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Zuletzt aktualisiert am 31. August 2024 | 08:57

Attraktivierung

Schlosspark Thurnau – die Sanierung geht los

von Katharina Müller-Sanke

Seit Jahrzehnten ist die Sanierung des Thurnauer Schlossparks und die Erschließung des Areals ein Traum für die Bevölkerung. Nun wird dieser Traum endlich wahr.

  • Der Thurnauer Schlosspark wird saniert. Das ist das Eishaus von hinten. ©bt-Redaktion
    Der Thurnauer Schlosspark wird saniert. Das ist das Eishaus von hinten. ©bt-Redaktion
  • Bürgermeister Martin Bernreuther am Eishaus. ©Michale Christensen
    Bürgermeister Martin Bernreuther am Eishaus. ©Michale Christensen
  • Schlosspark Thurnau - Lichtung und Teehaus ©Michael Christensen
    Schlosspark Thurnau - Lichtung und Teehaus ©Michael Christensen
  • Die einstige Lindenallee. ©Michael Christensen
    Die einstige Lindenallee. ©Michael Christensen
  • Vom Schwanenweiher aus sieht man mittlerweile auch das Teehaus. ©Katharina Müller-Sanke
    Vom Schwanenweiher aus sieht man mittlerweile auch das Teehaus. ©Katharina Müller-Sanke
  • Der Schlosspark in Thurnau ist aktuell verwildert Michael Christensen
    Der Schlosspark in Thurnau ist aktuell verwildert Michael Christensen
  • Das Eishaus gehört zu den großen Projekten im Schlosspark ©bt-Redaktion
    Das Eishaus gehört zu den großen Projekten im Schlosspark ©bt-Redaktion
  • Der Schlosspark in Thurnau wird saniert ©bt-Redaktion
    Der Schlosspark in Thurnau wird saniert ©bt-Redaktion
  • Schlosspark Thurnau von oben. ©Markt Thurnau
    Schlosspark Thurnau von oben. ©Markt Thurnau
  • Schlosspark Thurnau - so soll das Eishaus mal aussehen ©Markt Thurnau
    Schlosspark Thurnau - so soll das Eishaus mal aussehen ©Markt Thurnau
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Der Thurnauer Schlosspark wird saniert. Bürgermeister Martin Bernreuther freut sich auf das Ergebnis. 2026 schon sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Erst vor wenigen Wochen hat in Thurnau ein neues Hotel eröffnet.

Langwierige Verhandlungen

Wo vor einigen Jahrzehnten noch die Baronin lustwandelte und die Thurnauer Bevölkerung den höfischen Flair von weitem genießen konnten, werden bald neue Wege zu den dann sanierten Sehenswürdigkeiten führen. Die Verhandlungen waren langwierig und die Lösung ist natürlich ein Kompromiss. Aber es ist ein Kompromiss, bei dem die Bevölkerung gewinnt.

Mehrere Probleme standen der erfolgreichen Sanierung in der Vergangenheit im Weg: Zum Einen lebt die Eigentümerin des Areals in Australien und wollte bislang nicht verkaufen. Man munkelt sie habe lange Zeit die falsche Hoffnung gehegt, den Boden eines Tages zu Bauland machen zu können. Bisher hatten sich die Verhandler an ihr die Zähne ausgebissen. Das ist nun Geschichte. Die Gemeinde konnte sie überzeugen. „Es ging alles mit rechten Dingen zu. Wir waren eben hartnäckig und das Timing hat gepasst“, so Bürgermeister Martin Bernreuther. Die Finanzierung war die zweite Herausforderung, die das Thema lange verzögert hat. Doch auch das ist mittlerweile gelöst:

Finanzierung gesichert

Der Ankauf des Parks durch die Gemeinde wurde über den Bayerischen Naturschutzfonds bezuschusst. Über diesen Fonds werden Gelder in der Region für Naturschutzmaßnahmen ausgeschüttet, die an anderer Stelle als Ausgleichszahlungen abgeführt werden mussten. In diesem Fall gab es Ausgleichszahlungen für den Bau von Windenergieanlagen. Um die Gelder des Naturschutzfonds nutzen zu können, musste die Gemeinde zusagen, die Hälfte des Parks unberührt zu lassen. Der obere Teil bleibt daher unangetastet. Der Bereich Richtung Schlossweiher, in dem sich auch Brunnen, Eishaus und Teehaus sowie die frühere Lindenallee befinden, darf aufbereitet werden.

Insgesamt soll das rund 4 Millionen Euro kosten. Doch auch für die haben Bürgermeister Martin Bernreuther und die Gemeinde eine Lösung gefunden: Als „Grünes Projekt“ erhält der Schlosspark 80 Prozent Förderung über die Bund-Länder Städtebauförderung. Weitere 10 Prozent kommen von der Oberfrankenstiftung. Bei der Gemeinde verbleibt damit ein Eigenanteil von 10 Prozent. „Ich bin dankbar, dass das Projekt so viele Unterstützer hat und bei Fördergebern auf offene Ohren gestoßen ist“, so Bernreuther.

Arbeiten beginnen

Im September soll es nun also richtig losgehen. Die Vorbereitungsarbeiten sind so gut wie abgeschlossen. Die Baustellenzufahrt aus Richtung Schwanenweiher steht. Im Bereich der entwickelt wird, gibt es drei Abschnitte: Das Teehaus, außerdem das Eishaus und zum dritten Wege, die Allee, Springbrunnen und kleinere Arbeiten.

Lindenallee kann teilweise wieder hergestellt werden

Die Allee ist etwas, an das sich die älteren Thurnauer noch gerne erinnern: 65 Linden standen im Schlosspark. Bei einem Unwetter in den 60er Jahre des 20. Jahrhundert wurde die Allee völlig zerstört. Kann sie wieder aufgeforstet werden? Der Bürgermeister bedauert: Nur zum Teil. Es müssten zu viele Bäume gefällt werden und die Linden würden so viel Schatten werfen, dass der Wald darunter nicht mehr genug Licht hätte. Der Naturschutz steht den Linden also entgegen. Der Kompromiss ist: 20 Linden dürfen gepflanzt werden. So bekommen die Besucher dennoch einen Eindruck von der einstigen Allee“.

Teehaus und Eishaus

Eine öffentliche Toilette soll es am ehemaligen Teehaus geben und das ehemalige Eislager (siehe Fotos oben) direkt hinter dem Schlossbräu soll zu einem Gastzimmer umgebaut werden. Bislang sind die Wände rund einen Meter dick. Nun sollen sie inwendig abgetragen werden. Nach vorne zu soll noch etwas angebaut und mit viel Glas verkleidet werden. Dann finden rund 26 Menschen hier Platz.

Herzstück des Ortes

Für Thurnau ist der Schlosspark mehr als irgendein Bauprojekt, sondern er ist die logische Erweiterung des Schlossweihers und der Schlossanlage. Er wird daher von vielen Thurnauern als Herzstück des Ortes empfunden. Die Fertigstellung ist in greifbarer Nähe. Man kann das Teehaus sogar schon vom Schlossweiher aus erkennen und erahnen wie der Park einmal aussehen wird. Ein Video aus dem Park haben wir hier auf Facebook hochgeladen. Ein Traum geht in Erfüllung.

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