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Der Wolf in Deutschland
Vom Fichtelgebirge ins Jagdgesetz: Der Wolf wird zur Beute
Er fasziniert die einen und bedroht die Existenz der anderen: Kaum ein Tier spaltet Deutschland so sehr wie der Wolf. Doch wie lässt sich der strenge Artenschutz mit den Sorgen unserer Weidetierhalter vereinbaren?
Erfolgreiche Rückkehr mit Konflikten
Im Jahr 2000 wurde in Sachsen der erste wildlebende Wolf geboren. Heute umfasst die Population in Deutschland rund 1.600 Tiere. Diese Rückkehr führt zu Konflikten: Allein 2024 wurden etwa 3.400 Weidetiere, meist Schafe, durch Wölfe getötet, verletzt oder vermisst.
Neue Rechtslage im Bundesjagdgesetz
Seit dem 2. April 2026 ist der Wolf im Bundesjagdgesetz. Das soll eine Balance zwischen Wolf, Nutztieren und Öffentlichkeit schaffen.
Jagdzeit und strikte Ausnahmen
Eine Bejagung ist künftig vom 1. Juli bis 31. Oktober zulässig, sofern sich der Bestand in einem günstigen Erhaltungszustand befindet. Ist dieser Zustand gefährdet, bleibt der Abschuss streng auf Ausnahmen beschränkt, etwa zur Abwendung schwerer wirtschaftlicher Schäden oder zum Schutz der Bevölkerung.
Schutz der Art bleibt Priorität
Trotz der Neuregelung bleibt die Sicherung der Wolfspopulation oberste Priorität. Die Jagd soll lediglich als regulierendes Werkzeug für einen gesunden Ausgleich dienen, ohne die Art zu gefährden.
Der Wolf in Oberfranken
Der Wolf breitet sich in Oberfranken weiter aus. Neben den bekannten Rudeln im südlichen Landkreis Bayreuth („Kitschenrain“ und „Veldensteiner Forst“) gibt es eine neue Entwicklung im Norden: Das Fichtelgebirge wurde nach erfolgreichem Nachwuchs offiziell als weiteres Wolfsterritorium eingestuft.
Die Entwicklung der Wolfsterritorien in Bayern und bundesweit ist online über die Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) einsehbar.
Für Fragen zum Wolfsvorkommen oder zum richtigen Verhalten bei Begegnungen steht das Wildtiermanagement der Regierung von Oberfranken zur Verfügung. Aktuelle Daten werden zentral von der Fachstelle Große Beutegreifer am Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU) erfasst. Hinweise auf Wolf, Luchs oder Bär sollen auch beim LfU gemeldet werden.
Pro und Kontra der Bejagung
Die Wolfsthematik spaltet die Gesellschaft seit Beginn seiner Ausbreitung in zwei Hauptlager. Auf der einen Seite stehen Naturschützer, allen voran Organisationen wie der NABU (Naturschutzbund Deutschland), welche sich gegen eine Bejagung der Tiere aussprechen. Auf der anderen Seite fordern Bauern und auch Jäger eine geregelte Entnahme der Bestände.
FAQ
Warum wurde der Wolf überhaupt in das Bundesjagdgesetz aufgenommen?
Die wachsende Wolfspopulation führte zu immer mehr Rissen bei Weidetieren. Mit der Gesetzesänderung erhalten die Bundesländer mehr rechtliche Möglichkeiten, um Bestände bei Konflikten gezielter zu regulieren.
Darf nun jeder Wolf einfach so geschossen werden?
Nein, keineswegs. Eine Bejagung ist zeitlich auf den Sommer und Herbst begrenzt und setzt voraus, dass der Bestand in der Region stabil genug ist.
Was passiert, wenn die Wolfspopulation in einer Region wieder schrumpft?
Sobald der Erhaltungszustand als gefährdet gilt, greift ein strenger Schutz. Eine Jagd ist dann komplett tabu und Abschüsse sind nur noch in absoluten Ausnahmefällen erlaubt – etwa zur akuten Schadensabwehr oder bei Gefahr für den Menschen.
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