Zuletzt aktualisiert am

Tierschutz

Raubtierfütterung sorgt für Empörung – Polizei ermittelt wegen Bedrohungen

Nach Protesten gegen die Tötung und Verfütterung der Nürnberger Paviane eskaliert die Situation. Zoodirektor Dag Encke und Mitarbeiter erhalten Drohungen!

Empörung und Erklärung

Seit Wochen ist das Thema brisant: Die Tötung der Paviane im Nürnberger Tiergarten. Während die Direktion der Einrichtung ihr Vorgehen rechtfertigte, wurde Kritik von Tierschutzorganisationen und Aktivisten laut. Dennoch verliefen etwaige  Proteste größtenteils friedlich. Laut der Polizei Bayern blockierten bei einer solchen Aktion Aktivisten den Haupteingang des Tiergartens, indem sie sich vor Ort festketteten. Die Aktion konnte aber von der Polizei aufgelöst werden, ohne dass es zu gewaltsamen Ausschreitungen kam.

Zur Diskussion: Tiergarten Nürnberg tötet zwölf Paviane – zwei Sichtweisen im Vergleich

Erneute Erschütterung nach Raubtierfütterung

Kurz nach der Tötung der Guinea-Paviane, gab es erneut Schlagzeilen. Gegenstand ist das strikte Vorgehen des Nürnberger Tiergartens, die toten Tiere vollständig zu verwerten. Daher wurden Körperteile und Organe der Affen entnommen und verschiedenen Forschungseinrichtungen zur Verfügung gestellt.  Aus wissenschaftlicher Sicht war dieses Vorgehen für das Gewinnen spezieller Gewebeproben sinnvoll, die in freier Wildbahn nicht an wilden Tieren entnommen werden können. Ansonsten wurden die Tiere mit Fell und Knochen an die im Zoo beheimateten Raubtiere verfüttert. Der Nürnberger Tiergarten betont, dass die Verfütterung möglichst vollständiger Tierkörper essenziell für die Gesundheit der Raubtiere sei. Im Anschluss an die vorangegangene Kontroverse waren die Reaktionen in den sozialen Medien sehr emotional. Zum Beispiel schrieb ein Nutzer auf Instagram:

Zoos gehören der Vergangenheit. Ein Gefängnis für Tiere, in dem sie sogar mit Erschießung rechnen müssen!

Direktor und Mitarbeiter werden bedroht

Inzwischen hat sich die öffentliche Empörung zu strafrechtlicher Relevanz zugespitzt. Das Polizeipräsidium Mittelfranken bestätigt, dass täglich mehrere Anzeigen bei der Dienststelle eingehen und sich die Fälle von Bedrohung gegenwärtig im dreistelligen Bereich befinden. Die verbalen Angriffe und Bedrohungen richten sich gegen Direktor Dag Encke sowie Mitarbeiter des Nürnberger Tiergartens und gehen über Post, Social Media oder Email bei den Betroffenen ein.

Schon gelesen? Cybermobbing hautnah: Wie drei Freundinnen aus Bayreuth die dunkle Seite der sozialen Medien beleuchten