Veranstaltungen wie Lesungen, Vorträge und Konzerte vorgesehen und kann unabhängig von anderen Bereichen genutzt werden.
Foyer und ehemalige Handwerkskammer
Im Foyer zum Balkonsaal sind eine Glaswand im Art-déco-Stil sowie ein Wandgemälde von Anton Russ (1955) erhalten. Die Führung endete in der früheren Handwerkskammer mit einem weiteren historischen Wandbild von Alfred Russ, das regionale Bauwerke und Stadtwappen zeigt. Dieser Bereich wird künftig einen zusätzlichen Zugang zum Balkonsaal bilden und unterstreicht die geplante Multinutzbarkeit des neuen Bayreuther Kulturhauses.
Bedeutung für Bayreuth: Stimmen aus Stadt und Kulturverwaltung
Kulturreferentin Eva Christina Bär bezeichnet das Friedrichsforum als ein Kulturprojekt für alle Generationen. Das Gebäude solle Raum für unterschiedliche Sparten bieten – von Pop und Rock bis Klassik – und Initiativen, Vereinen sowie kreativen Projekten offenstehen.
Oberbürgermeister Thomas Ebersberger betont, das neue Kulturzentrum biete deutlich mehr technische Möglichkeiten als die frühere Stadthalle. „Wir haben allein um die 50 Millionen reine Technik eingebaut, die man überhaupt nicht sieht.“ Ziel sei es, Veranstaltungen verschiedenster Größenordnungen zu ermöglichen und das Gebäude als offenen Treffpunkt für die Stadtgesellschaft zu reetablieren.
Kulturhaus kurz vor der Fertigstellung
Die Führung zeigt ein Gebäude im Übergang: Noch prägen Baustellenarbeiten das Bild, doch Raumstruktur, Akustik und architektonisches Konzept sind bereits erkennbar. Mit der Fertigstellung soll das Friedrichsforum zu einem zentralen Kulturort in Bayreuth werden, der große Produktionen ebenso ermöglicht wie lokale Initiativen und kulturelle Projekte.
Nun steht bald die Probezeit an, für die das Friedrichsforum seine Türen öffnet. Der offizielle Betrieb ist für den Herbst dieses Jahres geplant.










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