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Wohin kommt das RIZ-Lab?
Die Frist in der sich Gemeinden um die Lab-Außenstelle des geplanten Regionalen Innovationszentrums RIZ bewerben können, ist abgelaufen. 15 Gemeinden haben ihre Bewerbungen abgegeben. Wir haben bei den Bürgermeistern rumgefragt: Wer will das Lab bei sich haben?
Diese Kriterien muss das neue Lab im Landkreis Bayreuth erfüllen
Gesucht wird für die Außenstelle des RIZ im Landkreis Bayreuth eine Bestandsimmobilie, die folgende Eigenschaften aufweist:
- Baudenkmal (einzeln oder Teil eines Ensembles)
- Im kommunalen Eigentum
- Längerfristige Verfügbarkeit für die Einrichtung des Labs (dreijährige Aufbauphase, Möglichkeit der dauerhaften Verstetigung)
- Mindestens 200 m² Nutzfläche (mit Erweiterungsoptionen)
- Barrierefreiheit ist sicherzustellen
- Gute städtebauliche und funktionale Integration in das lokale Umfeld
- Attraktive regionale/überregionale Verkehrsanbindung (Straße, Schiene)
- Gute nahmobile Erreichbarkeit innerorts (Fußwege, Radwege, ausreichend Parkmöglichkeiten)
- Unternehmen im Standortumfeld, die Interesse haben, das Lab zu nutzen
15 Bewerbungen aus dem Landkreis Bayreuth sind bis zum 31. August im Landratsamt eingegangen, wie Landrat Florian Wiedemann in der Kreisausschusssitzung am 1. September bestätigte. Darunter sind:
Prebitz
Der Vorschlag der Gemeinde Prebitz ist das denkmalgeschütztes ehemaliges Schulhaus Prebitz 20. Wie Bürgermeister Jörg Teufel erklärt würde mit Prebitz ein Ankerpunkt am Rande des Landkreisen geschaffen werden.
Warmensteinach
Warmensteinach geht mit ihrem historischen „Eisenbahnerhaus“ ins Rennen. Es liegt im Ortskern und damit im Sanierungsgebiet im direkten Ensemble mit Rathaus und Tourist-Information.
Waischenfeld
Mit dem ehemaligen Rathaus wird sich Waischenfeld für eine Außenstelle des neu entstehenden regionalen Gründer- und Innovationszentrum – RIZ – im Landkreis bewerben. Das wurde in der letzten Stadtratssitzung bestätigt. Als Partner aus der Wirtschaft nannte Bürgermeister Thiem Medienberichten zufolge die Stelle des Fraunhofer-Instituts und den mittelständischen Industriebetrieb Will-Burt, der einen Standort in Waischenfeld hat und sich offenbar für eine Zusammenarbeit im Hinblick auf eine RIZ-Außenstelle interessiert.
Pottenstein
Die Gemeinde hat sich mit dem so genannten „Alten Forsthaus“ im Mariental (Hausnummer 10) beworben. Es handelt sich dabei wie der Name vermuten lässt um ein ehemaliges Forsthaus, welches ursprünglich im Obergeschoss als Forstamt genutzt wurde. Es gibt Unternehmen im Standortumfeld mit Interesse an einer Nutzung des Lab. Die nahmobile Erreichbarkeit und eine Verkehrsanbindung sind gegeben. Pottenstein sei eine Stadt mit ländlicher Ruhe für konzentriertes Arbeiten bei gleichzeitig hohem Freizeitwert. Das sei nicht nur verschiedenen Unternehmen aus der ganzen Metropolregion Nürnberg, sondern auch der Universität Bayreuth bekannt, betont der Bürgermeister. Beispielsweise findet das MuSe-Forschungsseminar für Doktoranden und Habilitanden regelmäßig auch in Pottenstein statt.
Pegnitz
Auch Pegnitz werden gute Chancen für die Ansiedlung des RIZ eingeräumt. Eine Antwort der Stadtspitze auf unsere Anfrage steht aktuell aber aus. In zurückliegenden Stadtratssitzung soll das RIZ aber immer wieder genannt worden sein, als es um die Neugestaltung des Bahnhofsumfeldes ging.
Speichersdorf
Die Gemeinde Speichersdorf wird sich – auch aufgrund des Strukturwandels in der Gemeinde durch den beschlossenen Wegfall der Produktion der Firma Rosenthal – für das LAB bewerben. Dafür stehen mehrere Gebäude zur Auswahl: Die Festhalle, der Bahnhof Kirchenlaibach und das Werk Thomas am Kulm der Porzellanfabrik Rosenthal.
„Wir wissen noch gar nicht, wie groß das Gebäude sein soll“, betont Bürgermeister Christian Porsch.
Bad Berneck
Auch Bad Berneck hat eine Bewerbung abgegeben. Die Stadt setzt dabei auf das Kurhaus als möglichen Standort. Als Vorteil nennt CSU-Stadtrat Christof Seidel in einem Instagram-Post zum Thema die gute Lage: Kurort, Kurpark und Kurwald liegen direkt vor der Tür, zudem bietet das Ölschnitzufer eine Bühne im Stadtraum. Ein Café im Haus könne als sozialer Treffpunkt wirken und den Standort zusätzlich beleben.
Mistelgau/Obernsees
Die Gemeinde Mistelgau schickt das ehemalige Maisel-Brauereigelände in Obernsees ins Rennen. Die Bewerbung kommt von Architekt Christoph Hornstein, der sich dem Areal vor einigen Jahren angenommen hat. Die historischen Teile stehen inzwischen unter Denkmalschutz, wurden entleert und von problematischen Baustoffen befreit. Nicht geschützte Bereiche im hinteren Grundstück können rückgebaut und durch Neubauten ersetzt werden. Ein angrenzendes, bislang unbebautes Grundstück der Gemeinde bietet zudem Erweiterungspotenzial. Das Areal wartet derzeit auf eine nachhaltige Nutzung. Als Vorteile nennt Hornstein zudem die Nähe zum Fraunhofer Institut in Waischenfeld und das Freizeitangebot in der Fränkischen Schweiz.
Auch aus den Gemeinden Creußen, Gefrees, Haag, Hollfeld, Plankenfels, Plech und Weidenberg sind Bewerbungen eingegangen. Einige Gemeinden haben bislang nicht auf unsere Anfrage reagiert oder wollten keine Angaben machen.
Bischofsgrün, Eckersdorf und Aufseß bewerben sich nicht
Alle drei Gemeinden haben kein geeignetes Gebäude, mit dem sie sich bewerben könnten.
So geht es weiter
Nun soll die Regionale Entwicklungsagentur mit der Uni Bayreuth und der Oberfrankenstiftung unter Einbeziehung der Stadt Bayreuth die Bewerbungen auswerten, so Landrat Wiedemann. Die finale Entscheidung soll dann beim Kreistag liegen. Wann das Gremium über das RIZ-Lab beraten wird, ist aktuell noch offen. Für das dann ausgewählte Objekt wird in Abstimmung mit den Ansprechpartnern vor Ort ein Raumnutzungskonzept entwickelt, um den Anforderungen an den Betrieb des Labs bestmöglich entsprechen zu können.
















So sehen die drei neuen Geräte aus. © Stadt Bayreuth
Symbolbild © Pixabay