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Bildung

Von Oberbayern nach Oberfranken: Fachbereich Rechtspflege kommt nach Pegnitz

Im Rahmen der Bayerischen Heimatstrategie wird der Fachbereich Rechtspflege der Hochschule für den öffentlichen Dienst (HföD) von Starnberg nach Pegnitz verlagert. Der Pegnitzer Stadtrat hat dafür einstimmig den Weg freigemacht und eine wichtige Änderung im Bebauungsplan beschlossen.

In der Stadtratssitzung am 21. Januar 2026 fassten Stadtverwaltung und Stadträte einstimmig den Aufstellungsbeschluss zur Änderung des Bebauungsplans „Pegnitz Nord I“. Das bisherige Sondergebiet „Einkaufszentrum“ soll künftig als Sondergebiet „Bildung“ ausgewiesen werden. Damit startet offiziell das Verfahren, um das ehemalige PEP-&-K&P-Areal für die Nutzung als Hochschulstandort mit besonderer Bedeutung für Bayern vorzubereiten.

Heimatstrategie: Verlagerung von Starnberg nach Pegnitz

Bereits im Frühjahr 2023 erwarb die Immobilien Freistaat Bayern (IMBY) eine rund 19.000 Quadratmeter große Teilfläche im nördlichen Stadtgebiet von der Stadt Pegnitz. Ziel ist es, mit der Bebauungsplanänderung das notwendige Baurecht für den Neubau zu schaffen. Die Verlagerung des Fachbereichs von Oberbayern nach Oberfranken gilt als wichtiger Baustein der Heimatstrategie und als Chance, den Landkreis Bayreuth langfristig zu stärken.

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Was ist der Fachbereich Rechtspflege?

Der Fachbereich Rechtspflege der HföD bildet Beamtinnen und Beamte für die dritte Qualifikationsebene in den Fachrichtungen Rechtspflege und Justizvollzug aus. Künftig sollen in Pegnitz rund 300 Studierende ausgebildet werden. Gleichzeitig werden maximal zwei Jahrgänge mit insgesamt etwa 170 Studierenden vor Ort sein. Zum Lehrbetrieb gehören rund zwölf hauptamtliche Lehrkräfte sowie mehrere nebenamtliche Dozentinnen und Dozenten. Im Verwaltungs- und Servicebereich, einschließlich Mensa, sind rund 16 Beschäftigte vorgesehen.

So sieht die Planung des neuen Campus aus

Geplant sind ein Verwaltungsgebäude, moderne Lehrsäle, eine Mensa sowie zwei Wohngebäude für Studierende. Ergänzt wird der Campus durch ein Parkdeck mit 127 Stellplätzen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf den Außenanlagen: Entlang des Mühlbachs soll eine grüne Parklandschaft mit heimischen Baumarten und Aufenthaltsbereichen entstehen. Die Flächen sind als Lern- und Erholungsorte konzipiert und sollen biodivers sowie klimaresilient gestaltet werden.

Nachhaltigkeit spielt eine zentrale Rolle. Die Dächer werden begrünt und mit Photovoltaikanlagen ausgestattet. Die Wärmeversorgung erfolgt über Luftwärmepumpen in Kombination mit Niedrigtemperatursystemen wie Flächenheizungen.

Zeitplan: Baubeginn und Fertigstellung

Der nächste Projektschritt ist die Freigabe der Planungsunterlagen durch den Haushaltsausschuss des Bayerischen Landtags. Der Baubeginn ist für Ende 2028 vorgesehen, die Fertigstellung der Gebäude für Ende 2033. Die Umsetzung übernimmt das Staatliche Bauamt Bayreuth im Auftrag des Freistaats Bayern.

Bedeutung für Pegnitz und den Landkreis Bayreuth

Mit der Ansiedlung des Fachbereichs Rechtspflege gewinnt Pegnitz einen bedeutenden Bildungsstandort. Die Region profitiert von zusätzlichen Arbeitsplätzen, Studierenden und langfristigen Entwicklungschancen. Gleichzeitig entstehen moderne und attraktive Studienbedingungen für den juristischen Nachwuchs im öffentlichen Dienst.