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Startschuss für den ILS-Erweiterungsbau in Bayreuth
Es ist das „Nervenzentrum“ unserer Region: Von der Integrierten Leitstelle (ILS) Bayreuth/Kulmbach aus werden rund 10.000 Einsatzkräfte koordiniert. Doch die Technik von morgen braucht Platz. Am 27. Februar 2026 fiel der symbolische Startschuss für einen fünf Millionen Euro schweren Erweiterungsbau, der weit mehr ist als nur neue Büros.
Ein Meilenstein für die Gefahrenabwehr in Oberfranken
Wenn es brennt, ein Unfall passiert oder medizinische Hilfe nötig ist, zählt jede Sekunde. Damit dieser Prozess auch in Zukunft reibungslos funktioniert, wird die ILS an der Bayreuther Feuerwache nun massiv vergrößert. Oberbürgermeister Thomas Ebersberger, Vorsitzender des Zweckverbandes für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung (ZRF), gab am vergangenen Freitag gemeinsam mit den Projektbeteiligten den offiziellen Kick-off.
Die ersten Vorarbeiten, wie die Rodungsarbeiten auf dem Gelände, laufen bereits. Das Ziel ist klar: Eine moderne, leistungsfähige Infrastruktur, die den steigenden Sicherheitsanforderungen und hybriden Gefahrenlagen unserer Zeit gewachsen ist.
Warum der Ausbau nach 16 Jahren unumgänglich ist
Seit 2010 ist die ILS im bestehenden Gebäude untergebracht. Doch die Welt der Rettungskräfte hat sich seitdem gewandelt. Markus Ruckdeschel, Kreisgeschäftsführer des BRK-Kreisverbandes Bayreuth und Betreiber der Leitstelle, betont die Notwendigkeit:
„Wir investieren hier in die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger der Landkreise Bayreuth und Kulmbach sowie der Stadt Bayreuth. Die Anforderungen an Technik und Organisation sind in den letzten Jahren massiv gestiegen.“
Die Fakten zum Neubau im Überblick:
- Investitionsvolumen: Rund 5 Millionen Euro (ein im Vergleich sehr kosteneffizientes Projekt).
- Flächengewinn: Die bisherigen 670 Quadratmeter werden um ca. 700 Quadratmeter erweitert.
- Gesamtfläche: Zukünftig stehen 975 m² für die ILS/TTB und 225 m² für den ZRF zur Verfügung.
High-Tech unter einem Dach: Funk und Alarmierung
Ein zentraler Punkt der Erweiterung ist die Rückkehr der Taktisch-Technischen Betriebsstelle (TTB) in das Hauptgebäude. Die TTB ist das technische Rückgrat unserer Feuerwehren und Hilfsorganisationen. Sie verwaltet:
- Rund 5.000 Pager (Funkmeldeempfänger),
- Etwa 350 Sirenen im gesamten Zuständigkeitsbereich,
- Sowie circa 5.000 Funkgeräte.
Durch die räumliche Nähe von Verwaltung (ZRF), Einsatzleitung (ILS) und Technik (TTB) werden Synergien geschaffen, die im Ernstfall für schnellere Abstimmungswege sorgen. Zudem wird die Ausfallsicherheit durch eine nochmals verbesserte, redundante Erschließung der Leitstelle erhöht.
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Verantwortungsvolle Erinnerungskultur: Ein Ort gegen das Vergessen
Besonders bemerkenswert: Das Projekt blickt nicht nur in die Zukunft, sondern auch in die Vergangenheit. Die Leitstelle befindet sich auf dem Gelände eines ehemaligen KZ-Außenlagers.
Im Zuge des Neubaus wird eine Erinnerungsstelle mit historischen Dokumenten und Schautafeln integriert. Dieser Ort wird künftig auch für Besucher zugänglich sein. Damit setzt die Stadt Bayreuth ein klares Zeichen: Moderne Gefahrenabwehr zum Schutz der Menschen steht hier im Einklang mit der Verantwortung gegenüber der Geschichte.
Eine nachhaltige Investition in unser aller Schutz
Mit dem Erweiterungsbau wird sichergestellt, dass die rund 10.000 ehrenamtlichen und hauptamtlichen Einsatzkräfte in Bayreuth und Kulmbach auch in zehn oder zwanzig Jahren noch auf modernste Alarmierungstechnik vertrauen können. Dass dabei die Kosten im Blick behalten werden und die Geschichte des Ortes gewürdigt wird, macht das Projekt zu einem Vorzeigemodell für die Region.












Arbeitsbühne, in die Pegnitz gekippt. Arbeitsunfall 04.03.2026 ©NEWS5/ Sven Grundmann
Symbolfoto © Pixabay