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Wiese an der Hohen Warte schützt vor Eindringlingen
Wer am Festspielhaus spaziert, ahnt kaum, was sich unter dem Waldboden verbirgt. Der Hochbehälter Hohe Warte II speichert zusammen mit seinem Nachbarbehälter rund 14 Millionen Liter Trinkwasser. Um die Qualität langfristig zu sichern, haben die Stadtwerke Bayreuth die Abdichtung der Behälterdecke für rund 200.000 Euro komplett erneuert. Und sie setzen dabei auch auf Natur!
Gefahr durch Wurzeln und invasive Arten
„Nichts darf das Trinkwasser verunreinigen“, betont Helena Skrobranek, Abteilungsleiterin Gas und Wasser. Die Lage im Wald bietet zwar energetische Vorteile durch das natürliche Gefälle, birgt aber auch Risiken. Aggressive Wurzeln von Bäumen oder invasive Pflanzen wie der Staudenknöterich können Beton sprengen. Die neue Abdichtung und eine gezielte Oberflächengestaltung sollen diesen „Angriffen“ aus der Natur nun dauerhaft standhalten.
Die Magerwiese: Ein Paradies aus zweiter Hand
Statt die Fläche einfach sich selbst zu überlassen, setzen die Stadtwerke auf eine Magerwiese. Diese gedeiht auf nährstoffarmem Boden und bietet bedrohten Arten einen Rückzugsort.
- Artenschutz:Viele Pflanzen der Roten Liste finden hier eine Heimat.
- Insektenhotel: Wildbienen, Schmetterlinge und Heuschrecken profitieren vom Blütenreichtum.
- Widerstandskraft: Magerwiesen sind robust gegen den Klimawandel und benötigen kaum Pflege.
Versorgungssicherheit trifft Nachhaltigkeit
Für Stadtwerke-Geschäftsführer Markus Rützel ist das Projekt ein Paradebeispiel für modernen Umweltschutz. Die Wiese verhindert, dass tiefwurzelnde Bäume die Technik beschädigen, und fördert gleichzeitig die Biodiversität. Mit bereits 30.000 Quadratmetern Blühflächen und einem eigenen Klimawald zeigen die Stadtwerke, dass Versorgungssicherheit und Ökologie keine Gegensätze sein müssen.
Auch Oberbürgermeister Thomas Ebersberger lobt die Initiative: „Wir sichern die Versorgung und schaffen lebendige Natur – beides gehört untrennbar zusammen.“
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Weltwassertag: Was jeder selbst tun kann
Wasserschutz beginnt im Alltag. Zum Weltwassertag am 22. März geben die Experten fünf einfache Tipps:
- Leitungswasser nutzen: Es ist hochwertig, günstig und schont die CO₂-Bilanz.
- Arznei richtig entsorgen: Medikamente gehören nie in die Toilette, sondern in den Restmüll oder die Apotheke.
- Sparsam dosieren: Waschmittel umweltbewusst und nach Wasserhärte verwenden.
- Sondermüll beachten: Farben, Lacke und Batterien dürfen nicht in den Abfluss.
- Bewusst gärtnern: Regenwasser nutzen und auf chemische Pestizide verzichten.
Hintergrund: Die Wasserversorgung in Bayreuth
Die Stadtwerke liefern jährlich rund fünf Milliarden Liter Wasser. Die Quellen liegen in der Ködeltalsperre, im Fichtelgebirge und in zwölf Tiefbrunnen. In den Wasserwerken Eichelberg und Löchleinstal wird das Rohwasser aufbereitet und in drei Hochbehältern gespeichert. Dank der Höhenlage fließt das Wasser meist mit natürlichem Druck direkt in die Haushalte. Ein 340 Kilometer langes Rohrnetz stellt sicher, dass das streng kontrollierte Trinkwasser überall in Top-Qualität ankommt.












Symbolbild Kommunalwahl: Pixabay
Archivbild: Redaktion