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Kultur Bayreuth

Sparkurs vs. Kultur: Zerreißprobe ums Kunstmuseum

Es „brennt“ im Alten Rathaus. Seit über zwei Jahren herrscht beim Kunstmuseum Bayreuth personeller Stillstand in der Führungsetage, und bei den Förderern reißt nun endgültig der Geduldsfaden. Auf der Mitgliederversammlung der „Freunde des Kunstmuseums Bayreuth“ am 23. Februar 2026 wurde Tacheles geredet.

Quo vadis Kunstmuseum?

Es ist kein Geheimnis: Das Kunstmuseum Bayreuth hat sich unter der langjährigen Leitung von Marina von Assel einen Ruf erarbeitet, der weit über die Grenzen Oberfrankens hinausreicht. Doch seit ihrem Abschied vor zwei Jahren fehlt es dem Haus an konsistenter Führung. Die „Freunde des Kunstmuseums“ machen ihrem Ärger darüber jetzt Luft. In einer Resolution, die dem Bayreuther Tagblatt vorliegt, appellieren sie eindringlich an die Kommunalpolitik. Der Vorwurf: Ein kulturelles Juwel, das erst 25 Jahre jung ist, werde derzeit sehenden Auges an den Rand gedrängt.

Spardebatte statt Kulturförderung: Droht die „Verwaltung“ der Kunst?

Es wird gemunkelt das Kunstmuseum könne aus Kostengründen mit anderen Museen zusammen gelegt werden. Was für Controller nach effizienter Synergie klingt, ist für Kunstliebhaber ein Horrorszenario. Die Befürchtung: Das Museum könnte zu einer bloßen „Dienststelle“ der Stadtverwaltung herabgestuft werden.

Warum das ein Problem ist? Der Förderverein argumentiert:

  • Freiheit der Kunst: Ein Museum braucht Eigenständigkeit, um international kooperieren und mutige Ausstellungen planen zu können.
  • Respekt gegenüber Stiftern: Die hochkarätigen Sammlungen im Haus sind Geschenke von Mäzenen. Diese haben ihre Schätze der Stadt anvertraut; im Glauben an ein lebendiges, eigenständiges Museum.
  • Markenkern Bayreuth: Wer nur auf Richard Wagner setzt, verliert die Moderne aus den Augen.
  • „Kinder, schafft Neues!“, zitierte schon Richard Wagner. Die Freunde des Kunstmuseums nehmen den Meister beim Wort und fordern: Das Museum muss konsequent ausgebaut statt kaputtgespart werden.

Ein Appell an den Stadtrat: Mut statt Rotstift

Die Botschaft von Ekkehard Beck und den Mitgliedern ist klar: Kunst ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Es geht nicht nur um Zahlen in einem Haushaltsplan, sondern um die Identität Bayreuths als Kulturstadt. Die „Freunde“ fordern eine endgültige Regelung der Leitung und ein klares Bekenntnis zur Selbstständigkeit des Hauses.

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