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„Sieben auf einen Streich“ – Neue Perspektiven in der Hammerstatt
Wie soll sich das Wohnquartier an der Friedrich-Ebert-Straße weiterentwickeln? Ein Wettbewerb bringt neue Perspektiven für den Bereich rund um den Hammerstätter Hof – mit Fokus auf Nachverdichtung und Quartierscharakter.
Wie geht es weiter mit den Wohnbauten an der Friedrich-Ebert-Straße rund um den Hammerstätter Hof? Dieser Frage widmete sich ein städtebaulicher Realisierungswettbewerb, ausgelobt vom Bauverein Bayreuth eG. Vier Architektur- und Stadtplanungsbüros entwickelten unterschiedliche Konzepte für die Neuordnung und Sanierung des Areals.
Einstimmig kürte die Jury den Entwurf mit dem Motto „Sieben auf einen Streich“ zum Sieger.
Vier Konzepte, intensive Diskussionen
Die Jury zeigte sich beeindruckt von der Bandbreite der Vorschläge – von stark verdichteten Neubauvarianten bis hin zu Konzepten, die nahezu den gesamten Bestand erhalten wollten. Gerade diese Gegensätze sorgten für eine intensive fachliche Auseinandersetzung über Wohnraumschaffung, Quartierscharakter und Wirtschaftlichkeit.
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Einige Entwürfe setzten auf maximale Ausnutzung der Flächen, wurden jedoch kritisch bewertet, da sie Freiräume einschränkten oder das architektonische Erscheinungsbild des Quartiers zu stark überformten. Andere Arbeiten überzeugten durch sensible Eingriffe, mussten sich aber Fragen zur Umsetzbarkeit, Erschließung und Stellplatzlösung stellen.
Siegerentwurf: Bestand bewahren, gezielt ergänzen
Der prämierte Entwurf verfolgt einen zurückhaltenden Ansatz: Die städtebaulichen Qualitäten des Bestands sollen weitgehend erhalten bleiben, ergänzt durch punktuelle Neubauten mit Flachdächern. So bleibt die Straßenansicht der Friedrich-Ebert-Straße nahezu unverändert, während in zweiter Reihe neue Wohnungen entstehen.
Mit insgesamt 17 zusätzlichen Wohneinheiten gilt die Nachverdichtung als standortverträglich. Der Gartenstadt-Charakter des Quartiers soll erhalten bleiben, gleichzeitig entsteht moderat neuer Wohnraum.
Die Jury lobte insbesondere die „minimalinvasive“ Herangehensweise: Durch gezielte Eingriffe werde die vorhandene Struktur in eine neue Zeit übersetzt, ohne den familiären Charakter des Viertels grundlegend zu verändern.
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Wirtschaftlichkeit und moderne Baukonzepte
Ein weiterer Schwerpunkt des Siegerteams liegt auf seriellem Bauen und standardisierten Gebäudetypen. Ziel ist es, Planungs- und Baukosten zu reduzieren und Genehmigungsprozesse zu beschleunigen. Auf Tiefgaragen soll verzichtet werden; stattdessen sind oberirdische Stellplätze und eine Umgestaltung des Straßenraums zu einer verkehrsberuhigten Quartiersfläche vorgesehen.
Diese Strategie soll das Projekt trotz hoher Baupreise langfristig wirtschaftlich tragfähig machen.
Aktuelle Nutzung: Hammerstätter Hof als Begegnungsort
Bis zur baulichen Umsetzung bleibt der Hammerstätter Hof belebt: Seit März nutzt der Mama-Mia Eltern- und Kinderverein die Räume im Rahmen einer Zwischennutzung. Geplant sind offene Treffpunkte, Cafébetrieb sowie Angebote für Familien, Kinder und Anwohner – bewusst niedrigschwellig und größtenteils ehrenamtlich organisiert.
Die Zwischennutzung ist bis voraussichtlich 2027 vorgesehen und soll dem Quartier bereits jetzt neues Leben einhauchen, bevor die eigentliche Bauphase beginnt.












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