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Spritpreise: Koalition senkt Energiesteuer um 17 Cent – Stimmen aus Bayreuth
Die schwarz-rote Koalition senkt die Energiesteuer auf Benzin und Diesel befristet auf zwei Monate. Bayreuths CSU-Abgeordnete Silke Launert begrüßt den Beschluss — doch bei näherer Betrachtung zeigt sich: Die Entlastung hat Grenzen. Ein Überblick.
17 Cent weniger pro Liter: Was der neue Tankrabatt für Bayreuth bedeutet
Die Preise an den Bayreuther Tankstellen sind in den vergangenen Wochen massiv gestiegen. Auslöser ist der Krieg zwischen den USA und dem Iran, der seit Ende Februar die Straße von Hormus blockiert und die globalen Ölmärkte in Unruhe versetzt. Diesel verteuerte sich auf dem bisherigen Höhepunkt kurz nach Kriegsbeginn um bis zu 70 Cent pro Liter, Super E10 um rund 41 Cent; ein Schock für Pendler, Handwerker, Spediteure und die Landwirtschaft gleichermaßen. Nun antwortet Berlin mit einem Werkzeug, das schon 2022 zum Einsatz kam: dem Tankrabatt.
Was die Koalition beschlossen hat
Die Energiesteuer bei Diesel und Benzin soll um jeweils rund 17 Cent brutto pro Liter begrenzt auf zwei Monate gesenkt werden. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) erwartet, dass die Mineralölbranche die Steuersenkung vollständig an die Zapfsäule weitergibt. Ab wann genau die Maßnahme greifen soll, steht noch nicht fest.
Auch Bayreuths Bundestagsabgeordnete Silke Launert (CSU), die als Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt amtiert, begrüßt den Beschluss und teilte ihre Freude darüber auf Instagram. Für die CSU-Politikerin ist der Schritt ein wichtiges Signal der neuen Regierung in Richtung Entlastung der Bevölkerung.
Steuern beim Sprit — die nackten Zahlen
| Energiesteuersatz Benzin (aktuell) | 65,4 Ct/Liter |
| Energiesteuersatz Diesel (aktuell) | 47,0 Ct/Liter |
| Geplante Senkung (brutto, 2 Monate) | jeweils ~17 Ct/Liter |
| CO₂-Abgabe | bleibt unverändert |
| Mehrwertsteuer | 19 % auf Gesamtpreis |
| Steuer- & Abgabenanteil Benzin (Ø 2025) | ~64 % |
| Steuer- & Abgabenanteil Diesel (Ø 2025) | ~56 % |
| Steuer- & Abgabenanteil Benzin (März 2026) | ~58 % |
| Steuer- & Abgabenanteil Diesel (März 2026) | ~48 % |
Quellen: ADAC, Bundesregierung (Stand: April 2026)
Wie der Rabatt wirklich wirkt
Die Energiesteuer ist festgesetzt: bei Benzin auf 65,45 Cent, bei Diesel auf 47,04 Cent pro Liter. Hinzu kommen aber noch weitere Abgaben wie die CO₂-Steuer sowie die Mehrwertsteuer von 19 Prozent. Diese wird auf den Gesamtpreis erhoben. Wer die Energiesteuer senkt, spart daher automatisch auch etwas bei der Mehrwertsteuer. Die viel kritisierte CO₂-Abgabe bleibt dagegen unangetastet.
Ein weiterer Knackpunkt: Der Rabatt kommt nur dann vollständig beim Verbraucher an, wenn die Mineralölkonzerne ihn auch tatsächlich weitergeben. ADAC-Verkehrs- und Technikpräsident Karsten Schulze fordert: „Es muss sichergestellt sein, dass sich die vollen 17 Cent an den Zapfsäulen niederschlagen.“ Beim ersten Tankrabatt 2022, der damals als Reaktion auf den Ukraine-Krieg eingeführt worden war, landete laut Expertenmeinung ein erheblicher Teil der Entlastung bei den Mineralölkonzernen statt in den Portemonnaies der Verbraucher.
Landwirtschaft: Zwischen Erleichterung und Ernüchterung
Die Landwirtschaft trifft der hohe Spritpreis besonders hart. Schlepper, Erntemaschinen, Traktoren: sie alle laufen mit Diesel. Dazu kommt die ebenfalls gestiegene Düngemittelversorgung, die stark von den Energiepreisen abhängt. Bundesbauernpräsident Joachim Rukwied fordert schnelle Entlastung und warnt: Wer die Kosten der Landwirtschaft dauerhaft ignoriert, bekommt das am Ende über teurere Lebensmittel zurück.
„Die horrenden Preise sind eine Tragödie für uns alle gleichermaßen,“ Harald Köppel, Bauernverband Bayreuth
Harald Köppel vom Bauernverband Bayreuth sieht die aktuelle Lage zwar als ernst, will aber aktuell dennoch nicht, dass die Landwirte demonstrieren. Die Situation sei grundsätzlich verschieden von den Protestwellen vergangener Jahre. „Bei den Streiks vor einigen Jahren ging es um Belastungen, die nur die Landwirte getroffen haben. Dieses Mal sind alle gleichermaßen betroffen“, erklärt er. Eine isolierte Protestaktion der Bauern ergibt für ihn deshalb keinen Sinn. „Wenn, dann müssten Landwirte, Verbraucher, Handwerker und alle anderen, die auf Sprit angewiesen sind, zusammen demonstrieren.“ Auf die Straße gehen wollen die Bayreuther Landwirte deshalb im Moment nicht.
Deutschland im europäischen Vergleich: Ein Hochsteuerland
Deutschland gehört in Europa zu den Ländern mit der höchsten Steuerlast beim Kraftstoff. Der Vergleich zeigt: Während hierzulande im Jahresmittel 2025 rund 64 Prozent des Benzinpreises aus Steuern und Abgaben bestanden, liegt dieser Anteil in Ländern wie Ungarn oder Polen deutlich niedriger. Das erklärt, warum die Preisunterschiede innerhalb Europas so eklatant sind und warum Steuersenkungen grundsätzlich einen spürbaren Hebel hätten. Die nun geplante Entlastung kratzt an der Oberfläche, ändert aber nichts an der strukturellen Hochsteuerlast.
Fazit
Zwei Monate Entlastung sind besser als keine: das ist unstrittig. Doch der Tankrabatt löst kein strukturelles Problem. Er ist zeitlich begrenzt, sein Effekt hängt vom Wohlwollen der Ölkonzerne ab, und er lässt die CO₂-Abgabe sowie die hohe Mehrwertsteuer unangetastet. Für Bayreuther Pendler, Handwerker und Landwirte ist er ein kurzfristiges Pflaster. Harald Köppel bringt es auf den Punkt: Das hier ist keine Krise, die nur eine Branche trifft: sie trifft alle. Wer dauerhaft entlastet werden will, braucht mehr als zwei Monate Rabatt.
Das Mussea Gelände bei Münchberg ©Revocit Ton & Töpfe-Festival am 19. und 20. Juni bei Münchberg
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Aussicht vom Ochsenkopf in Richtung Südseite ©Katharina Müller-Sanke 











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