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Sport/Geschichte

Vater und Sohn – Leistungsträger bei der SpVgg Bayreuth

Lothar Wolf feiert seinen 70. Geburtstag

Lothar Wolf, der heute seinen 70. Geburtstag feiert, mit seinen Söhnen Chris und Tim (von links). Lothar und Chris gehören in der Vereinsgeschichte der SpVgg zu den Leistungsträgern der ersten Mannschaft, Tim spielte bei den Junioren des 1. FC Nürnberg. Foto: Stephan Müller.
Lothar Wolf, der heute seinen 70. Geburtstag feiert, mit seinen Söhnen Chris und Tim (von links). Lothar und Chris gehören in der Vereinsgeschichte der SpVgg zu den Leistungsträgern der ersten Mannschaft, Tim spielte bei den Junioren des 1. FC Nürnberg. Foto: Stephan Müller.

Franz und Stephan Beckenbauer, Carlo und Davide Ancelotti, Cesare und Paolo Maldini, Pal und Palko Dardai, Souleyman und Leroy Sané. Beispiele für „Kicker-Dynastien“, in denen „Vater und Sohn“ bekannte Fußballer waren und sind, gibt es genug. Natürlich, so dürfen wir „augenzwinkernd“ anfügen, gab es das auch in Bayreuth. In der Vereinsgeschichte der SpVgg tauchen die Namen Sommerer (Rudi und Uwe), Mahr (Wolfgang und Steffen), Brendel (Reinhard und Dominik), Pötzinger (Jörg und Julian), Ruscher (Gerd und Stefan), Weimar (Onkel Horst und Neffe Patrick) und natürlich Wolf (Jörg und Chris) in zwei Fußballgenerationen auf. Bei Fritz und Hans Semmelmann sowie Wolfgang und Matthias Kauper können wir sogar notieren, dass Vater und Sohn in der jeweils zweithöchsten Spielklasse im Altstädter Trikot aufliefen.

Schöne Erinnerungen: Die Bayreuther Uwe Sommerer, Wolfgang Mahr, der (damalige) Hofer Lothar Wolf und die beiden späteren "Meistertrainer" Ottmar Hitzfeld und Felix Magath wurden von Bundestrainer Helmut Schön und seinem Co-Trainer und Nachfolger Jupp Derwall zu einem Sichtungslehrgang der Nationalmannschaft in Karlsruhe eingeladen. Foto: Archiv Lothar Wolf.
Schöne Erinnerungen: Die Bayreuther Uwe Sommerer, Wolfgang Mahr, der (damalige) Hofer Lothar Wolf und die beiden späteren "Meistertrainer" Ottmar Hitzfeld und Felix Magath wurden von Bundestrainer Helmut Schön und seinem Co-Trainer und Nachfolger Jupp Derwall zu einem Sichtungslehrgang der Nationalmannschaft in Karlsruhe eingeladen. Foto: Archiv Lothar Wolf.

Viele Gemeinsamkeiten gibt es bei Lothar Wolf, der für die Altstädter von 1979 bis 1981 in der 2. Liga Süd spielte, und Sohn Chris, der seit August 2008 in zehn Spielzeiten in Bayernliga und Regionalliga weit über 300 Pflichtspiele für die SpVgg absolvierte. Beide sind und waren Sympathieträger und Publikumslieblinge, überzeugten durch ihre Ballsicherheit und Zuverlässigkeit als Defensivkräfte. „Und beide waren und sind als Torjäger völlig unverdächtig“, lacht Vater Lothar Wolf, wobei sich es Lothar, der am 16. September seinen 70. Geburtstag feiert, und Chris aber nie nehmen ließen, wenigstens ein Saisontor zu erzielen.

Bis in das Viertelfinale des DFB-Pokals schafften es Lothar Wolf, Wolfgang Breuer, Reinhard Brendel und SpVgg-Keeper Norbert Schumbrutzki in der Saison 1979/80. Unser Foto zeigt Lothar Wolf in der Bildmitte im Gelsenkirchener Parkstadion im Abwehrgetümmel mit dem Schalker Manfed Drexler. Foto: Archiv Lothar Wolf.
Bis in das Viertelfinale des DFB-Pokals schafften es Lothar Wolf, Wolfgang Breuer, Reinhard Brendel und SpVgg-Keeper Norbert Schumbrutzki in der Saison 1979/80. Unser Foto zeigt Lothar Wolf in der Bildmitte im Gelsenkirchener Parkstadion im Abwehrgetümmel mit dem Schalker Manfed Drexler. Foto: Archiv Lothar Wolf.

Dabei kam er damals im Sommer 1979, die SpVgg hatte gerade im Aufstiegsspiel gegen den FC Bayer 05 Uerdingen den Bundesligaaufstieg knapp verpasst, mit einer ganz besonderen Empfehlung vom FC Bayern Hof nach Bayreuth. Im damals noch ausgetragenen DFB-Liga-Vereinspokal gehörte er 1972 als 21-jähriger zu der Hofer Mannschaft, die sich (ohne den gerade nach Innsbruck abgewanderten „Bobby Breuer“) in ihrer Gruppe mit 8:4 Punkten vor dem VfB Stuttgart (7:5), dem FC Bayern München (6:6) und dem TSV 1860 München (3:9) als Gruppensieger für das Viertelfinale qualifizierte. Dabei gehörte er sowohl beim 4:1-Heimsieg über die Münchner Bayern als auch beim 5:3-Sieg über die Sechziger zu den Torschützen. Im Viertelfinale scheiterten die Hofer am FC Schalke 04. Die Ergebnisse im Ligapokal und die Aufstiegsrunde zur Bundesliga bezeichnet er heute als seine größten Erfolge.

Lothar Wolf, der für die Altstädter von 1979 bis 1981 in der 2. Liga Süd spielte, und sein Sohn Chris. Zum Zeitpunkt dieses Fotos ahnte noch niemand, dass auch Chris in Bayernliga und Regionalliga weit über 300 Pflichtspiele für die SpVgg absolvieren wird. Foto: Archiv Lothar Wolf.
Lothar Wolf, der für die Altstädter von 1979 bis 1981 in der 2. Liga Süd spielte, und sein Sohn Chris. Zum Zeitpunkt dieses Fotos ahnte noch niemand, dass auch Chris in Bayernliga und Regionalliga weit über 300 Pflichtspiele für die SpVgg absolvieren wird. Foto: Archiv Lothar Wolf.

Doch dann kam der Abstieg des FC Bayern Hof und das Angebot der SpVgg Bayreuth. Zwei Jahre spielte Lothar Wolf für die Altstädter in der 2. Liga Süd. Er qualifizierte sich mit den Gelb-Schwarzen am Ende der Spielzeit 1981/82 für die neue eingleisige 2. Bundesliga, wechselte aber dann kurz zum Bayernligisten VfL Frohnlach, ehe er in der Reserve der SpVgg Bayreuth seine Karriere ausklingen ließ. In diesen Jahren bot sich für Lothar Wolf die Chance, die im Jahr 1912 gegründete Bürsten- und Pinselfabrik „Baruthia“ zu übernehmen, die er ab 1984 mehr und mehr auf den Bereich Arbeitsschutz umstellte. Im neuen Firmenstandort in Wolfsbach sind nun auch seine beiden Söhne Chris und Tim Wolf in der Geschäftsführung tätig. Lothar und seiner Frau Birgit verbrachten unzählige Stunden und Kilometer auf der Autobahn, um die Jungs zum Nachwuchstraining zum 1. FC Nürnberg zu fahren. Tim, der bis zur U19 beim FCN spielte, hat seine Karriere inzwischen beendet. Chris ist als einer der letzten „waschechten“ Bayreuther noch in der ambitionierten Regionalliga-Truppe aktiv. In dieser Saison soll der Aufstieg in die dritte Liga endlich gelingen. Dazu hat Chris von seiner Familie den vollen Rückhalt.

Stephan Müller

Stephan Müller

Stephan Müller (55) ist Stadtrat, Hobbyhistoriker, freiberuflicher Journalist und Autor zahlreicher Bücher zur Geschichte Bayreuths. Für das Bayreuther Tagblatt hat er sein Archiv geöffnet. Die besten Anekdoten gibt es immer wieder hier beim bt.

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